Heilpraktikerprüfung 2026: Ablauf, Voraussetzungen, Durchfallquote & Vorbereitung im Fernstudium
Wer Heilkunde ohne ärztliche Approbation ausüben will, braucht eine Heilpraktikererlaubnis. Viele suchen nach einer Heilpraktiker-Ausbildung und erwarten eine klassische Prüfung am Ende. Tatsächlich geht es um etwas anderes: Die Heilpraktikerprüfung ist keine Abschlussprüfung eines Fernstudiums, sondern eine behördliche Überprüfung.
Dabei wird die Heilpraktikerprüfung oft unterschätzt – nicht unbedingt, weil sie fachlich unlösbar wäre, sondern weil viele mit einem falschen Bild starten. Tatsächlich prüft das Gesundheitsamt vor allem eines: Kannst du Heilkunde ausüben, ohne Patientinnen, Patienten oder die Bevölkerung zu gefährden? Dafür musst du Krankheiten erkennen, Notfälle einschätzen, rechtliche Grenzen kennen und wissen, wann ärztliche Hilfe nötig ist.
- Heilpraktikerprüfung: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Was ist die Heilpraktikerprüfung überhaupt?
- Termine: Wann findet die Heilpraktikerprüfung statt?
- Voraussetzungen: Wer darf zur Heilpraktikerprüfung antreten?
- Ablauf der Heilpraktikerprüfung: So läuft die Überprüfung ab
- Durchfallquote: Wie schwer ist die Heilpraktikerprüfung wirklich?
- Vorbereitung im Fernstudium: Was ein Fernlehrgang leisten kann – und was nicht
- Lernplan: So bereitest du dich realistisch vor
- FAQ: Häufige Fragen zur Heilpraktikerprüfung
- Kommentare
Heilpraktikerprüfung: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Die Heilpraktikerprüfung ist genau genommen eine amtsärztliche Überprüfung. Sie findet nicht am Ende eines Fernlehrgangs statt, sondern wird von der zuständigen Behörde organisiert – meist vom Gesundheitsamt oder einer zentral benannten Prüfungsstelle. Ein Fernkurs kann dich gezielt vorbereiten, ersetzt aber weder die Prüfung noch die behördliche Entscheidung über die Heilpraktikererlaubnis.
| Aspekt | Das solltest du wissen |
|---|---|
| Offizielle Einordnung | Behördliche Überprüfung im Rahmen des Erlaubnisverfahrens nach dem Heilpraktikergesetz. |
| Zuständigkeit | Meist Gesundheitsamt oder eine nach Landesrecht bestimmte Prüfungsstelle. Entscheidend ist in der Regel dein Wohnort. |
| Termine | Meist zweimal jährlich möglich – häufig im Frühjahr und Herbst, oft im März und Oktober. Regionale Abweichungen sind möglich. |
| Anmeldefrist | Regional unterschiedlich. Kläre die Frist frühzeitig beim zuständigen Gesundheitsamt, am besten schon zu Beginn deiner Vorbereitung. |
| Prüfungsteile | In der Regel schriftliche Überprüfung und anschließende mündlich-praktische Überprüfung. |
| Prüfungsinhalte | Medizinische Grundlagen, Krankheitslehre, Differenzialdiagnostik, Infektionsschutz, Hygiene, Notfälle, Gesetzeskunde und Grenzen heilpraktischer Tätigkeit. |
| Ziel der Überprüfung | Die Behörde muss feststellen, dass von deiner späteren Tätigkeit keine Gefahr für Patientinnen, Patienten oder die Bevölkerung ausgeht. |
| Vorbereitung | Ein Lehrgang ist keine Pflicht, kann aber strukturiert vorbereiten. Die Heilpraktikererlaubnis erhältst du erst nach erfolgreicher behördlicher Überprüfung. |
| Erfolgs- und Durchfallquoten | Es gibt keine bundeseinheitliche Erfassung der Erfolgs- oder Durchfallquoten. Bekannt ist jedoch: Die Überprüfung gilt als anspruchsvoll; Erfolgsquoten unterscheiden sich vor allem zwischen Selbstlernern und strukturiert vorbereiteten Prüflingen. |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kursabschluss und Heilpraktikererlaubnis: Ein Fernkurs kann dir Wissen, Struktur und Prüfungstraining geben. Zur Heilpraktikerin oder zum Heilpraktiker wirst du aber erst durch die behördliche Erlaubnis.
Was ist die Heilpraktikerprüfung überhaupt?
Der Begriff Heilpraktikerprüfung ist geläufig, aber ungenau. Gemeint ist keine klassische Abschlussprüfung einer Ausbildung, sondern eine amtsärztliche Überprüfung im Rahmen des behördlichen Erlaubnisverfahrens nach dem Heilpraktikergesetz.
Die Behörde prüft dabei nicht, ob du einen bestimmten Fernlehrgang abgeschlossen hast. Entscheidend ist, ob du Heilkunde sicher ausüben kannst: Krankheiten erkennen, Risiken einschätzen, rechtliche Grenzen beachten und Patientinnen und Patienten bei Bedarf an ärztliche Hilfe verweisen.
Ein Fernkurs kann dich auf diese Überprüfung vorbereiten, berechtigt aber nicht automatisch zur Berufsausübung. Erst wenn die zuständige Behörde die Erlaubnis erteilt, darfst du als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker tätig werden.
Allgemeiner Heilpraktiker, Psychotherapie, Physiotherapie & Co.
Nicht jede Heilpraktikererlaubnis ist gleich. Neben der allgemeinen Erlaubnis gibt es beschränkte oder sektorale Erlaubnisse, die sich nur auf bestimmte Tätigkeitsbereiche beziehen.
| Offizielle Bezeichnung | Umgangssprachlich | Was damit gemeint ist |
|---|---|---|
| Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung | Heilpraktikererlaubnis, allgemeiner Heilpraktiker, großer Heilpraktiker | Die Erlaubnis ist nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt. Die Überprüfung umfasst deshalb ein breites medizinisches Grundlagenwissen. |
| Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie | Heilpraktiker Psychotherapie, kleiner Heilpraktiker, HPP | Die Erlaubnis ist auf psychotherapeutische Heilkunde beschränkt. Im Mittelpunkt stehen psychische Störungen, Psychopathologie, Krisen, rechtliche Grenzen und Differenzialdiagnostik. |
| Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie | sektoraler Heilpraktiker Physiotherapie | Die Erlaubnis ist auf heilkundliche Tätigkeiten im Gebiet der Physiotherapie begrenzt. Sie richtet sich in der Regel an bereits ausgebildete Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. |
| Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung beschränkt auf ein weiteres Gebiet | sektoraler Heilpraktiker, z. B. Logopädie, Podologie oder Ergotherapie | Einige Behörden führen weitere beschränkte Erlaubnisse, etwa für Logopädie, Podologie oder Ergotherapie. Welche Gebiete angeboten werden, hängt von der zuständigen Stelle und vom Landesrecht ab. |
Je nach Erlaubnis unterscheiden sich Umfang und Schwerpunkte der Vorbereitung. Entscheidend ist immer, dass du für das jeweilige Fachgebiet medizinische Grundlagen, Diagnostik, Notfallversorgung, Gesetzeskunde und Berufspflichten beherrschst.
Termine: Wann findet die Heilpraktikerprüfung statt?
Die Heilpraktikerprüfung findet meist zweimal jährlich statt: einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Häufig liegen die schriftlichen Überprüfungen im März und Oktober. Einzelne Bundesländer, Kreise oder Prüfungsstellen können aber abweichen.
Maßgeblich sind deshalb immer die Angaben deiner zuständigen Behörde. Prüfe frühzeitig, welches Gesundheitsamt oder welche zentrale Prüfungsstelle für dich zuständig ist, welche Termine angeboten werden und bis wann deine Unterlagen vollständig vorliegen müssen.
Simon Gilljohann empfiehlt im Interview mit dem BTB, sich schon zu Beginn der Heilpraktiker-Ausbildung nach den konkreten Vorlaufzeiten zu erkundigen (im Video unten ab Minute 22:47). So vermeidest du, dass du fachlich vorbereitet bist, aber keinen passenden Prüfungstermin bekommst.
Voraussetzungen: Wer darf zur Heilpraktikerprüfung antreten?
Für die Heilpraktikerprüfung zählen nicht die Zugangsvoraussetzungen eines Fernkurses, sondern die Anforderungen der zuständigen Behörde. Du kannst einen Vorbereitungslehrgang also oft schon früher beginnen. Zur behördlichen Überprüfung und späteren Erlaubnis musst du aber die formalen Voraussetzungen erfüllen.
Formale Voraussetzungen für die Heilpraktikererlaubnis
Die konkreten Anforderungen können je nach Bundesland und Gesundheitsamt leicht abweichen. Typischerweise musst du für die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Mindestalter: Du musst zum Zeitpunkt der Überprüfung oder Erlaubniserteilung in der Regel mindestens 25 Jahre alt sein.
- Schulabschluss: Erforderlich ist mindestens eine abgeschlossene Volks- bzw. Hauptschulbildung.
- Zuverlässigkeit: Die Behörde prüft, ob schwere strafrechtliche oder sittliche Verfehlungen gegen die Berufsausübung sprechen. Dafür wird meist ein aktuelles Führungszeugnis verlangt.
- Gesundheitliche Eignung: Du musst körperlich und geistig geeignet sein, heilkundlich tätig zu werden. In der Regel wird dafür ein ärztliches Attest oder Gesundheitszeugnis verlangt.
- Kenntnisse und Fähigkeiten: Du musst nachweisen, dass von deiner späteren Tätigkeit keine Gefahr für Patientinnen, Patienten oder die Bevölkerung ausgeht. Genau das ist Zweck der schriftlichen und mündlich-praktischen Überprüfung.
Welche Unterlagen du meist einreichen musst
Welche Nachweise genau verlangt werden, legt die zuständige Behörde fest. Häufig gehören dazu ein Antrag, ein Identitätsnachweis, ein tabellarischer Lebenslauf, ein Nachweis über den Schulabschluss, ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest. Manche Stellen verlangen zusätzlich Erklärungen zu laufenden Straf- oder Ermittlungsverfahren.
Wichtig ist: Die Unterlagen müssen vollständig und fristgerecht vorliegen. Prüfe deshalb nicht nur den Prüfungstermin, sondern auch die formalen Anforderungen deines Gesundheitsamts.
Voraussetzungen für Fernkurs und Behörde unterscheiden sich
Viele Fernlehrgänge richten sich auch an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Medizinische Vorkenntnisse sind für den Kursstart häufig nicht erforderlich. Für die Heilpraktikererlaubnis zählt aber nicht der Kursstart, sondern ob du die behördlichen Voraussetzungen erfüllst und die Überprüfung bestehst.
Praktisch heißt das: Du kannst die Vorbereitung bereits beginnen, bevor du alle Bedingungen für die spätere Erlaubnis erfüllst. Spätestens vor der Anmeldung zur Überprüfung solltest du aber sicher wissen, welche Nachweise deine zuständige Behörde verlangt.
Ablauf der Heilpraktikerprüfung: So läuft die Überprüfung ab
Der genaue Ablauf hängt von der zuständigen Behörde und der angestrebten Erlaubnis ab. Grundsätzlich folgt die Heilpraktikerprüfung aber einem ähnlichen Muster: Du stellst einen Antrag, reichst die geforderten Unterlagen ein und wirst anschließend schriftlich sowie mündlich-praktisch überprüft.
Schritt 1: Antrag bei der zuständigen Behörde stellen
Am Anfang steht der Antrag beim Gesundheitsamt oder bei der zuständigen Prüfungsstelle. Dort erfährst du auch, welche Unterlagen du einreichen musst, welche Gebühren anfallen und welche Fristen gelten. Wichtig ist, dass dein Antrag vollständig und rechtzeitig vorliegt.
Simon Gilljohann vom BTB empfiehlt, die Vorlaufzeiten schon zu Beginn der Ausbildung zu klären. Je nach Kreis oder Stadt kann es sein, dass du zum nächsten Termin antreten kannst – oder deutlich länger warten musst.
Schritt 2: Schriftliche Überprüfung
Die schriftliche Überprüfung ist meist der erste Prüfungsteil. Bei der allgemeinen Heilpraktikerüberprüfung werden häufig Multiple-Choice-Fragen gestellt. Teilweise können auch freie Antworten vorkommen. Geprüft wird, ob du medizinische Grundlagen, Krankheitsbilder, Infektionsschutz, Notfälle und rechtliche Grenzen sicher einordnen kannst.
Erst wenn du den schriftlichen Teil bestehst, wirst du in der Regel zur mündlich-praktischen Überprüfung eingeladen.
Schritt 3: Mündlich-praktische Überprüfung
Die mündlich-praktische Überprüfung findet beim Gesundheitsamt statt. Häufig sitzt dir ein Prüfungskomitee gegenüber, etwa mit Amtsärztin oder Amtsarzt, weiteren Prüfenden und einer Person für das Protokoll. Die Prüfung dauert oft etwa 45 bis 60 Minuten.
Abgefragt werden können Fallbeispiele, Differenzialdiagnosen, Notfallsituationen, Gesetzeskunde und praktische Abläufe. Du musst zum Beispiel zeigen, dass du Symptome richtig einordnest, gefährliche Verläufe erkennst und weißt, wann du Patientinnen und Patienten an ärztliche Hilfe verweisen musst.
Schritt 4: Entscheidung über die Erlaubnis
Wenn du beide Prüfungsteile bestehst und alle formalen Voraussetzungen erfüllst, kann die Behörde die Heilpraktikererlaubnis erteilen. Erst dann darfst du die Heilkunde im erlaubten Umfang ausüben und dich entsprechend als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker bezeichnen.
Durchfallquote: Wie schwer ist die Heilpraktikerprüfung wirklich?
Wie oben erwähnt, gibt es keine bundeseinheitliche Erfassung der Erfolgs- oder Durchfallquoten. Deshalb solltest du pauschale Angaben zur Durchfallquote vorsichtig einordnen.
Hohe Durchfallquoten entstehen oft nicht, weil die Überprüfung fachlich nicht zu bewältigen wäre. Das Problem entsteht häufig früher: Viele unterschätzen die Prüfung und gehen mit einer falschen Vorstellung in die Vorbereitung. Sie erwarten eine Ausbildung in Naturheilkunde oder alternativen Therapieverfahren – geprüft wird aber vor allem, ob sie Krankheiten, Notfälle, Risiken und die Grenzen ihrer eigenen Tätigkeit sicher erkennen.
Im Interview mit dem BTB ordnet Tutor Simon Gilljohann die hohe Durchfallquote vor allem über die falsche Vorbereitung ein: Da gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, wie man sich das nötige Wissen aneignet, treten auch Menschen zur Überprüfung an, die sich ohne klare Struktur, ohne Feedback und ohne Prüfungstraining vorbereitet haben.
- Unterschätzter Stoffumfang: Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Infektionsschutz, Notfälle und Gesetzeskunde müssen sicher sitzen.
- Zu wenig Falltraining: In der mündlich-praktischen Überprüfung reicht Auswendiglernen nicht. Du musst Symptome einordnen und gefährliche Verläufe erkennen.
- Rechtliche Grenzen unklar: Wer nicht sicher weiß, was Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker dürfen und was nicht, gerät schnell ins Risiko.
- Fehlende Lernstruktur: Besonders im Selbststudium fehlt oft ein realistischer Plan für Wiederholung, Prüfungssimulation und mündliche Vorbereitung.
Vorbereitung im Fernstudium: Was ein Fernlehrgang leisten kann – und was nicht
Ein Fernlehrgang kann eine gute Grundlage für die Heilpraktikerprüfung sein, wenn er richtig verstanden wird: als strukturierte Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung, nicht als Garantie für die Erlaubnis.
Was du im Fernstudium lernst
Fernkurse bereiten je nach Ausrichtung auf die allgemeine Heilpraktikerüberprüfung, auf Heilpraktiker Psychotherapie oder auf Kombinationen mit Fachrichtungen vor. Die Kursdauer unterscheidet sich deutlich: Fernlehrgänge zum allgemeinen Heilpraktiker dauern häufig etwa 20 bis 24 Monate, Kurse für Heilpraktiker Psychotherapie oft 12 bis 15 Monate. Kombilehrgänge mit Fachrichtungen wie Akupunktur, Ernährungsberatung oder Heilpflanzenkunde können länger dauern.
Typische Inhalte sind medizinische Grundlagen, Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Diagnostik, Infektionsschutz, Hygiene, Notfälle, Gesetzeskunde und die konkrete Prüfungsvorbereitung. Die Kurse geben dir Lernmaterialien, Reihenfolge, Übungen, Betreuung und je nach Anbieter auch Webinare, Praxisseminare oder Prüfungstraining mit auf den Weg.
| Kurs | Anbieter | Ausrichtung | Dauer | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Heilpraktiker | Bildungswerk für therapeutische Berufe (BTB) | allgemeine Heilpraktikerüberprüfung | 24 Monate | 3.456 € gesamt |
| Heilpraktiker | Institut für Lernsysteme (ILS) | allgemeine Heilpraktikerüberprüfung | 20 Monate | 3.420 € gesamt |
| Heilpraktiker | Studiengemeinschaft Darmstadt (sgd) | allgemeine Heilpraktikerüberprüfung | 20 Monate | 4.420 € gesamt |
| Heilpraktiker/-in | APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft | allgemeine Heilpraktikerüberprüfung | 20 Monate | 3.760 € gesamt |
| Heilpraktiker Psychotherapie | Bildungswerk für therapeutische Berufe (BTB) | beschränkt auf Psychotherapie | 12 Monate | 2.280 € gesamt |
| Psychotherapie | Institut für Lernsysteme (ILS) | beschränkt auf Psychotherapie | 15 Monate | 2.535 € gesamt |
| Heilpraktiker, Fachrichtung Akupunktur | Bildungswerk für therapeutische Berufe (BTB) | allgemeine Heilpraktikerüberprüfung plus Fachrichtung Akupunktur | 30 Monate | 4.920 € gesamt |
Was ein Fernlehrgang nicht ersetzt
Ein Fernkurs meldet dich nicht automatisch beim Gesundheitsamt an und ersetzt auch nicht die behördliche Überprüfung. Du musst selbst klären, welche Behörde zuständig ist, welche Unterlagen nötig sind und welche Fristen gelten. Auch praktische Sicherheit entsteht nicht allein durch Lesen: Falllogik, mündliche Antworten, Hygieneabläufe und Untersuchungsschritte müssen aktiv geübt werden.
Worauf du bei einem Fernkurs achten solltest
Beim Vergleich von Fernkursen sollte nicht nur der Preis entscheiden. Wichtiger ist, ob der Lehrgang zu deiner angestrebten Überprüfung passt und dich auch gut auf den mündlich-praktischen Teil vorbereitet.
- Ausrichtung: allgemeine Heilpraktikerüberprüfung, Psychotherapie oder Kombination mit Fachrichtung?
- Struktur: klarer Aufbau von Grundlagen über Krankheitslehre bis zur Prüfungsvorbereitung?
- Betreuung: fachliche und organisatorische Ansprechpersonen?
- Prüfungstraining: Übungsfragen, Fallbeispiele, Wiederholungen und Vorbereitung auf die mündlich-praktische Überprüfung?
- Praxisanteile: Webinare, Seminare oder Übungen für praktische Abläufe?
- Transparenz: klare Angaben zu Dauer, Kosten, Verlängerung und Zusatzseminaren?
Christian hat zum Heilpraktiker für Psychotherapie übrigens auch ein Interview mit dem BTB geführt:
Lernplan: So bereitest du dich realistisch vor
Ein realistischer Lernplan beginnt nicht mit dem ersten Studienheft, sondern mit zwei Fragen: Wann willst du zur Überprüfung antreten? Und: Wie lange sind die Vorlaufzeiten bei deinem Gesundheitsamt? Beides gehört zusammen. Sonst kann es passieren, dass du fachlich vorbereitet bist, aber keinen passenden Prüfungstermin bekommst.
Plane deshalb rückwärts: vom gewünschten Prüfungstermin über die Anmeldefrist, die Wiederholungsphase und das mündlich-praktische Training bis zum Start deines Fernlehrgangs.
Realistisch planen: vier Punkte vor Kursstart
- Zuständiges Gesundheitsamt klären: Prüfe früh, welche Stelle für dich zuständig ist, wann Prüfungen stattfinden, welche Dokumente du benötigst und welche Vorlaufzeiten gelten.
- Lernzeit ehrlich einschätzen: Ein Fernlehrgang funktioniert nur, wenn du über viele Monate regelmäßig Zeit investierst. Der wöchentliche Lernaufwand liegt häufig bei etwa 7 bis 10 Stunden. Die konkrete Prüfungsvorbereitung kann individuell zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.
- Prüfungstraining einbauen: Plane Wiederholungen, Übungsfragen, Fallbeispiele und mündlich-praktische Prüfungssituationen von Anfang an mit.
- Puffer einrechnen: Krankheit, Beruf, Familie oder längere Wartezeiten beim Gesundheitsamt können deinen Zeitplan verschieben.
Simon Gilljohann weist im BTB-Interview besonders auf die Vorlaufzeiten hin: Je nach Kreis oder Stadt kannst du möglicherweise zum nächsten Termin antreten – oder musst deutlich länger warten. Deshalb solltest du das Gesundheitsamt vor oder direkt zu Beginn deiner Ausbildung kontaktieren, nicht erst in der Endphase der Vorbereitung.
Häufige Planungsfehler
- Gesundheitsamt zu spät kontaktieren: Termine, Fristen und freie Plätze unterscheiden sich regional. Kläre sie zu Beginn deiner Vorbereitung.
- Dokumente unvollständig oder Nachweise veraltet: Nachweise wie Polizeiliche Führungszeugnisse, ärztliche Atteste oder Gesundheitszeugnisse müssen aktuell sein und nach den Vorgaben der zuständigen Behörde vollständig vorgelegt werden.
- Mangelnde Selbstorganisation: Fernkurse geben zwar einen Rahmen vor, lassen aber auch viele Freiheiten und funktionieren nur, wenn du über Monate und Jahre hinweg am Ball bleibst und regelmäßig selbständig lernst.
- Therapieverfahren mit Prüfungsstoff verwechseln: Die Überprüfung fragt nicht primär Naturheilkunde ab, sondern viel mehr medizinische Grundlagen, Fallbeispiele und Diagnostik, Notfallmedizin und Erste Hilfe, bis hin zu Gesetzeskunde und Berufspflichten.
- Fokus auf die schriftliche Prüfung: Multiple Choice ist der einfachere Teil. Die mündlich-praktische Überprüfung verlangt Falllogik, Kommunikation und sicheres Begründen.
- Praxisanteile unterschätzen: Hygiene, Untersuchungsschritte und mögliche praktische Aufgaben solltest du nicht erst kurz vor der mündlichen Prüfung üben.
FAQ: Häufige Fragen zur Heilpraktikerprüfung
Ja. Ohne behördliche Erlaubnis darfst du Heilkunde nicht eigenverantwortlich ausüben. Die sogenannte Heilpraktikerprüfung ist die amtsärztliche Überprüfung im Erlaubnisverfahren. Erst wenn die zuständige Behörde dir die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erteilt, darfst du als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker arbeiten.
Heilpraktikerprüfungen finden meist zweimal jährlich statt, häufig im Frühjahr und Herbst. Viele Prüfungsstellen nutzen Termine im März und Oktober, einzelne Behörden können aber abweichen. Zuständig ist in der Regel das Gesundheitsamt beziehungsweise eine zentrale Prüfungsstelle für deinen Wohnort.
Für die Erlaubnis musst du in der Regel mindestens 25 Jahre alt sein, mindestens eine abgeschlossene Hauptschulbildung nachweisen und die erforderlichen Unterlagen einreichen. Dazu gehören häufig ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest. Die Behörde prüft außerdem, ob Gründe vorliegen, die gegen eine sichere Ausübung der Heilkunde sprechen.
Die Überprüfung besteht meist aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil. Der schriftliche Teil enthält häufig Multiple-Choice-Fragen. Nach Bestehen folgt die mündlich-praktische Überprüfung beim Gesundheitsamt.
Mit „großem Heilpraktiker“ ist meist die allgemeine Heilpraktikererlaubnis gemeint. Sie ist nicht auf ein einzelnes Fachgebiet beschränkt. Mit „kleinem Heilpraktiker“ meinen viele die Erlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Diese erlaubt nur psychotherapeutische Heilkunde und hat deshalb andere Prüfungsinhalte. Darüber hinaus gibt es weitere sogenannte „sektorale“ Heilpraktiker mit bestimmten Schwerpunkten.
Die Prüfung ist anspruchsvoll, aber vor allem dann schwierig, wenn du mit falschen Erwartungen lernst. Geprüft werden nicht etwa Naturheilkundeverfahren, sondern ob du medizinische Grundlagen, praktische Grundkompetenzen, dein Berufsbild und dessen Grenzen sicher und vertrauenswürdig beherrschst. Eine strukturierte Vorbereitung ist deshalb sinnvoll, um auch die prüfungsrelevanten Inhalte zielgerichtet zu erlernen.
Erfolgs- und Durchfallquoten werden nicht bundeseinheitlich erfasst. Eine hohe Durchfallquote erscheint aber plausibel, denn eine strukturierte Vorbereitung ist keine Pflicht und nach Angaben von BTB-Tutor Simon Gilljohann scheitern viele der Selbstlerner. Entscheidend ist also die Frage, ob deine Vorbereitung zu den tatsächlichen Prüfungsanforderungen passt.
Nein. Ein Fernkurs-Zertifikat belegt nur die Teilnahme oder den Abschluss des Lehrgangs. Als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker darfst du erst arbeiten, wenn dir die zuständige Behörde die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erteilt hat.
Nein. Ein Fernkurs bereitet dich auf die Überprüfung vor, ersetzt sie aber nicht. Du meldest dich in der Regel selbst bei der zuständigen Behörde an, reichst dort deine Unterlagen ein und legst die schriftliche sowie mündlich-praktische Überprüfung beim Gesundheitsamt ab.
Ja, wenn du den Kurs als strukturierte Prüfungsvorbereitung verstehst. Ein guter Fernlehrgang hilft dir, medizinische Grundlagen, Krankheitslehre, Diagnostik, Infektionsschutz, Gesetzeskunde und Prüfungstraining systematisch zu bearbeiten. Die behördliche Erlaubnis ersetzt er allerdings nicht.
Fernlehrgänge zur allgemeinen Heilpraktikerüberprüfung dauern häufig etwa 20 bis 24 Monate. Kurse für Heilpraktiker Psychotherapie sind oft kürzer. Du solltest wöchentlich etwa 7-10 Stunden für das Lernen einplanen.
Wenn du die schriftliche oder mündlich-praktische Überprüfung nicht bestehst, erhältst du keine Heilpraktikererlaubnis. In der Regel bekommst du einen schriftlichen Ablehnungsbescheid. Eine Wiederholung ist meist möglich, richtet sich aber nach den Vorgaben deines Bundeslands und deiner zuständigen Behörde. Teilweise musst du bei einer Wiederholung wieder das gesamte Verfahren durchlaufen, auch wenn du nur den mündlichen Teil nicht bestanden hast.
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