18.12.2024 🤔1

Geschenke und Psychologie: Was unsere Reaktionen verraten zeigt Studie der SRH Fernhochschule

Die Art und Weise, wie Menschen auf Geschenke reagieren, bietet interessante Einblicke in ihre Kindheit und die dort erlernten Bindungsmuster, so die zentrale Aussage einer neuen Studie von Dr. Julia Zwank, Professorin für Entwicklungspsychologie an der SRH Fernhochschule. Die Studie analysiert die Vielfalt der Reaktionen auf Geschenke und zieht Verbindungen zu den frühen emotionalen Prägungen der Individuen. Es werden vier Haupttypen von Bindungsmustern identifiziert, die im sozialen Austausch sichtbar werden.

In einer aktuellen Untersuchung, betreut von Dr. Julia Zwank, wird hervorgehoben, dass Reaktionen auf Geschenke viel über die emotionale Verfassung und die Kindheit der beschenkten Personen aussagen können. Dr. Zwank hebt hervor, dass Menschen aufgrund ihrer Kindheit unterschiedliche Bindungsmuster entwickeln, die beeinflussen, wie sie auf Zuwendung und Geschenke reagieren.

Zwank unterscheidet vier Bindungsstile: der unsicher-vermeidende Typ, der unsicher-ambivalente Typ, der unsicher-desorganisierte Typ und der sicher gebundene Typ. Jeder dieser Typen zeigt spezifische Reaktionen auf Geschenke, die oft tief in ihrer Kindheit verwurzelt sind. Der unsicher-vermeidende Typ empfindet beispielsweise oft Unbehagen beim Geschenkempfang, da er oder sie durch emotionale Zurückweisung in der Kindheit Lerneffekte wie Unabhängigkeit und Selbstversorgung entwickelt hat.

Der unsicher-ambivalente Typ hingegen zeigt Angst vor Zurückweisung und ist sich oft unsicher, ob er oder sie genügend für die schenkende Person getan hat. Das unsicher-desorganisierte Muster entsteht oft bei Kindern, die Vernachlässigung erfahren haben, und manifestiert sich als ambivalente Reaktion auf Geschenke – zunächst Freude, gefolgt von Zweifel. 

Schließlich beschreibt Zwank den sicher gebundenen Typ, der in der Lage ist, Geschenke vollständig anzunehmen und echte Dankbarkeit auszudrücken, da er eine stabile, sichere Basis in der Kindheit erlebte. Sie ermutigt dazu, diese Erkenntnisse zu nutzen, um das eigene Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls an den Beziehungen zu arbeiten.

Dr. Zwank schlägt vor, die anstehenden Feiertage zu nutzen, um die eigene Reaktion auf Geschenke zu bewerten und bewusst positive Veränderungen vorzunehmen. Der Verzicht auf ein nachträgliches „Aber“ könne erste Schritte in Richtung einer genuinen Annahme von Anerkennung und Zuneigung sein, was auch verbunden werden kann mit einem gesunden Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.12.2024
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