02.01.2025 🤔1

Hochschulen in Deutschland alarmiert über IT-Sicherheitslage und Personalpolitik

Die jüngste Umfrage des Hochschul-Barometers, herausgegeben vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung, zeigt deutliche Sorge bei deutschen Hochschulen in Bezug auf IT-Sicherheit. Gleichzeitig existieren erhebliche Herausforderungen in der Personalpolitik. Während die Wissenschaftsfreiheit gut bewertet wird, bleibt die allgemeine Stimmung an den Hochschulen verhalten. 

Der Stifterverband hat laut einer Pressemitteilung vom 2. Januar 2025 die Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers präsentiert. Die Umfrage unter Hochschulleitungen zeigt, dass fast alle Teilnehmer eine ernsthafte Gefährdung durch mangelnde IT-Sicherheit wahrnehmen. 62 Prozent der Hochschulen halten sich jedoch für gut aufgestellt in diesem Bereich. Dennoch fehlt es der Hälfte der Einrichtungen an Notfallplänen für Cyberangriffe, und weitere Sicherheitslücken bestehen durch die Verwendung privater Geräte im Universitätsumfeld.

Zudem gibt es in frühen wissenschaftlichen Karrierephasen zu wenige Stellen, was auf fehlende Personalstrukturkonzepte zurückgeführt wird. Nahezu 69 Prozent der deutschen Hochschulen geben an, kein strategisches Konzept für die Personalplanung zu haben. Dies verschärft den bestehenden Fachkräftemangel und die Herausforderungen bei der Besetzung von offenen Stellen, die durchschnittlich 12 Wochen in Anspruch nehmen, ein Wert, der dem in der Privatwirtschaft gleicht. 

Obwohl die Wissenschaftsfreiheit hierzulande als gesichert gilt, nehmen etwa zwei Drittel der Hochschulleitungen an, dass externer Einfluss, insbesondere durch die Politik, zunimmt. Dies beeinträchtigt die kommunikative Verbreitung von Forschungsergebnissen. Die Stellenpläne für Wissenschaftler in Anfangsphasen sind begrenzt, was zu Unsicherheiten beiträgt.

Die allgemeine Zufriedenheitsbewertung an deutschen Hochschulen hat sich seit der ersten Erhebung dieses Barometers im Jahr 2011 auf den schlechtesten je gemessenen Wert verschlechtert. Der Zufriedenheitsindex sank auf nunmehr 18,9 Punkte. Negative Einschätzungen dominieren hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulstandorte, der regionalen und internationalen Zusammenarbeit sowie der Aussicht auf 2025. Nahezu die Hälfte der Hochschulverwalter erwarten eine Verschlechterung der allgemeinen Lage. 

Das Hochschul-Barometer dient als Stimmungsindikator und wird jährlich von den Rektoren und Präsidenten der deutschen Hochschulen beantwortet. Die Hochschulleitungen geben Einblicke in ihre aktuelle Situation und Zukunftsprognosen mit den Schwerpunkten Personal, Wissenschaftsfreiheit sowie digitale Infrastruktur und Sicherheit. Die nächste Befragung für das folgende Hochschul-Barometer hat bereits begonnen.

Quelle: Pressemitteilung vom 2.1.2025
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