Archiv „Deutsches Gedächtnis“ der FernUni Hagen erhält Status als Forschungsdatenzentrum
Das Archiv „Deutsches Gedächtnis“ an der FernUniversität in Hagen ist vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten offiziell als Forschungsdatenzentrum akkreditiert worden. Das Archiv, das seit den 1980er-Jahren am Institut für Geschichte und Biographie der FernUni aufgebaut wird, stellt umfangreiche Oral-History-Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für die Forschung bereit. Die Anerkennung als Forschungsdatenzentrum unterstreicht die wachsende Bedeutung von Forschungsdaten in den Geistes- und Sozialwissenschaften und stärkt das Profil der FernUniversität als digitale „DatenUni“.
Das Archiv bewahrt rund 4.000 Interviews in Form von Film- und Tondokumenten sowie über 1.000 Autobiografien, Tagebücher und Briefsammlungen auf. Die Sammlung entstand im Rahmen der zeitgeschichtlichen Forschung des Instituts und wurde auch durch Material aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen ergänzt. Im Zentrum der Oral History steht die Erfassung subjektiver Erfahrungen und Erinnerungen, die als Quellen für die historische Forschung dienen.
Mit der Akkreditierung wird das Archiv Teil eines deutschlandweiten Netzwerks von derzeit 39 Forschungsdatenzentren, die sensible qualitative und quantitative Daten datenschutzkonform für die Wissenschaft bereitstellen. Für Forschende und Studierende bedeutet dies einen erleichterten Zugang zu umfangreichen Quellenbeständen, die beispielsweise für Abschluss- oder Seminararbeiten genutzt werden können.
Das Institut setzt auf moderne Technologien wie automatische Spracherkennung und KI-gestützte Werkzeuge, um die Sichtung und Auswertung der historischen Quellen effizienter zu gestalten. Über die Plattform „oral-history.digital“ sind bereits mehr als 1.500 Interviews online zugänglich, was die Nachfrage nach den Archivinhalten weiter erhöht. Der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen personenbezogenen Daten bleibt dabei ein zentrales Anliegen des Archivs.
Die Entwicklung unterstreicht die Rolle der FernUniversität in Hagen als Vorreiterin bei der Digitalisierung von Forschungsinfrastrukturen und dem offenen Zugang zu wissenschaftlichen Daten. Die Integration in das Netzwerk der Forschungsdatenzentren stärkt nicht nur die Sichtbarkeit der Hochschule, sondern bietet auch neue Möglichkeiten für Forschung und Lehre im Bereich der Geschichtswissenschaft und darüber hinaus.
Quelle: Pressemitteilung vom 15.01.2026
Foto: Fernuniversität Hagen
Veröffentlicht am 18.01.2026 08:45 von Christian Wolf