Glänzende Auszeichnung für IT-Expertise: Anna Neumann erhält Preis für beste IT-Security-Masterarbeit an der FernUni
Anna Neumann, Absolventin des Masterstudiengangs Praktische Informatik an der FernUniversität in Hagen, wurde auf dem NIS-2-Congress in Frankfurt für ihre herausragende Abschlussarbeit im Bereich IT-Security ausgezeichnet. Ihre Forschung zur Rolle von Software Bill of Materials (SBOM) in Open-Source-Projekten überzeugte die Jury und unterstreicht die Relevanz sicherer IT-Infrastrukturen angesichts aktueller EU-Richtlinien.
Anna Neumann arbeitet hauptberuflich in der Lebensmittelbranche im Bereich Cyber-Security und studierte berufsbegleitend an der FernUniversität, wie sie berichtet. Nach ihrem Bachelorabschluss verzichtete sie eigenen Angaben zufolge zunächst auf einen nahtlosen Übergang zum Master, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Das flexible Studium an der FernUniversität habe ihr jedoch ermöglicht, Beruf und Weiterbildung zu verbinden.
Bereits in ihrer vorherigen Tätigkeit bei einem Finanzdienstleister war Neumann für das Schwachstellenmanagement verantwortlich. Sie habe laut eigener Schilderung festgestellt, dass es oftmals eine große Herausforderung sei, festzustellen, ob ein System von besonders aktuellen oder sogenannten Zero-Day-Schwachstellen betroffen sei. Zero-Day-Schwachstellen gelten als besonders kritisch, da sie den Herstellern meist noch nicht bekannt sind und deshalb nicht zeitnah mit Updates abgesichert werden können.
Im Fokus ihrer Masterarbeit, die unter dem Titel „Evaluierung des CRA und der NIS-2: Rolle und Relevanz der Software Bill of Materials in Open-Source-Projekten im Kontext Schwachstellenmanagement für KRITIS-Unternehmen“ entstand, analysierte sie das Potenzial von SBOMs. Diese Software-„Stücklisten“ listen alle verwendeten Komponenten einer Anwendung auf und dienen dazu, Schwachstellen gezielt identifizieren und beheben zu können – eine Methode, die laut Neumann zunehmend an Bedeutung gewinne.
Ihre Arbeit untersuchte insbesondere, wie SBOMs im Kontext der NIS-2-Richtlinie sowie des Cyber-Resilience-Acts (CRA) eingesetzt werden können. Die europäische NIS-2-Richtlinie soll die Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen, etwa in der Energieversorgung oder Telekommunikation, stärken. Sie sieht strengere Sicherheitsanforderungen und umfangreiche Meldepflichten für betroffene Unternehmen vor. Laut Neumann werde die vollständige Umsetzung in nationales Recht in Deutschland bislang verzögert und insbesondere für kleinere Unternehmen könne die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen personelle und finanzielle Herausforderungen mit sich bringen.
Prof. Tobias Eggendorfer, Lehrbeauftragter der Fakultät für Mathematik und Informatik an der FernUniversität und Professor an der TH Ingolstadt, hatte Anna Neumann ermutigt, ihre Masterarbeit beim Wettbewerb „Deutschlands beste IT-Security Masterarbeit“ einzureichen. Die Auszeichnung auf dem NIS-2-Congress, der vom 6. bis 7. Mai 2025 in Frankfurt stattfand, war laut Neumann eine besondere Überraschung. Der erste Platz im Wettbewerb war mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert.
Die Veranstaltung bot ihr zudem die Gelegenheit, ihre Forschungsergebnisse einem Fachpublikum zu präsentieren und sich mit Experten verschiedener Branchen auszutauschen. Neumann habe betont, dass es eine große Ehre gewesen sei, ihre Arbeit in diesem renommierten Rahmen vorstellen zu dürfen.
Quelle: FernUni vom 30.05.2025
Foto: Johann Miller/FernUni Hagen
Veröffentlicht am 30.05.2025 19:07 von Christian Wolf