Dialog und Engagement: Dorett Funcke verstärkt Wissenstransfer an der FernUniversität
Prof. Dr. Dorett Funcke setzt an der FernUniversität in Hagen ihre Arbeit mit der Ernsting Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie fort und unterstreicht damit das Zusammenspiel von Forschung, offener Wissensvermittlung und gesellschaftlichem Austausch. Die Förderung der soziologischen Lehre und der Wissenstransfer in die Gesellschaft stehen im Zentrum ihrer Tätigkeit, die bundesweit Impulse für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit setzt.
Laut Funcke bestehe der Kern universitärer Lehre im engen Kontakt zu den Studierenden. Die Hochschule verstehe sich nach ihren Aussagen als Anbieter alternativer Bildungswege und fühle sich daher besonders den Lernenden verpflichtet. Als wichtigsten Auftrag sieht sie, Erkenntnisse aus der Forschung nicht nur an Studierende, sondern auch an die Gesellschaft weiterzugeben. Gleichzeitig profitiere sie selbst kontinuierlich von den Rückmeldungen und Erfahrungen, die aus dem gesellschaftlichen Dialog entstünden.
Die Ernsting Kunst- und Kulturstiftung unterstützt die Professur seit Anfang 2025 finanziell. Der Rektor der FernUniversität, Prof. Dr. Stefan Stürmer, äußerte im Februar anlässlich der Vertragsunterzeichnung seine Dankbarkeit für die großzügige Förderung und verwies darauf, dass das Unternehmen Ernsting’s family die soziologische Forschung in Hagen bereits seit 2007 begleite.
Dieses Engagement zeigt Auswirkungen nicht nur am Sitz der FernUni, sondern auch vor Ort in Coesfeld, wo die BürgerUniversität regelmäßige Vortragsreihen für die lokale Bevölkerung anbietet. Das Erfolgsrezept dieses Formats sieht Funcke im offenen Austausch und in der aktiven Beteiligung unterschiedlichster Zielgruppen. Zudem werden viele dieser Veranstaltungen digital zugänglich gemacht.
In Hagen engagiert sich Funcke darüber hinaus in der Kooperation zwischen Stadt und Universität, etwa im Bereich des Kinderschutzes und durch die Beteiligung an der JugendUni. Funcke betont, dass die Soziologie immer nah an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen arbeiten müsse – insbesondere in der Bildungsarbeit mit jungen Menschen.
Inhaltlich wendet sich Funcke nach langjähriger Beschäftigung mit Familiensoziologie nun verstärkt der Professionssoziologie zu. Hintergrund ist die Zusammensetzung der Studierendenschaft, die sich häufig aus Angehörigen sozialpädagogischer, medizinischer, juristischer oder seelsorgerischer Berufe rekrutiere. Das neu eingerichtete Bachelormodul zur Professionssoziologie finde bei den Studierenden breiten Anklang. Auch im weiterbildenden Zertifikatsstudium zum Kinderschutz spiele professionssoziologisches Wissen eine zentrale Rolle.
Zur Vertiefung der Forschung baut Funcke ein Kolleg auf, in dem Mitglieder ihres Teams Themen wie das Entscheidungshandeln von Familienrichter:innen oder professionsspezifische Herausforderungen in der Transgender-Medizin bearbeiten. Sie selbst untersucht, wie professionelle Akteure etwa in der Reproduktionsmedizin handeln. Eine von ihr organisierte Tagung zu diesem Thema habe 2023 bereits stattgefunden, heißt es.
Trotz der neuen Schwerpunktsetzung bleibt die Familiensoziologie weiterhin integraler Bestandteil des Lehrgebiets. Funcke betont die enge Verflechtung beider Forschungsrichtungen und verweist auf die anhaltenden Aktivitäten des Netzwerks Qualitative Familienforschung. Besonders erfreulich wertet sie dabei den zunehmenden internationalen Austausch und betreut derzeit beispielsweise eine Promotion zur Familiensituation in Indien.
Mit Blick auf die intensive Unterstützung durch die Ernsting Stiftung blickt Funcke optimistisch auf die kommenden Jahre und betont, dass vielfältige gesellschaftliche Herausforderungen bestünden, bei denen Engagement und wissenschaftlicher Beitrag gefragt seien.
Quelle: FernUni vom 25.6.2025
Foto: FernUniversität Hagen (Rektor Prof. Stefan Stürmer (li.) und KSW-Dekan Prof. Michael Stoiber gratulierten Prof. Dorett Funcke zur Fortführung ihrer Arbeit)
Veröffentlicht am 25.06.2025 10:23 von Christian Wolf