Mein Fernstudium beim ILS: Erfahrungen aus 3 Fernlehrgängen
Drei verschiedene Fernlehrgänge bei einem Anbieter über sechs Jahre – Fernabitur, Personalfachkauffrau IHK, Staatlich geprüfte Betriebswirtin. Keiner war perfekt, aber zusammen haben sie meinen beruflichen Weg geprägt. Hier ist die ehrliche Bilanz: Was beim ILS funktioniert hat, was nicht, und was du aus meiner Erfahrung mitnehmen kannst, bevor du dich selbst einschreibst.
- Das Wichtigste in Kürze
- Wie es zu drei Fernlehrgängen beim ILS kam
- Fernabitur am ILS – was gut lief, was nicht
- Personalfachkauffrau IHK am ILS – der reibungsärmste Lehrgang
- Staatlich geprüfte Betriebswirtin am ILS – mein bester ILS-Kurs
- Was bringen drei ILS-Lehrgänge im Rückblick?
- ILS heute – was sich seit meinen Lehrgängen verändert hat
- Häufige Fragen zu ILS-Fernlehrgängen
- Kommentare
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Fernlehrgänge in sechs Jahren beim ILS – Fernabitur, Personalfachkauffrau IHK und Staatlich geprüfte Betriebswirtin.
- Fernabitur: durchwachsen – Stoff teils veraltet, Betreuung schwach, Prüfungserfolg trotzdem geschafft.
- Personalfachkauffrau IHK: sehr gut, ein Fauxpas in der mündlichen Prüfung kostete den ersten Anlauf.
- Staatlich geprüfte Betriebswirtin: uneingeschränkte Empfehlung – Stoff aktuell, Betreuung gut, Seminare passgenau.
- Karriere: Kein Raketenstart, aber die Kombination aus Praxis und Abschlüssen hat Profil und Verhandlungsposition gestärkt.
Wie es zu drei Fernlehrgängen beim ILS kam
Der Grundstein wurde bei mir schon in der Grundschule gelegt: Ich wollte aufs Gymnasium, meine Eltern waren dagegen. Ich besuchte die Realschule, machte dort einen sehr guten Abschluss und begann eine Berufsausbildung. Das fehlende Abitur hat mich aber nicht losgelassen – auch wenn ich damals keinen konkreten Studienwunsch hatte.
In der Familie fiel die Entscheidung, dass ich das Abitur nachholen sollte. Da ich noch in der Ausbildung steckte, wurde ich kurzerhand für den Fernlehrgang Abitur am ILS angemeldet, weil sich das gut mit der täglichen Arbeit vereinbaren ließ. Ich war 16. Den Vertrag unterschrieben damals noch meine Eltern.
Voller Motivation gestartet, geriet der Lehrgang nach etwa einem Jahr ins Stocken: Die Ausbildung beanspruchte meinen Kopf, der Stoff wurde schwieriger, ich ließ das Fernabi schleifen. Nach der Ausbildung wechselte ich die Stelle und rutschte durch Zufall ins Personalwesen. Da der Bereich in der Berufsschule nur kurz Thema war, brauchte ich eine Weiterbildung – und entschied mich erneut für einen Fernlehrgang, diesmal zur Personalfachkauffrau IHK. Das ging schnell, motivierte mich und brachte mich auch dazu, mein liegengebliebenes Fernabitur wieder anzupacken. Beides schloss ich nahezu parallel ab.
Im Jahr darauf folgte noch der Staatlich geprüfte Betriebswirt – jetzt war ich ja schon mal dabei. Dass alle drei Lehrgänge beim ILS landeten, war übrigens keine bewusste Anbieter-Treue, sondern Pragmatismus: Als Bestandskunde gibt es Rabatt auf die monatlichen Studiengebühren. Den Vergleich mit anderen Fernschulen habe ich für die zwei Folgekurse nicht ernsthaft gemacht – im Rückblick wäre das die ehrlichere Entscheidung gewesen.
Fernabitur am ILS – was gut lief, was nicht
Beim Fernabitur am ILS gab es aus meiner Sicht einiges zu bemängeln, und meine Erfahrung deckt sich mit dem, was ich in den Kommentaren unter diesem Artikel über die Jahre immer wieder lese.
- Die Betreuung durch die Fernlehrer war schwach – Antwortzeiten von sechs bis acht Wochen auf Fachfragen waren keine Seltenheit.
- Im Studienservice gab es kaum interne Absprachen. Auf Fragen zu Organisation und Ablauf bekam ich häufig widersprüchliche Aussagen.
- In Seminaren wurden uns falsche Angaben dazu gemacht, welche Themen prüfungsrelevant waren – mit entsprechendem Ergebnis bei den Prüfungen.
- Die Lehrhefte waren teils veraltet und vom Umfang her unzureichend. Wer nur damit gelernt hat, war auf die Prüfungen nicht vollständig vorbereitet.
- Die Seminare waren mehr Motivation als Vertiefung – im Kern eine lockere Stoffwiederholung.
Insgesamt: Es war okay. Ich habe das Abitur geschafft, aber das war nur teilweise ein Verdienst des ILS. Mein Abschluss liegt mittlerweile rund zehn Jahre zurück; ich hoffe, dass an den Schwächen seither gearbeitet wurde – die jüngeren Erfahrungsberichte aus der ILS-Community zeigen aber, dass insbesondere Betreuungs-Geschwindigkeit und Heft-Qualität weiter Themen sind. Wer einen vertieften Detail-Bericht zum Fernabitur am ILS sucht, findet ihn unter Mein Fernabitur am ILS – was gut lief, was nicht.
Personalfachkauffrau IHK am ILS – der reibungsärmste Lehrgang
Die Weiterbildung zur Personalfachkauffrau IHK lief beim ILS sehr reibungslos. Der Stoff lehnte sich eng am IHK-Lehrplan an, das Wichtigste kam thematisch dran. Die schriftlichen Prüfungen haben hohe Durchfallquoten, aber ich konnte gut mithalten, ohne zusätzlich Fremdliteratur konsultieren zu müssen.
Es gab einen großen Wermutstropfen. Dass ich die mündliche Prüfung im ersten Anlauf nicht bestanden habe, lag nicht an mangelnder Vorbereitung. Im Prüfungsvorbereitungsseminar wurden mit uns Themen für die Präsentation in der mündlichen Prüfung ausgewählt, die nicht mit dem IHK-Lehrplan konformgingen. Das war eine klare Falschinformation seitens des ILS. Die Prüfer sagten mir damals, dass ich eine glatte Eins bekommen hätte, wenn die Präsentation nicht eine „Themaverfehlung“ gewesen wäre. Ein halbes Jahr später bin ich mit einem passenden Thema zur Wiederholungsprüfung – und habe die Eins dann tatsächlich bekommen.
Insgesamt: Der Kurs war gut und aktuell, die Betreuung verlässlich. Ohne den Fauxpas mit dem Prüfungsthema würde ich ihn uneingeschränkt empfehlen. Wer aktuell überlegt, sich für die Personalfachkauffrau IHK einzuschreiben, sollte sich beim Prüfungsvorbereitungsseminar nicht blind auf die Themenvorschläge verlassen, sondern selbst gegen den IHK-Lehrplan abgleichen.
Staatlich geprüfte Betriebswirtin am ILS – mein bester ILS-Kurs
Beim Betriebswirt hat alles zusammengepasst. Der Lernstoff war aktuell und gut aufbereitet, ich kam zügig voran. Die Hefte waren strukturiert, die Aufgaben aufeinander abgestimmt, die Lernkurve gut planbar.
Die Seminare kann ich ohne Einschränkung loben. Sie haben sich tatsächlich daran orientiert, womit die Schüler noch Probleme hatten – kein vorgefertigtes Programm, das stur abgespult wurde, sondern echte Bedarfsorientierung. Das Prüfungsvorbereitungsseminar zeigte präzise auf, was wir für die Prüfung können sollten – und mit diesen Vorgaben wurden wir auch nicht enttäuscht. Was im Seminar als prüfungsrelevant markiert war, kam auch in der Prüfung dran.
Die Betreuung war sowohl bei den Hausaufgaben als auch bei organisatorischen Fragen sehr gut. Auch bei der Anfertigung der Abschlussarbeit wurde ich vom Fachlehrer kompetent begleitet.
Insgesamt: Für die Weiterbildung zur Staatlich geprüften Betriebswirtin kann ich das ILS uneingeschränkt empfehlen. Wer eine ausführlichere Einordnung sucht – inklusive dem, was ich rückblickend gut und was ich heute anders machen würde – findet das unter Meine Erfahrungen mit dem Betriebswirt-Fernstudium am ILS.
Was bringen drei ILS-Lehrgänge im Rückblick?
© Freepik
Insgesamt habe ich sechs Jahre lang Fernlehrgänge belegt. Das hat mich viel Zeit, eine Menge Nerven und einen Großteil meines Privatlebens gekostet. Aber: Mit 23 Jahren hatte ich Abitur, Personalfachkauffrau IHK, Staatlich geprüfte Betriebswirtin – plus Berufsausbildung und sechs Jahre Praxis.
Den großen Karrieresprung habe ich nicht gemacht – nicht, weil ich nicht gekonnt hätte, sondern weil mir die Familienplanung dazwischenkam. Meine letzte Festanstellung war Personalreferentin; höherwertige Stellen wären realistisch gewesen. Mit den Kindern kam aber auch eine berufliche Neuorientierung.
Heute bin ich seit über neun Jahren als Onlineredakteurin selbstständig, spezialisiert auf Unternehmensführung, Management, Personalwesen und Recht – Themen, die direkt aus meiner ILS-Trilogie kommen. Was die Abschlüsse heute tatsächlich bringen, ist nicht die hohe Position auf dem Papier, sondern Glaubwürdigkeit bei Kunden, eine bessere Verhandlungsposition und das fachliche Fundament, das ich brauche, um über meine Themen seriös schreiben zu können.
Hätte ich auf eine Karriere als Personalleiterin gezielt, wäre die Kombi aus Praxis und Abschlüssen direkt verwertbar gewesen. Für den Weg, den ich tatsächlich gegangen bin, war es eine andere Art von Kapital. Wie Arbeitgeber Fernstudien-Abschlüsse insgesamt bewerten, hat die forsa-Studie untersucht – Details dazu in meinem Artikel Wie anerkannt ist ein Fernstudium.
ILS heute – was sich seit meinen Lehrgängen verändert hat
Meine Lehrgänge liegen rund zehn Jahre zurück. Das ILS hat sich seitdem weiterentwickelt – einiges davon adressiert die Schwächen, die ich damals erlebt habe, anderes ist neu hinzugekommen.
Der Online-Campus wurde deutlich ausgebaut: Wo damals viele Lehrhefte per Post kamen, sind heute interaktive Module, digitale Einsendungen und Online-Foren der Regelfall. Online-Klausuren sind für viele Module möglich – das hätte mir damals manche Anreise erspart. Das ILS hat zudem eigene KI-Lernhilfen in den Online-Campus integriert.
Was sich nicht geändert hat: Das ILS bleibt in Sachen Marketing aggressiv. Die kritischen Stimmen aus den Kommentaren unter diesem Artikel über die Jahre zeigen, dass der Bestandskunden-Rabatt eher ein Bindungs- als ein Qualitätsargument ist. Wer einen Lehrgang plant, sollte sich von einem Rabatt nicht zur Anbieterwahl drängen lassen.
Mein heutiger Rat vor einer ILS-Einschreibung:
- Probestudium ernsthaft nutzen. Vier Wochen reichen, um Lehrhefte, Lernplattform und Betreuung zu beurteilen.
- Lehrhefte stichprobenartig prüfen, bevor du den Vertrag unterschreibst. Aktualität und Druckqualität sind ein verlässlicher Indikator.
- Lernplattform-Demo durchklicken – die digitale Komponente macht heute einen großen Teil des Lehrgangs aus.
- Bei Vorbereitungsseminaren nicht nur auf interne Themenvorschläge verlassen, sondern den jeweiligen IHK- oder Prüfungslehrplan selbst gegenlesen.
- Den Bestandskunden-Rabatt nicht über die Anbieterwahl entscheiden lassen. Drei oder vier Prozent sparen sich teuer, wenn der zweite Lehrgang inhaltlich nicht passt.
Häufige Fragen zu ILS-Fernlehrgängen
Das hängt vom konkreten Lehrgang ab. Mein Fernabitur am ILS war preislich nicht das beste Angebot am Markt; meine Personalfachkauffrau- und Betriebswirt-Lehrgänge waren ihr Geld wert. Vergleiche vor der Einschreibung mindestens zwei oder drei Anbieter – die Studiengebühren-Spanne im Markt ist groß, und der Lehrgang lebt von Stoff-Qualität, Betreuung und Prüfungserfolgsquote, nicht vom Marketing-Auftritt der Webseite.
Die offiziellen Regelzeiten sind oft sportlich. Mein Fernabitur habe ich nach einer Pause innerhalb von etwa drei Jahren abgeschlossen, die Personalfachkauffrau in einem Jahr, die Betriebswirtin in zwei. Berufstätige sollten realistisch mit 130 bis 150 Prozent der angegebenen Regelstudienzeit rechnen. Das ILS erlaubt großzügige Verlängerungen ohne Aufpreis – das ist einer der echten Vorteile.
Ja, das ist eine Standardpraxis. Wer einen weiteren Lehrgang anschließt, bekommt einen Nachlass auf die monatlichen Gebühren. In meinem Fall war das der pragmatische Grund, beim ILS zu bleiben. Im Rückblick würde ich diese Entscheidung weniger mechanisch treffen – ein paar Prozent Ersparnis sind kein Argument, wenn ein anderer Anbieter inhaltlich besser passt.
Die staatlich geprüften Abschlüsse (Fernabitur, IHK-Lehrgänge wie Personalfachkauffrau, Staatlich geprüfter Betriebswirt) sind formell anerkannt – sie unterscheiden sich rechtlich nicht von einem entsprechenden Abschluss aus Präsenzunterricht. Wie Arbeitgeber Fernstudien insgesamt bewerten, ist eine andere Frage – Details dazu in meinem Artikel zur Anerkennung von Fernstudium-Abschlüssen.
Ja. Beim ILS gilt – wie bei den meisten ZFU-zugelassenen Fernschulen – ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Während der Probezeit (vier Wochen) ist die Kündigung kostenfrei möglich. Danach ist die Kündigung nach den im Vertrag genannten Fristen möglich, die in der Regel sechs Wochen zum Quartalsende oder ähnlich lauten. Vor jeder Einschreibung lohnt es sich, die genauen Kündigungsbedingungen im Vertrag zu prüfen.
Kommentare
mein Abi ist mittlerweile einige Jahre her, mein Abschluss war 2007.
Viele Grüße
Sabine
Wie muss ich mir bei einem Fernstudium die Prüfungen vorstellen?
Fährt man dazu nach Hamburg und schreibt sie da oder reicht man quasi Hausarbeiten ein die als Prüfung gezählt werden?
LG Dana
lies doch mal diese beiden Beiträge, dort steht, wie die Prüfungen in einem Fernlehrgang ablaufen können: