24.09.2026

20 Jahre Graduate School Rhein-Neckar: Führungskompetenz im Wandel der KI-Arbeitswelt

Am 18. September 2026 feierte die Graduate School Rhein-Neckar (GSRN) ihr 20-jähriges Bestehen und stellte dabei die Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Rund 80 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden diskutierten in Ludwigshafen, wie Führungskräfte künftig menschliche und künstliche Intelligenz sinnvoll verbinden können.

Im Zentrum der Jubiläumsveranstaltung stand eine Expertenrunde zu den Auswirkungen von KI auf Führung und Beschäftigung. Jutta Rump, Professorin für Personalmanagement, betonte, dass die fortschreitende Digitalisierung zahlreiche Effekte auf den Arbeitsmarkt auslöst: Während KI Standardprozesse übernimmt und damit Berufseinsteiger aus einfachen Tätigkeiten verdrängt, steigt die Nachfrage nach erfahrenen Fachkräften, die Verantwortung, Entscheidung und Koordination übernehmen können. Acht zentrale Kompetenzen der menschlichen Intelligenz sieht sie als Schlüssel für Führungskräfte, um Effizienz und Menschlichkeit in Balance zu halten und Orientierung im Wandel zu geben.

Wirtschaftspsychologe Oliver Hoffmann hob hervor, dass die Fähigkeit zur Beurteilung und der bewusste Umgang mit psychischen Ressourcen künftig an Bedeutung gewinnen. Die Informationsflut durch KI erfordere es, gezielt zu entscheiden, wo menschliche Urteilskraft eingesetzt wird. Führung werde zunehmend zu einer Aufgabe, die psychologische Sicherheit schafft und Raum für eigenständige Entscheidungen lässt.

Die GSRN wurde vor 20 Jahren von den Hochschulen Mannheim und Ludwigshafen gegründet, um Weiterbildungen eng an den Anforderungen der Praxis auszurichten. Präsident Gunther Piller verwies darauf, dass das Land Rheinland-Pfalz mit der Öffnung weiterbildender Masterstudiengänge für beruflich Qualifizierte die Durchlässigkeit im Bildungssystem gestärkt hat. Das zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund unterstützt die Organisation der MBA-Programme als langjähriger Kooperationspartner.

Stefan Lacher, Studiengangleiter für Digitalisierung und Innovation, sieht die Graduate School Rhein-Neckar als Ort des gegenseitigen Lernens zwischen Lehrenden und berufserfahrenen Studierenden. Besonders prägend sei für viele Absolventinnen und Absolventen die Erfahrung, nach dem Abschluss mit neuen Kompetenzen und erweitertem Verantwortungsbewusstsein in den Beruf zurückzukehren.

Die Veranstaltung unterstrich, dass die Verbindung von wissenschaftlicher Weiterbildung und Praxisnähe ein wichtiger Faktor für die Fachkräftesicherung in der Region bleibt. Für Führungskräfte und Berufstätige, die sich auf die Herausforderungen der KI-basierten Arbeitswelt vorbereiten wollen, gewinnen Angebote im Bereich Digitalisierung und Leadership weiter an Bedeutung.

Kritisches Denken und Reflexionsfähigkeit gelten laut aktuellen Studien als Schlüsselfaktoren für nachhaltigen Erfolg im digitalen Wandel.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.09.2026
Foto: © GSRN
Veröffentlicht am von