25.03.2025

Geisteswissenschaften im Umbruch: Deutlicher Rückgang bei Studienanfängern

Die Zahl der Studierenden, die sich für ein Studium der Geisteswissenschaften entscheiden, ist in Deutschland seit zwei Jahrzehnten dramatisch gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, hat sich die Anzahl der Studierenden im ersten Hochschulsemester in dieser Fächergruppe um 22 % reduziert – von über 63.500 im Jahr 2003 auf weniger als 49.500 im Jahr 2023. Der Anteil der Geisteswissenschaften an den gesamten Erstimmatrikulierten ist entsprechend von 17 % auf gut 10 % zurückgegangen.

Im Gegensatz dazu hat es über alle Fächergruppen hinweg einen Anstieg der Erstimmatrikulierten um 28 % gegeben, wobei die gesamte Zahl von etwa 377.500 im Jahr 2003 auf fast 482.000 im Jahr 2023 gewachsen ist. Besonders deutliche Zuwächse wurden in den Bereichen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften mit einer Steigerung von jeweils 39 % beobachtet. Rund zwei Drittel der Studienanfänger beginnen ihr Studium in einem dieser beiden Bereiche.

Eine beeindruckende Entwicklung zeigt sich im Bereich der Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften, wo die Zahl der Neuanfänger um 132 % angestiegen ist. Diese Zunahme wird vor allem auf die Akademisierung der nicht-ärztlichen Heil- und Pflegeberufe zurückgeführt. Im Studienjahr 2023 entfielen rund 6 % der neuen Studierenden auf die Fächergruppe Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften.

Die Methodik der Erhebung basiert auf der Zahl der Erstimmatrikulierten, das heißt jener Studierenden, die zum ersten Mal an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind. Um die Vergleichbarkeit zwischen den Jahren 2003 und 2023 zu gewährleisten, wurde die Zuordnung der Studienbereiche zu Fächergruppen rückwirkend angepasst.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.3.2025
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