FernUniversität Hagen erstmals im THE-Ranking – ein Meilenstein trotz struktureller Herausforderungen
Ein Beitrag des Nutzers stefhk3 im Forum von Fernstudium-Infos.de hat es öffentlich gemacht: Die FernUniversität Hagen ist in der Ausgabe 2025 des Times Higher Education (THE) World University Rankings erstmals vertreten – und zwar in der Ranggruppe 801–1000. Damit wird zum ersten Mal eine deutsche Fernhochschule in das renommierte globale Hochschulranking aufgenommen. Der Forenbeitrag diskutierte die Platzierung als bedeutenden Schritt für das Ansehen von deutschen Fernhochschulen im internationalen Kontext.
Die FernUniversität Hagen erzielte einen Gesamtwert von 35,5 bis 38,9 Punkten. In den Einzelkategorien erreichte sie 30,1 Punkte für Lehre, 36,3 für Forschungsumfeld, 42,4 für Forschungsqualität, 46,4 für Industriekooperationen und 44,5 für internationale Ausrichtung. Das Ranking weist außerdem 22.592 Studierende (FTE), ein Verhältnis von 226 Studierenden pro Mitarbeitendem sowie einen Anteil internationaler Studierender von 11 Prozent aus.
Zum Vergleich: Die Spitzenpositionen belegen wie in den Vorjahren die University of Oxford, das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Princeton University, die University of Cambridge und die Harvard University mit Gesamtwerten zwischen 97 und 98 Punkten. Diese Werte zeigen, wie groß der Abstand zwischen forschungsintensiven Eliteuniversitäten und den in der Ranggruppe 801–1000 vertretenen Hochschulen ist.
Innerhalb Deutschlands liegt die FernUniversität Hagen laut der Community-Auswertung am unteren Ende der Rangliste: Von 55 gelisteten deutschen Universitäten liegen 52 darüber, zwei darunter. Die FeU ist dabei jedoch derzeit die einzige deutsche Fernhochschule, die überhaupt im THE-Ranking aufgeführt wird. Der Beitrag verweist zudem darauf, dass in derselben Ranggruppe auch die Open University (Großbritannien) oder die Open University of Catalonia (Spanien) sowie zwei Grandes Ecoles zu finden sind und dahinter noch viele weitere Institutionen großer Wirtschaftsnationen – die hinteren Ränge sich also nicht nur aus dem „Rest der Welt“ zusammensetzen.
Die Platzierung ist vor allem im Kontext der strukturellen Rahmenbedingungen von Fernhochschulen zu verstehen. Anders als Präsenzuniversitäten verfügen sie meist über geringere Forschungsbudgets, weniger Laborinfrastruktur und eine kleinteiligere Forschungsorganisation. Lehrende müssen große Studierendenzahlen digital betreuen, oft ohne die Möglichkeit intensiver persönlicher Interaktion oder präsenter Forschungsverbünde. In Rankings wie dem von THE, die stark auf Zitationsmetriken und Forschungsoutput setzen, sind Fernhochschulen naturgemäß im Nachteil. Auch die Datenerhebung selbst – häufig standardisiert auf Präsenzbetrieb – bildet die Lehr- und Forschungsrealität einer Fernuniversität nur eingeschränkt ab.
Gerade deshalb hat die Aufnahme der FernUniversität Hagen ins THE-Ranking Signalwirkung. Sie zeigt, dass digitale Hochschulen zunehmend in internationalen Vergleichssystemen sichtbar werden und dass Forschung, Lehre und Transfer auch jenseits klassischer Campusstrukturen Anerkennung finden. Die Werte in den Kategorien Forschungsqualität, Industriekooperationen und Internationale Ausrichtung unterstreichen, dass Hagen hier trotz struktureller Hürden konkurrenzfähig sein kann.
Für die FernUniversität bedeutet der Rang 801–1000 somit weniger eine Leistungsbewertung als eine Bestätigung institutioneller Relevanz, wie auch der Urheber des Forenbeitrags abschließend vermerkt.
Quelle: fernstudium-infos.de, Beitrag vom 10.10.2025
Veröffentlicht am 14.10.2025 10:32 von Marcus Schütz