01.09.2025

Architekturideen für Stuttgart: IU-Studierende zeigen innovative Entwürfe für neues Kulturhaus

Studierende der IU Internationalen Hochschule haben vielseitige Konzepte für ein künftiges „Haus der Architektur“ in Stuttgart vorgelegt und im Rahmen eines Wettbewerbs präsentiert. Eine Fachjury zeichnete die besten Arbeiten von Bachelorstudierenden verschiedener Standorte mit Preisen aus und würdigte die Impulse für die städtebauliche Entwicklung in der Landeshauptstadt.

Im Zentrum des Projekts stand die Aufgabe, Ideen für einen neuen Ort der Baukultur in Stuttgart zu entwickeln, der an das Wirken des verstorbenen Architekten Roland Ostertag anknüpft. Sein privates Architekturmuseum war über viele Jahre Treffpunkt für Architekten und Architekturinteressierte. Die Abschlussarbeiten der IU-Studierenden nehmen die Ostertag-Tradition auf und übertragen den Charakter seines Museums an einen neuen, zentralen Standort – die sogenannte Kulturmeile entlang der Konrad-Adenauer-Straße.

Das Wettbewerbsgelände liegt an der Urbanstraße hinter der Staatsgalerie und in direkter Nachbarschaft zur John Cranko Schule. Dort steht ein bisher wenig genutzter, terrassierter Grünraum zur Verfügung, dessen Lage zwischen Kulturinstitutionen und Wohngebiet eine besondere Herausforderung darstellte. Die Jury, bestehend aus dem Architekten Michael Ragaller, Petra Stephan (Chefredakteurin AIT) und Benedikt Bosch (Yonder – Architektur und Design), bewertete insgesamt die Einbindung in das Quartier, den architektonischen Ausdruck und die Offenheit der Entwürfe für gesellschaftlichen Austausch.

Der erste Preis ging an Justin Guevarra (Campus Hamburg), dessen Beitrag sich durch ein klares städtebauliches Konzept auszeichnet. Der Entwurf strukturiert das Grundstück und setzt das Stuttgarter Stadtmodell von Ostertag zentral in Szene. Marco Mota Benitez (Campus Stuttgart) erhielt den zweiten Preis für einen reduzierten Ansatz, der das Erlebnis von Architektur in den Mittelpunkt rückt. Jonas Eckardt (ebenfalls Stuttgart) überzeugte mit einem Konzept, das räumliche Bewegungsmuster aufgreift und die spezifische Geländestruktur nutzt. Eine besondere Anerkennung sprach die Jury Jan Silas Jansen (Stuttgart) für das nachhaltige, pavillonartige Ausstellungskonzept aus, das den Zugang zur Baukultur niedrigschwellig gestaltet.

Professor Uwe Bresan von der IU hob hervor, dass die Studierenden reale Problemstellungen mit kreativen Lösungen adressierten und sich dabei intensiv mit städtebaulichen wie gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Zwar bestehen die Entwürfe aktuell nur auf dem Papier, doch sollen sie den politischen Diskurs um das Ostertag-Erbe und die Entwicklung der Kulturmeile bereichern.

Hintergrund: Roland Ostertag (1931-2018) betrieb in den letzten Lebensjahren ein kleines Architekturmuseum im Stuttgarter Höhenstadtteil. Nach seinem Tod wurden das berühmte Stadtmodell und die Ausstellung gelagert. Mit einem neuen „Haus der Architektur“ soll ein dauerhafter öffentlicher Diskussionsraum geschaffen werden, der die wechselhafte Stadtentwicklung reflektiert und für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.09.2025
Fotos: IU Internationale Hochschule
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