26.06.2025 👎1

Forschung im Fokus: Dr. Maximilian Waldmann von der FernUni erhält prestigeträchtigen Maria-Weber-Grant

Die Hans-Böckler-Stiftung hat Dr. Maximilian Waldmann von der FernUniversität in Hagen mit dem renommierten Maria-Weber-Grant ausgezeichnet. Die Fördermittel sollen es dem Bildungsforscher ermöglichen, seine innovativen Untersuchungen zur Wirkung von Smartphone-Apps auf gesellschaftliche Schlüsselthemen wie Digitalisierung, Umweltschutz und Gleichberechtigung weiter zu vertiefen. Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung seines Forschungsansatzes an der Schnittstelle von Pädagogik, Medien und gesellschaftlicher Transformation.

Die Hans-Böckler-Stiftung vergibt den Maria-Weber-Grant jährlich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Postdoc-Phase, um ihnen Freiräume für eigenständige Forschung zu ermöglichen. Die Stiftung betont, dass junge Akademikerinnen und Akademiker während dieser Qualifikationsphase oftmals vielfältigen Belastungen ausgesetzt seien, da sie Lehre, Publikationen und administrative Aufgaben mit der stetigen Karriereorientierung vereinen müssten. Mit dem Grant, der eine finanzielle Entlastung schafft, soll ihnen ein konzentriertes Weiterarbeiten an wissenschaftlichen Projekten ermöglicht werden.

Dr. Maximilian Waldmann, geboren 1986 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), forscht und lehrt am Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung der FernUniversität in Hagen. Der Wissenschaftler untersucht, wie sogenannte Weltverbesserungs-Apps die Nutzerinnen und Nutzer verändern können und welchen Einfluss digitale Alltagshelfer auf das Bewusstsein für gesellschaftlich relevante Themen haben. Waldmann beschäftigt sich vor allem mit der Frage, ob und wie Apps Verhalten, Einstellungen und gesellschaftliche Prozesse beeinflussen können.

Laut Waldmann seien die Effekte vieler Apps, die zwar nicht explizit für Bildungszwecke entwickelt wurden, aber Nutzerinnen und Nutzern beispielsweise Möglichkeiten zur Dokumentation von Pflegearbeit oder zur Erfassung des persönlichen CO2-Fußabdrucks bieten, bislang nur wenig erforscht. Er will herausfinden, ob solche Anwendungen lediglich der Verhaltensänderung dienen oder ob sie darüber hinaus auch Emotionen wie Neugier, Unsicherheit oder Scham auslösen und damit neue Handlungsoptionen eröffnen.

Zur Durchführung seiner Studien setzt Waldmann unter anderem auf die Analyse von Bildschirmaufnahmen, in denen Nutzerinnen und Nutzer ihre App-Erfahrungen kommentieren. Seiner Ansicht nach offenbaren sich dabei nicht nur wirtschaftliche Interessen der App-Anbieter, sondern auch kulturelle Muster und Stereotypen, etwa im Hinblick auf Geschlecht und Rollenbilder. Neben seiner Tätigkeit im Bereich der Medienpädagogik zählt die kritische Auseinandersetzung mit Gender und Queer Studies weiterhin zu seinen Forschungsschwerpunkten.

Der Maria-Weber-Grant, benannt nach einer früheren stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, wird seit 2018 jährlich ausgeschrieben. Er richtet sich an Habilitierende und Juniorprofessorinnen und -professoren aller Fachrichtungen. Die Fördermittel ermöglichen es den Hochschulen, für ein oder zwei Semester eine Teilvertretung für die Lehrverpflichtungen der Preisträgerinnen und Preisträger zu finanzieren, sodass diese sich verstärkt auf die Forschung konzentrieren können. Pro Semester stellt das Begabtenförderungswerk dafür jeweils 20.000 Euro bereit.

Die Hans-Böckler-Stiftung hebt hervor, dass der Grant der Stärkung von Innovation und wissenschaftlicher Expertise in Deutschland dient. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft: Zwei Drittel der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sind Frauen. Ziel ist es nicht zuletzt, durch stabile Beschäftigungsbedingungen langfristig exzellente Forschung und Lehre an Hochschulen zu ermöglichen.

Quelle: FernUni vom 26.06.2025
Foto: FernUniversität Hagen
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