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Master of Laws per Fernstudium: Kosten, Karriere und Studiengänge

Der Master of Laws (LL.M.) ist der akademische Weg in die Wirtschaftsjuristik – und einer der wenigen Master, die sich komplett berufsbegleitend per Fernstudium absolvieren lassen. Die Studiengebühren reichen dabei von unter 1.000 € an der FernUni Hagen bis über 14.000 € an privaten Hochschulen. Ob Wirtschaftsrecht, Steuerrecht oder Legal Tech: Dieser Artikel vergleicht alle LL.M.-Fernstudiengänge nach Kosten, Zulassung und Spezialisierung.

Was ist der Master of Laws – und was bringt er?

Der LL.M. ist ein weiterführender akademischer Grad, der auf ein rechtswissenschaftliches oder wirtschaftswissenschaftliches Erststudium aufbaut. Wichtig: Der LL.M. ersetzt kein Staatsexamen. Wer als Rechtsanwältin oder Richter arbeiten will, braucht die Erste und Zweite Juristische Prüfung. Der LL.M. qualifiziert stattdessen für eine Karriere als Wirtschaftsjuristin oder Wirtschaftsjurist – in Rechtsabteilungen, in der Compliance, in Kanzleien oder in der Unternehmensberatung.

Trotzdem dürfen Absolventinnen und Absolventen mit LL.M. in bestimmten Teilbereichen eingeschränkt juristisch beraten – etwa im Arbeitsrecht, Vertragsrecht oder bei Compliance-Fragen. In der Wirtschaft sind diese Spezialisierungen stark gefragt, weil Unternehmen sich gegen Risiken in Bereichen wie Datenschutz, EU-Regulierung oder Produkthaftung absichern müssen.

Alle LL.M.-Fernstudiengänge auf einen Blick

Derzeit kannst du den Master of Laws an mehreren Hochschulen als Fernstudium absolvieren. Die Studiengänge unterscheiden sich deutlich in Schwerpunkt, Dauer und Kosten. Von klassischer Rechtswissenschaft über Wirtschaftsrecht bis hin zu Legal Tech ist das Spektrum breit:

LL.M.-Fernstudiengänge im Vergleich
StudiengangHochschuleStudiendauerKosten

Fernstudiengang
3 Semesterab 977 € insgesamt

Fernstudiengang
4 Semesterab 6662 € insgesamt

Fernstudiengang
5 Semesterab 6875 € insgesamt

Fernstudiengang
3 Semesterab 8694 € insgesamt
ab 483 € monatlich

Fernstudiengang
2 Semesterab 9547 € insgesamt
ab 449 € monatlich

Fernstudiengang
5 Semesterab 10795 € insgesamt
ab 207 € monatlich

Fernstudiengang
4 Semesterab 11148 € insgesamt

Fernstudiengang
4 Semesterab 11800 € insgesamt

Fernstudiengang
4 Semesterab 11880 € insgesamt
ab 495 € monatlich

Berufsbegleitender Studiengang
4 Semesterab 12300 € insgesamt
ab 410 € monatlich

Fernstudiengang
4 Semesterab 12775 € insgesamt
ab 299 € monatlich

Berufsbegleitendes Fernstudium
5 Semesterab 14700 € insgesamt

Die meisten Studiengänge tragen den Titel „Wirtschaftsrecht" und bereiten auf eine Karriere an der Schnittstelle von Recht und Wirtschaft vor. Spezialisierte Programme wie Vertragsrecht (IU), Steuerrecht (HS Schmalkalden) oder Legal Tech (Hochschule Wismar) richten sich an Berufstätige, die gezielt Expertise in einem Rechtsgebiet aufbauen wollen.

Was kostet ein LL.M. im Fernstudium?

Die Preisspanne ist enorm: An der FernUni Hagen zahlst du für den gesamten Master unter 1.000 €. Private Hochschulen liegen zwischen 6.600 € und knapp 15.000 €. Die monatliche Belastung variiert dadurch stark – von rund 50 € bis über 490 €.

Studienkosten im Vergleich
StudiengangHochschuleKosten

Fernstudiengang
ab 977 € insgesamt
ab 197 € Semesterbeitrag

Fernstudiengang
ab 6662 € insgesamt

Fernstudiengang
ab 6875 € insgesamt
ab 1375 € Semesterbeitrag

Fernstudiengang
ab 8694 € insgesamt
ab 483 € monatlich

Fernstudiengang
ab 9547 € insgesamt
ab 449 € monatlich

Fernstudiengang
ab 10795 € insgesamt
ab 207 € monatlich

Fernstudiengang
ab 11148 € insgesamt
ab 2787 € Semesterbeitrag

Fernstudiengang
ab 11800 € insgesamt
ab 2950 € Semesterbeitrag

Fernstudiengang
ab 11880 € insgesamt
ab 495 € monatlich

Berufsbegleitender Studiengang
ab 12300 € insgesamt
ab 410 € monatlich

Fernstudiengang
ab 12775 € insgesamt
ab 299 € monatlich

Berufsbegleitendes Fernstudium
ab 14700 € insgesamt
ab 2940 € Semesterbeitrag

Neben den Studiengebühren können weitere Kosten anfallen:

  • Präsenzseminare: Fahrt- und Übernachtungskosten (je nach Hochschule 2–6 Termine pro Jahr)
  • Prüfungsgebühren: An einigen Hochschulen separat berechnet
  • Zusatzliteratur und Fachdatenbanken
  • Verlängerungsgebühren bei Überschreitung der Regelstudienzeit

Zulassungsvoraussetzungen: Wer kann den LL.M. studieren?

Die Zugangsvoraussetzungen variieren stark. An der FernUni Hagen brauchst du ein juristisches Erststudium mit mindestens 210 ECTS. Andere Hochschulen sind offener – an der RPTU Kaiserslautern-Landau reicht ein Bachelorabschluss beliebiger Fachrichtung plus Berufserfahrung.

Drei typische Wege in den LL.M.

  • Juristinnen und Juristen: Mit LL.B. oder Erstem Staatsexamen stehen dir alle Programme offen – auch der forschungsorientierte Master an der FernUni Hagen.
  • BWL-Absolventinnen und -Absolventen: Die meisten Wirtschaftsrecht-Programme akzeptieren wirtschaftswissenschaftliche Erstabschlüsse. An der PFH Göttingen werden mindestens 50 ECTS in juristischen Modulen vorausgesetzt.
  • Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger: An der RPTU und der HWR Berlin kannst du auch ohne juristisches Erststudium einsteigen – teilweise sogar ohne Bachelorabschluss, wenn du mehrjährige Berufserfahrung und eine Eignungsprüfung nachweist.
StudiengangHochschuleVoraussetzungen
Rechtswissenschaft FernUni Hagen LL.B. oder Erstes Staatsexamen, mind. 210 ECTS (120 davon rechtswissenschaftlich)
Wirtschaftsrecht für die Unternehmenspraxis RPTU Kaiserslautern-Landau Abgeschlossenes Studium jeder Fachrichtung (außer Volljuristen), mind. 1 Jahr Berufserfahrung
Wirtschaftsrecht IU Internationale Hochschule Bachelor (180 ECTS) in Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften oder vergleichbar
Wirtschaftsrecht Euro-FH Erststudium in Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften, mind. 180 ECTS
Betreuung/Vormundschaft/Pflegschaft HWR Berlin Abgeschlossenes Studium (Recht, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften), 1 Jahr Berufserfahrung
Legal Tech Hochschule Wismar Erster Hochschulabschluss in Rechts-, Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften

Wirtschaftsrecht, Legal Tech oder Rechtswissenschaft – welche Richtung passt?

Die LL.M.-Fernstudiengänge lassen sich grob in drei Richtungen einteilen. Je nach Karriereziel und Vorbildung passt eine andere Spezialisierung.

Wirtschaftsrecht: Der Klassiker

Die Mehrheit der LL.M.-Programme trägt den Titel „Wirtschaftsrecht" – mit gutem Grund. Unternehmen brauchen Fachleute, die sowohl juristische als auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen. Typische Studieninhalte sind Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Compliance. Programme wie die der IU, Euro-FH oder DIPLOMA Hochschule sind praxisorientiert aufgebaut und ermöglichen den direkten Einstieg in Wirtschaftskanzleien oder Unternehmensrechtsabteilungen.

Legal Tech und KI im Recht: Die Zukunftsrichtung

Legal Tech ist das am schnellsten wachsende Segment im juristischen Berufsfeld. Der LL.M. Legal Tech an der Hochschule Wismar (WINGS) deckt Themen wie Smart Contracts, KI-gestützte Vertragsanalyse und Blockchain-Anwendungen im Recht ab. Seit dem Inkrafttreten des EU AI Acts wächst der Bedarf an Fachleuten, die technologische und regulatorische Kompetenz verbinden. Wer heute in Legal Tech investiert, positioniert sich für Rollen in der Rechtsabteilung, die es vor fünf Jahren noch nicht gab.

Klassische Rechtswissenschaft: Der akademische Weg

Den Master in Rechtswissenschaft im Fernstudium bietet ausschließlich die FernUni Hagen an. Der Studiengang ist theoretischer aufgebaut als die Wirtschaftsrecht-Programme und behandelt Rechtstheorie, Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie. Er richtet sich an Absolventinnen und Absolventen, die eine wissenschaftliche Vertiefung suchen – etwa als Vorbereitung auf eine Promotion oder für eine Karriere in der Forschung.

Gehalt und Karriere als Wirtschaftsjurist mit LL.M.

Der Gehaltssprung zwischen LL.B. und LL.M. liegt laut gehalt.de bei rund 11 %. Konkret bedeutet das:

ErfahrungJahresgehalt (brutto)
Einstieg (LL.B.) ca. 45.000 – 46.000 €
Einstieg (LL.M.) ca. 50.000 – 52.000 €
3 Jahre Berufserfahrung ca. 64.000 €
9+ Jahre Berufserfahrung ca. 93.000 €
Großunternehmen (20.000+ Mitarbeitende) ca. 99.000 €

Die Berufsfelder für Wirtschaftsjuristinnen und -juristen sind breit gefächert:

  • Rechtsabteilungen: Vertragsgestaltung, arbeitsrechtliche Beratung, Compliance-Management in mittelständischen und großen Unternehmen
  • Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung: Juristische Expertise in Kanzleien und Beratungsgesellschaften
  • Banken und Versicherungen: Regulatorik, Risikomanagement, Produkthaftung
  • Legal Tech: Digitalisierung juristischer Prozesse, KI-gestützte Vertragsanalyse, Compliance-Automatisierung

Der Arbeitsmarkt spielt Absolventinnen und Absolventen aktuell in die Hände: Der Fachkräftemangel bei Juristinnen und Juristen verschärft sich laut Legal Tribune Online weiter. Besonders gesucht sind Spezialistinnen und Spezialisten in Compliance, Datenschutz und Regulierung – genau die Felder, auf die ein LL.M. in Wirtschaftsrecht vorbereitet.

Weg zum Staatsexamen: Geht das per Fernstudium?

Wirtschaftsjuristinnen und -juristen arbeiten häufig in Rechtsabteilungen, Compliance oder Unternehmensberatung

Ja – aber nur über die FernUni Hagen, und der Weg ist lang. Wer als Rechtsanwältin oder Richter zugelassen werden will, braucht die Zweite Juristische Prüfung (das „große Staatsexamen"). Per Fernstudium funktioniert das so:

  • Schritt 1: Bachelor of Laws (LL.B.) an der FernUni Hagen – nicht Wirtschaftsrecht, sondern Rechtswissenschaft
  • Schritt 2: Erste Juristische Prüfung (EJP) über das EJP-Programm der FernUni
  • Schritt 3: Zweijähriges Rechtsreferendariat (Praxisphase)
  • Schritt 4: Zweite Juristische Prüfung (Großes Staatsexamen)

Das ist ein realistischer, aber zeitintensiver Weg. Vom Studienbeginn bis zur Anwaltszulassung vergehen in der Regel mindestens 7–8 Jahre. Die FernUni Hagen ist die einzige Hochschule, die diesen Weg per Fernstudium ermöglicht.

Häufige Fragen zum LL.M. im Fernstudium

Die Regelstudienzeit liegt je nach Programm zwischen 2 und 5 Semestern. An der FernUni Hagen sind es 3 Semester, an den meisten privaten Hochschulen 4 Semester. Viele Anbieter erlauben eine kostenlose Verlängerung um 1–2 Semester.

Ja, bei mehreren Hochschulen. Die RPTU Kaiserslautern-Landau akzeptiert Absolventinnen und Absolventen jeder Fachrichtung (mit Berufserfahrung). Auch die HWR Berlin und die IU setzen kein juristisches Erststudium zwingend voraus. An der FernUni Hagen brauchst du dagegen einen LL.B. oder ein Erstes Staatsexamen.

Ja. Alle hier aufgeführten Studiengänge sind staatlich anerkannt und akkreditiert. Der Abschluss „Master of Laws" ist identisch – unabhängig davon, ob du in Präsenz oder per Fernstudium studiert hast. Für Arbeitgeber zählt die Akkreditierung der Hochschule, nicht die Studienform.

Der LL.M. (Master of Laws) vertieft juristische Kompetenz – Wirtschaftsrecht, Compliance, Vertragsgestaltung. Der MBA (Master of Business Administration) ist ein generalistischer Management-Abschluss. Wer in einer Rechtsabteilung oder als Wirtschaftsjurist arbeiten will, wählt den LL.M. Wer ins allgemeine Management strebt, ist mit dem MBA besser beraten.

Nein, nicht als Volljurist. Für die Zulassung als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt brauchst du die Erste und Zweite Juristische Prüfung (Staatsexamen). Der LL.M. berechtigt aber zur eingeschränkten Rechtsberatung in bestimmten Bereichen und qualifiziert für Karrieren als Wirtschaftsjurist.

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