IU-Studie: KI-Kompetenzen werden zum Muss beim Berufseinstieg – Unternehmen fördern zu wenig
Eine aktuelle Studie der IU Internationale Hochschule zeigt, dass mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden in Deutschland künftig KI-Kompetenzen als Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg ansieht. Für die Untersuchung wurden im Frühjahr 2026 rund 2.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren befragt – die Ergebnisse machen deutlich: Während die Anforderungen an Berufseinsteiger:innen steigen, investieren viele Unternehmen und Beschäftigte bislang zu wenig in gezielte Weiterbildung.
Vor allem Führungskräfte sehen Chancen durch KI – fast 48 Prozent erwarten, dass Berufseinsteiger:innen schneller in anspruchsvollere Aufgaben hineinwachsen können. Gleichzeitig übernehmen KI-Systeme zunehmend klassische Routinetätigkeiten, die bisher typischerweise von Nachwuchskräften erledigt wurden. Diese Entwicklung birgt laut Studienautorin Prof. Dr. Anne Gfrerer die Gefahr, dass praktische Einstiegsaufgaben wegfallen und damit wichtige Lerngelegenheiten für Anfänger:innen verloren gehen.
Die Studie verdeutlicht zudem, dass Zukunftskompetenzen wie Prompting oder die kritische Bewertung von KI-Ergebnissen zwar an Bedeutung gewinnen, aber bislang nur unzureichend gefördert werden. Während 54,9 Prozent der Befragten KI-Kenntnisse als Grundvoraussetzung ansehen, haben knapp 44 Prozent im vergangenen Jahr keinerlei Arbeitszeit für KI-Weiterbildung genutzt. Als Gründe werden mangelnde Notwendigkeit, fehlende Unternehmensunterstützung und Zeitmangel genannt. Besonders kritisch: Kritisches Denken wird nur von einem Drittel der Unternehmen gezielt gefördert.
Mit dem Job Readiness Framework hat die IU ein eigenes Kompetenzmodell entwickelt, das Studierende in fünf Stufen gezielt auf den KI-geprägten Arbeitsmarkt vorbereitet. Das Framework verbindet Fachwissen, professionelle Handlungskompetenz und den reflektierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bis Ende 2026 soll das Modell in allen Studiengängen der Hochschule verankert sein.
Die Ergebnisse der Studie (hier als PDF) unterstreichen den Handlungsbedarf für Unternehmen und Bildungsanbieter, gezielter in Future Skills zu investieren. Für Berufseinsteiger:innen wird es immer wichtiger, nicht nur technisches Know-how, sondern auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und zum eigenständigen Lernen mitzubringen.
Quelle: Pressemitteilung vom 24.09.2026
Veröffentlicht am 24.09.2026 10:40 von Christian Wolf




