06.08.2025

Engagierter Neustart für die Gleichstellung: Lisa Pingel übernimmt Schlüsselposition an der FernUniversität

Lisa Pingel hat zum 1. August 2025 das Amt der zentralen Gleichstellungsbeauftragten an der FernUniversität in Hagen übernommen. Die Juristin möchte ihre fachliche Expertise und ihr Engagement gezielt nutzen, um die Gleichstellungsarbeit sowohl fortzuführen als auch auszubauen. Dabei setzt sie laut eigenen Angaben auf Verhandlungsgeschick, einen partnerschaftlichen Austausch auf Augenhöhe und einen intersektionalen Ansatz in der Gleichstellung.

Der Frauenbeirat der FernUniversität in Hagen hat Lisa Pingel am 24. Juli 2025 zur neuen Gleichstellungsbeauftragten gewählt. Die 27-jährige Dortmunderin ist seit 2021 an der Hochschule tätig und war zunächst wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Juristische Didaktik. Später unterstützte sie den Arbeitsbereich Gender im Recht und war ab 2022 Referentin der bisherigen Gleichstellungsbeauftragten. Mit den Vorgängerinnen Natascha Compes und Maria-Luisa Barbarino habe Pingel in den vergangenen Jahren eng zusammengearbeitet und wertvolle Einblicke in die Gleichstellungsarbeit erhalten.

Gegenüber der Hochschule gab Pingel an, die Arbeit ihrer Vorgängerinnen weiterführen zu wollen. Die Kombination aus ihrem juristischen Fachwissen und persönlichem Engagement biete ihr die Möglichkeit, die Rechte von Frauen und Menschen diversen Geschlechts in besonderer Weise zu stärken. Dabei betonte sie, wie wichtig ihr eine intersektionale Perspektive auf den Feminismus sei. Die Auseinandersetzung mit Gleichstellungsthemen habe sie bereits während ihres rechtswissenschaftlichen Studiums beschäftigt, insbesondere weil sie bemängelte, dass in der juristischen Ausbildung gängige Stereotype oft unreflektiert bleiben.

Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten von Pingel zählt das Projekt „Aktives Rekrutieren“, das im Rahmen des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern angesiedelt ist. Ziel ist, mehr Professorinnen an der FernUniversität zu gewinnen und geschlechtergerechte Personalentscheidungen zu fördern. Seit 2023 teilt sie sich die Projektleitung mit Christine Charon. Für das laufende Vorhaben wurde unter anderem ein Handlungsleitfaden entwickelt, der die besonderen Bedingungen an der FernUniversität berücksichtigt. Zudem plant das Team, die Informationsseiten zur Gleichstellung zu überarbeiten und das Projekt langfristig an der Hochschule zu etablieren.

Ein weiteres Anliegen ist für Pingel die 2023 eingeführte Richtlinie gegen sexualisierte Gewalt und Diskriminierung. Sie habe an der Gestaltung des Beschwerdewegs und der Beratungsstelle mitgewirkt. Laut Pingel erstrecke sich der Begriff sexualisierte Gewalt nicht nur auf Übergriffe, sondern umfasse auch Machtmissbrauch. Sie unterstreiche die Bedeutung vertraulicher Beratungsmöglichkeiten für Betroffene und plädiere für verstärkte Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung an Hochschulen.

Die Amtszeit von Lisa Pingel als zentrale Gleichstellungsbeauftragte läuft bis zum 31. März 2028. Die bisherige Amtsinhaberin Natascha Compes hat die FernUniversität zum 31. Juli 2025 verlassen. Compes hatte das Amt seit April 2024 gemeinsam mit Maria-Luisa Barbarino wahrgenommen. Die FernUniversität setzt damit ihren Weg fort, Gleichstellung als integralen Bestandteil ihrer Hochschulkultur zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung vom 6.8.2025
Foto: FernUni Hagen
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