25.03.2025

95.000 Studienabschlüsse ohne Abitur – CHE fordert mehr Transparenz beim Hochschulzugang

Seit der Einführung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte im Jahr 2009 haben rund 95.000 Personen in Deutschland ein Studium ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife erfolgreich abgeschlossen. Das zeigt der aktuelle Monitoringbericht „CHECK – Studieren ohne Abitur 2025“ des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, veröffentlicht am 25. März 2025.

Im Jahr 2023 waren laut Statistischem Bundesamt 68.969 Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung an deutschen Hochschulen eingeschrieben – ein Anteil von 2,4 Prozent an der Gesamtstudierendenzahl. Etwa 9.500 von ihnen schlossen im Berichtsjahr ihr Studium ab, die Mehrheit im Bachelorbereich. Ein Masterabschluss bleibt bislang eher die Ausnahme.

Rund 12.700 Personen begannen 2023 ein Studium ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, was einem Anteil von 2,6 Prozent an allen Erstsemestern entspricht. Auffällig ist, dass diese Gruppe im Durchschnitt älter ist: Das Einstiegsalter liegt bei 33,2 Jahren. Fast 39 Prozent der Erstsemester sind älter als 30 Jahre, jede fünfte Studienanfängerin ist über 40 Jahre alt.

Laut Sigrun Nickel, Leiterin Hochschulforschung beim CHE, bleibt die Zahl der beruflich qualifizierten Studierenden „erfreulicherweise konstant hoch“. Zugleich betont sie den Reformbedarf: „Studieninteressierte brauchen mehr Transparenz und verlässliche Informationen, damit sie ihren Weg ins Studium finden können – unabhängig vom Wohnort.“

Denn zwischen den Bundesländern bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede in den Zugangsvoraussetzungen. So variieren etwa Anforderungen an die Berufserfahrung, Regelungen zur Eignungsprüfung oder die Möglichkeit eines Probestudiums deutlich. Die im März 2025 vom CHE veröffentlichte Übersicht zeigt, dass beispielsweise in Thüringen, Hamburg und Bremen die höchsten Anteile an Studienanfängerinnen und -anfängern ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung verzeichnet werden. Thüringen liegt mit 6,5 Prozent an der Spitze, Hamburg folgt mit 3,8 Prozent, Bremen mit 3,7 Prozent.

Besonders nachgefragt ist das Studium ohne Abitur an privaten Hochschulen. Die IU Internationale Hochschule verzeichnet mit 12.000 die meisten Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, gefolgt von der staatlichen FernUniversität in Hagen mit 5.500. Beide Einrichtungen führen auch bei den Studienabschlüssen.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.03.2025
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