14.08.2025

FernUniversität Hagen startet innovatives Learning-Analytics-Projekt mit Millionenförderung

Die FernUniversität in Hagen erhält eine Förderung in Höhe von knapp sieben Millionen Euro für ein deutschlandweit einmaliges Learning-Analytics-Projekt. Die Mittel stammen von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre und stärken die Entwicklung einer zukunftsweisenden Lehrarchitektur, die technisch, didaktisch und organisatorisch neue Maßstäbe setzen soll.

Die FernUniversität zählt zu den vier nordrhein-westfälischen Hochschulen, die in der Förderlinie „Lehrarchitektur“ mit einem Einzelprojekt bedacht wurden. Wie es aus Universitätskreisen heißt, ist dies die bislang höchste Fördersumme, die die FernUniversität jemals im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs für die Lehre eingeworben hat. Wissenschaftsministerin Ina Brandes verwies darauf, dass die ausgezeichneten Projekte exemplarisch für die Exzellenz in Forschung und Lehre in Nordrhein-Westfalen stünden.

Kern des Projekts mit dem Namen „LEAD:FUH – Learning Empowerment through Analytics and Data“ ist der Aufbau einer nachhaltigen, universitätsweiten Lehrarchitektur für den evidenzbasierten Einsatz von Learning Analytics. Ziel sei es, die Potenziale von künstlicher Intelligenz und Datenanalytik nicht nur technisch, sondern auch didaktisch und kulturell an der Hochschule zu verankern, wie Universitätsrektor Stefan Stürmer betonte.

Das Projekt legt einen besonderen Fokus auf die Einbeziehung aller fünf Fakultäten und geht dabei auf ihre jeweiligen fachkulturellen Besonderheiten ein. Zur Vorbereitung diente ein interdisziplinäres Vorprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI), dem Zentrum für Digitalisierung und IT (ZDI), dem Forschungszentrum CATALPA sowie weiteren Fakultätsbereichen durchgeführt worden war. Das geplante Vorhaben startet am 1. Oktober 2025. Die erste Fördersumme beläuft sich auf 4,77 Millionen Euro; nach einer erfolgreichen Zwischenevaluation sollen weitere rund zwei Millionen Euro bereitgestellt werden.

Im praxisnahen Teil des Projektes werden in den größten Bachelorstudiengängen drei Learning-Analytics-Anwendungen pilotiert. Dazu zählen Tools zur Abbruchprognose mit der Möglichkeit frühzeitiger Interventionen, Ansätze zur Personalisierung von Lerninhalten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und intelligente Dashboards zur Unterstützung selbstregulierten Lernens. Universitätsangaben zufolge liegt die besondere Stärke des Projekts darin, differenzierte Strategien für unterschiedliche Fachkulturen zu entwickeln – ein Ansatz, der bundesweit als innovativ gilt.

Dr. Annabell Bils, Geschäftsführerin des Zentrums für Lernen und Innovation, unterstrich die Transferfähigkeit des Projekts für andere Hochschulen. Sie erklärte, dass der sensible Umgang mit Learning-Analytics-Tools je nach Fachkultur unterschiedlich konzipiert werde – beispielsweise in datenaffinen Umfeldern wie der Psychologie mit methodischem Fokus, in anderen Fakultäten aber mit einer stärkeren Betonung auf partizipative und transparente Einführungsverfahren.

Teil des Projekts ist zudem die Entwicklung eines „360°-Showrooms“ für Organisationsentwicklung und eines Open-Access-LAV-Toolkits, die anderen Hochschulen als Muster für eine rechtskonforme, evidenzbasierte und partizipative Einführung von Learning Analytics dienen sollen. Die FernUniversität sieht sich mit dem Projekt als Kooperationspartner für datengestützte Lehrinnovation im deutschsprachigen Raum und setzt nach Angaben von Rektor Stürmer mit der Förderung ein Zeichen für Qualität, Innovationskraft und gesellschaftliche Relevanz der Lehre.

Quelle: Pressemitteilung vom 14.08.2025
Foto: Fernuniversität Hagen
Veröffentlicht am von