14.05.2025

HRK fordert 400-Millionen-Euro-Bündnis für mehr Cybersicherheit an Hochschulen

Angesichts der zunehmenden Bedrohungslage im Bereich Cybersicherheit drängt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) auf die rasche Bildung eines bundesweiten Bündnisses für die IT-Sicherheit an Hochschulen. In einer am 14. Mai 2025 in Magdeburg verabschiedeten Erklärung fordern die Mitgliedshochschulen eine stärkere finanzielle und organisatorische Unterstützung durch Bund und Länder.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat am 14. Mai 2025 im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung in Magdeburg eindringlich vor den wachsenden Cyberrisiken für Hochschulen gewarnt und die Gründung eines „Bündnisses Cybersicherheit für Hochschulen“ gefordert. Die HRK verweist auf die massive Verschärfung der Bedrohungslage, wie sie auch von den zuständigen Sicherheitsbehörden festgestellt wird.

„Die Cyberrisiken und -gefahren für Hochschulen haben sich zuletzt noch einmal massiv verschärft“, erklärte HRK-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal in Berlin. Als große, stark vernetzte Institutionen mit komplexen IT-Infrastrukturen und sensiblen Daten seien Hochschulen zunehmend Ziel von Ausspähung und Sabotage. Besonders kritisch seien die Daten aus Forschung und Entwicklung, die häufig auch wirtschaftlich relevant seien.

Die HRK schlägt daher ein gemeinsames Bündnis vor, das die Aktivitäten von Hochschulen, Ländern und dem Bund bündeln und finanziell absichern soll. Für den Aufbau und Betrieb einer belastbaren Sicherheitsstruktur werden laut HRK jährlich 400 Millionen Euro benötigt. Diese Mittel sollen im Rahmen der im Grundgesetz vorgesehenen Ausnahmen von der Schuldenbremse für sicherheitsrelevante Ausgaben bereitgestellt werden.

Federführend für die Umsetzung dieses Kooperations- und Finanzierungsmodells solle das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sein, so die Forderung der HRK. Der Bund müsse seiner übergreifenden Verantwortung gerecht werden und die Cybersicherheit an Hochschulen systematisch stärken.

HRK-Vizepräsidentin Prof. Dr. Ulrike Tippe betonte, dass es unter anderem notwendig sei, Frühwarnsysteme zu verbessern, länderübergreifende Kommunikation zu fördern und einschlägige Forschung auszubauen. Auch von den Ländern erwartet die HRK konkrete Maßnahmen, darunter der Aufbau hochschulübergreifender Infrastrukturen zur Datensicherung, verbindliche Meldewege sowie der Ausbau von Weiterbildungsangeboten im Bereich Cybersicherheit.

Nicht zuletzt seien auch die Hochschulen selbst gefordert. Ulrike Tippe verwies auf die Notwendigkeit abgestufter Sicherheitskonzepte mit Präventionsmaßnahmen, Notfallplänen und regelmäßigen Krisenübungen. Ein erheblicher Teil der geforderten Mittel müsse direkt vor Ort an den Hochschulen eingesetzt werden, um deren IT-Infrastrukturen zukunftssicher und widerstandsfähig zu gestalten.

Quelle: Pressemitteilung vom 14.05.2025
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