Fernstudium & Fernuni

Pflegepädagogik im Fernstudium: Studiengänge, Kosten und der Weg an die Pflegeschule

Pflegekräfte, die an Pflegeschulen unterrichten wollen, brauchen einen Studienabschluss – in der Regel in Pflegepädagogik oder einem verwandten Fach. Die gute Nachricht: Der Bachelor reicht für den Einstieg, die Master-Pflicht wurde auf 2035 verschoben, und der Arbeitsmarkt für Pflegepädagogen ist so stark wie nie. Welche Fernstudiengänge es gibt, was sie kosten und wie du den Wechsel schaffst.

  • Bachelor Pflegepädagogik qualifiziert für die Lehre an Pflegeschulen – Master-Pflicht erst ab 2035 (§9 PflBG).
  • Fernstudium ab 209 €/Monat (AKAD) bis 299 €/Monat. WHZ Zwickau als staatliche Hochschule ab ca. 280 €/Semester (Präsenzstudium).
  • Gehalt: Einstieg ~45.000 €/Jahr, Median ~51.000 €, mit Master und Erfahrung bis 75.000 €.
  • Akuter Lehrkräftemangel an Pflegeschulen – exzellente Jobaussichten.
  • Alternative: Bachelor Pflege (verkürzt auf 3 Semester mit Berufsausbildung) + Master Pädagogik.

Was du mit einem Bachelor in Pflegepädagogik machen kannst

Ein Bachelor in Pflegepädagogik qualifiziert dich für die Lehre an Pflegeschulen. Je nach Trägerschaft und Bundesland unterscheiden sich die Einsatzmöglichkeiten:

  • Private Pflegeschulen (z.B. von Krankenhäusern betrieben): Hier kannst du oft schon mit dem Bachelor sowohl Theorie als auch Praxis unterrichten. Viele Stellenausschreibungen fordern allerdings die Bereitschaft zum Master ein.
  • Staatliche Pflegeschulen: Mit dem Bachelor bist du in der Regel auf den praxisbezogenen Unterricht beschränkt. Theoretischen Unterricht erteilen Lehrkräfte mit Master.

Wichtig zur Master-Pflicht: Die Frist, bis zu der alle Lehrkräfte an staatlichen Pflegeschulen einen Master brauchen, wurde durch das Pflegefachassistenzausbildungsgesetz (BGBl. 2025 I Nr. 259) von 2029 auf den 31. Dezember 2035 verlängert. Du hast also deutlich mehr Zeit. Trotzdem: Ein sofort anschließender Master ist perspektivisch sinnvoll – aber kein Muss für den Einstieg.

Weitere Tätigkeitsfelder mit einem Bachelor in Pflegepädagogik: Aus- und Weiterbildung in Pflegeunternehmen, Erstellung von Unterrichts- und Schulungsmaterialien, Beratung in der Gesundheitsbranche.

Was verdienen Pflegepädagogen?

ErfahrungGehalt (brutto/Jahr)
Einstieg (<3 Jahre) ~45.000 €
Median ~51.000 €
Erfahren (9+ Jahre) ~51.000–75.000 €

Im öffentlichen Dienst (TVöD) wirst du als Pflegepädagogin mit Hochschulabschluss mindestens in Entgeltgruppe E11 eingestuft. Bei großen Arbeitgebern (Unikliniken, große Träger) sind über 5.000 €/Monat möglich. (Quelle: gehalt.de, 2025)

Voraussetzungen

Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Hochschule, sind aber ähnlich aufgebaut:

  • Abitur oder Fachhochschulreife – oder Zugang ohne Abitur über Berufserfahrung (Eignungsprüfung, Probestudium)
  • Abgeschlossene Berufsausbildung im Pflegebereich – z.B. als Pflegefachfrau/-mann, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Altenpfleger/in, Hebamme
  • Berufserfahrung: Mindestens 2 Jahre (APOLLON) bzw. 3 Jahre (IU) im Pflegeberuf

Auch Pflegekräfte ohne Abitur können zugelassen werden – je nach Hochschule über eine Hochschuleignungsprüfung, ein Probedäkutikum oder ein Probestudium.

Studiengänge und Kosten im Überblick

Die verfügbaren Bachelor-Studiengänge in Pflegepädagogik und Gesundheitspädagogik als Fernstudium:

StudiengangHochschuleStudiendauerKosten

Berufsbegleitender Studiengang
6 Semesterab 1662 € insgesamt

Fernstudiengang
7 Semesterab 12138 € insgesamt
ab 289 € monatlich

Fernstudiengang
6 Semesterab 12780 € insgesamt
ab 288 € monatlich

Fernstudiengang
6 Semesterab 15063 € insgesamt
ab 259 € monatlich

Fernstudiengang
6 Semesterab 15063 € insgesamt
ab 259 € monatlich

Fernstudiengang
6 Semesterab 15176 € insgesamt
ab 203 € monatlich

Fernstudiengang
6 Semesterab 15216 € insgesamt
ab 203 € monatlich

Die Kosten variieren erheblich: An der WHZ Zwickau als staatliche Hochschule zahlst du nur Semesterbeiträge (ca. 280 €/Semester) – insgesamt rund 1.700 €. Allerdings ist das ein berufsbegleitendes Präsenzstudium mit Pflichtpräsenzen in Zwickau, kein reines Fernstudium.

An privaten Fernhochschulen wie der IU, AKAD oder APOLLON liegt die Spanne zwischen rund 7.500 € und 15.000 € – dafür studierst du komplett ortsunabhängig.

Alternative: Bachelor Pflege + Master Pädagogik

Eine besonders interessante Alternative: Pflegekräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung können sich diese anrechnen lassen und einen Bachelor Pflege in nur 3 statt 6 Semestern absolvieren. Anschließend steigst du über einen Brückenkurs in einen Master in Pädagogik ein – und erfüllst damit auch die Master-Anforderung für staatliche Pflegeschulen.

Diese Kombination kann schneller und kostengünstiger sein als der Weg über den Bachelor Pflegepädagogik allein. Hier die verfügbaren Pflege-Studiengänge:

StudiengangHochschuleStudiendauerKosten

Fernstudiengang
7 Semesterab 2457 € insgesamt

Fernstudiengang
3 Semesterab 6060 € insgesamt
ab 367 € monatlich

Fernstudiengang
3 Semesterab 8082 € insgesamt
ab 249 € monatlich

Fernstudiengang
3 Semesterab 9481 € insgesamt
ab 259 € monatlich

Weitere Studiengänge findest du auf unserer Vergleichsseite zu Studiengängen in Pflege und Pflegemanagement.

Arbeitsmarkt: Warum Pflegepädagogen gesucht werden

Die Jobaussichten für Pflegepädagogen sind aktuell exzellent – und sie werden besser, nicht schlechter:

  • Akuter Lehrkräftemangel: Verbände warnen vor einem „die Ausbildungsqualität gefährdenden“ Mangel an Pflegeschulen. Allein auf medi-karriere.de sind über 200 Stellen für Pflegepädagogen ausgeschrieben.
  • NRW als Vorreiter: Das Land hat eine Offensive mit 1.000 neuen Studienplätzen für Gesundheits-Lehrkräfte gestartet.
  • Pflegekräftemangel verstärkt den Bedarf: Laut Bertelsmann-Stiftung fehlen bis 2030 rund 500.000 Pflegekräfte in Deutschland. Mehr Pflegekräfte ausbilden = mehr Lehrkräfte gebraucht.
  • Pensionierungswelle: Viele aktive Pflegepädagogen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand – Nachwuchs wird dringend gesucht.

Häufige Fragen

Für den Einstieg ja – vor allem an privaten Pflegeschulen. An staatlichen Pflegeschulen bist du mit dem Bachelor auf den praxisbezogenen Unterricht beschränkt. Die Master-Pflicht für alle Lehrkräfte gilt erst ab dem 31. Dezember 2035 (§9 PflBG). Du hast also Zeit, den Master berufsbegleitend nachzuholen.

Ja. An vielen Fernhochschulen kannst du mit einer abgeschlossenen Pflegeausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Abitur zugelassen werden – über eine Eignungsprüfung, ein Probestudium oder ein Propädeutikum. Die genauen Bedingungen variieren je nach Hochschule.

Die Regelstudienzeit liegt bei 6 Semestern (3 Jahre) in Vollzeit. Im Teilzeit-Modell (berufsbegleitend) sind es 7–8 Semester. Durch Anrechnung von Vorleistungen aus der Pflegeausbildung kann das Studium an einigen Hochschulen verkürzt werden.

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