25.06.2025 👏1

Arbeitsdruck statt Erholung: IU-Studie beleuchtet wachsende Freizeitkrankheit bei Beschäftigten

Eine aktuelle repräsentative Studie der IU Internationalen Hochschule hat die Ursachen und Folgen der sogenannten Leisure Sickness bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beruflicher Stress, ständige Erreichbarkeit und mangelhafte Erholung maßgeblich dazu beitragen, dass sich viele Beschäftigte gerade in ihrer Freizeit erschöpft oder krank fühlen.

Laut Angaben der IU-Studie verspüren nicht wenige Erwerbstätige Anzeichen von Leisure Sickness, einer Freizeitkrankheit, die insbesondere nach intensiven Arbeitsphasen auftritt. Experten wie Prof. Dr. Stefanie André, Professorin für Gesundheitsmanagement an der IU, führen dieses Phänomen auf Stress im Arbeitskontext zurück, der etwa durch hohen Arbeitsdruck, unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen oder unklare Aufgabenverteilung begünstigt werde.

Konkret hätten 33,7 Prozent der Befragten angegeben, unter großem Arbeitsdruck zu stehen, während 30 Prozent mangelnde Unterstützung im Arbeitsumfeld monierten. Unklare Aufgabenverteilung und Aufgabenstellungen nannten 23,4 beziehungsweise 20,8 Prozent der Studienteilnehmenden als weitere Probleme. Auch eine ungünstige Work-Life-Balance (21,9 Prozent) und lange Arbeitsstunden (17,3 Prozent) wurden häufig als belastend genannt.

Die Studie ergab zudem, dass 46,4 Prozent der Befragten einen hohen Arbeitsdruck empfänden, mit dem sie jedoch überwiegend zurechtkämen. 9,2 Prozent fühlten sich durch eine sehr hohe Belastung hingegen überfordert. Lediglich 39,9 Prozent empfinden ihre Arbeitsbelastung als gleichmäßig verteilt und gut handhabbar.

Ein zentraler Belastungsfaktor sei die ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (54,4 Prozent) gab laut Untersuchung an, dass dies die Erholung beeinträchtige. Besonders ausgeprägt sei das Gefühl der Erreichbarkeitsverpflichtung bei jüngeren Beschäftigten: Während im Durchschnitt 33,5 Prozent der Befragten angaben, sich auch in ihrer Freizeit dienstlich erreichbar halten zu müssen, lag der Wert bei den unter 25-Jährigen bei 42,6 Prozent.

Trotz erlebten Stresses prüfen 47,4 Prozent der Befragten auch außerhalb der regulären Arbeitszeit dienstliche E-Mails oder Nachrichten, 36,7 Prozent tun dies laut Studie sogar im Urlaub. Des Weiteren zeigten sich Überstunden als normal: 80,6 Prozent der Befragten leisten diese regelmäßig, wobei zwei von fünf wöchentlich bis zu zwei zusätzliche Arbeitsstunden und mehr als ein Drittel sogar drei Stunden oder mehr erbringen.

Prof. Dr. Stefanie André erklärte, die Ergebnisse würden einen Zusammenhang zwischen ständiger Erreichbarkeit, hoher Arbeitslast und mangelnder Erholung zeigen. Diese Faktoren stellten deutliche Risikofaktoren für Krankheitssymptome an arbeitsfreien Tagen dar. Besonders jüngere Beschäftigte empfänden einen erhöhten Druck zur Erreichbarkeit – mit negativen Auswirkungen auf ihre Erholung.

Nach Ansicht der Expertin könnten Unternehmen einen Beitrag leisten, indem sie ihre Mitarbeitenden etwa zu Bewegungspausen oder gezielten Entspannungsphasen im Arbeitsalltag ermutigten. André betonte, dass vor allem eine ausgewogene und sinnvolle Freizeitgestaltung das Risiko für Leisure Sickness deutlich senken könne. Wer sich nach einer stressigen Woche ausschließlich passiv erhole, beispielsweise durch Fernsehen, habe hingegen ein erhöhtes Risiko, an freien Tagen Symptome wie Erschöpfung oder Kopfschmerzen zu entwickeln.

Quelle: Pressemitteilung vom 24.6.2025
Fotos: IU Internationale Hochschule (oben: Prof. Dr. Stefanie Andre)
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Aktualisiert: 26.06.2025 08:17