Onlineklausuren im IU Fernstudium: Meine Erfahrungen + Vorteile & Nachteile
Onlineklausuren – auch E-Klausuren genannt – kannst du an der IU Internationalen Hochschule von zuhause aus schreiben, zu jeder Tages- und Nachtzeit und ohne festen Termin. Das Online-Klausursystem der IU läuft dabei direkt im Browser: Du startest über deinen myCampus-Zugang, richtest zwei Kameras ein und wirst per Chat von einer echten Aufsichtsperson betreut. Ich habe die Onlineklausur selbst getestet – Setup, Ablauf und eine echte Proctoring-Sitzung unter realen Bedingungen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das funktioniert, was du technisch brauchst und wo bei mir die Tücken lagen.
- Wie läuft eine Onlineklausur an der IU heute ab?
- Was brauchst du technisch für eine IU-Onlineklausur?
- Wie funktioniert das Proctoring – sitzt da wirklich ein Mensch?
- Meine Erfahrung mit der Onlineklausur: Wo es bei mir hakte
- Welche Hilfsmittel sind in der IU-Onlineklausur erlaubt?
- Was passiert bei technischen Problemen während der Klausur?
- Wie kannst du die Onlineklausur vorab risikofrei testen?
- Onlineklausur oder Präsenzklausur – was passt zu dir?
- Häufige Fragen zur IU-Onlineklausur
- Fazit
- Kommentare
Wie läuft eine Onlineklausur an der IU heute ab?
Eine IU-Onlineklausur startest du on demand über deinen myCampus-Zugang: Du wählst unter „Angemeldete Prüfungen“ deinen Kurs, klickst auf „Zur Online-Klausur“ und wirst Schritt für Schritt durch die Vorbereitung geführt. Einen festen Termin buchst du nicht mehr – du schreibst, sobald du dich bereit fühlst. Der Ablauf ist immer gleich:
- Bildschirm teilen: Das System fordert dich auf, deinen Bildschirm freizugeben. Erlaubt ist nur ein Monitor.
- Frontkamera & Mikrofon: Du gibst Kamera und Mikrofon frei und wählst bei mehreren Geräten das richtige aus.
- Zweite Kamera verbinden: Du scannst mit deinem Smartphone oder Tablet einen QR-Code vom Bildschirm ab. Das Handy dient danach als seitliche Kamera, die Hände, Tastatur und Monitor zeigt.
- Identifikation: Du machst ein Foto von dir und hältst deinen amtlichen Lichtbildausweis in die Kamera.
- Chat mit dem Proctor: Du wirst per Chat mit einer realen Aufsichtsperson verbunden. Parallel startet die Videoaufzeichnung (sichtbar am roten Punkt).
- 360°-Room-Scan: Du filmst deinen Raum und deinen Arbeitsplatz langsam komplett ab – inklusive Tisch und darunter.
- Start: Nach erneutem Klick auf „Start“ beginnt deine Bearbeitungszeit und die Fragen erscheinen.
Zur Abgabe klickst du auf „Abgabe“, zerreißt erlaubtes Schmierpapier vor der Kamera und schließt den Browser. Ein weiterer Kontakt mit dem Proctor ist dafür nicht nötig.
Was brauchst du technisch für eine IU-Onlineklausur?
Für eine Onlineklausur brauchst du einen PC oder Laptop mit Windows oder macOS, zwei Kameras, einen aktuellen Browser und eine stabile Internetverbindung. Chromebooks, Tablets, iPads, Linux und virtuelle Maschinen sind zum Schreiben nicht zugelassen. Diese Ausstattung solltest du vorbereitet haben:
| Was du brauchst | Details |
|---|---|
| PC oder Laptop | Windows oder macOS in aktueller Version, Systemsprache Deutsch oder Englisch. Nur ein Monitor – zusätzliche Bildschirme abschalten, abdecken oder entfernen. |
| Frontkamera | Im Laptop integriert oder als externe USB-Webcam, Auflösung mindestens 640×480. Eine gute externe Webcam erleichtert den Room-Scan spürbar. |
| Zweite Kamera | Smartphone oder Tablet (Android 8.0+ oder iOS/iPadOS 14.0+), per QR-Code verbunden. Dient nur als Seitenkamera und darf während der Klausur nicht bedient werden. |
| Browser | Chrome oder Edge in aktueller Version, kein Inkognito-Modus. Drittanbieter-Cookies und Pop-ups erlauben, Push-Nachrichten und Add-ons wie Rechtschreibhilfen deaktivieren. |
| Internet | Stabil, mindestens 1 Mbit/s. Ein LAN-Kabel und die Nähe zum Router sorgen für weniger Schwankungen. |
| Adminrechte | Nötig, um die erforderliche Software zu installieren oder Programme wie TeamViewer für den Prüfungszeitraum zu entfernen. Firmenrechner sind dafür oft ungeeignet. |
| Stromversorgung | Laptop und Zweitgerät am Strom. Datum, Uhrzeit und Zeitzone auf beiden Geräten automatisch einstellen, Hintergrundprogramme schließen. |
Wie funktioniert das Proctoring – sitzt da wirklich ein Mensch?
Ja: Hinter dem Proctoring steckt eine reale Person, keine künstliche Intelligenz. Vor dem Start verbindet dich das System per Chat mit dieser Aufsichtsperson. Sie prüft deine Identität, deinen Raum und deinen Arbeitsplatz und schaltet dann die Klausur für dich frei. Zu Beginn wählst du, ob die Kommunikation auf Deutsch oder Englisch läuft – alle Proctoren sind zweisprachig.
Der Kontakt ist bewusst schlank gehalten: Es ist kein Video-Gespräch, sondern ein Text-Chat – in bestimmten Situationen kann der Proctor dich darüber auch anrufen. Du teilst deinen Bildschirm im Browser, und auf Nachfrage zeigst du zum Beispiel kurz den Task-Manager. Im Schnitt betreut eine Aufsichtsperson etwa zwei Prüflinge gleichzeitig.
Beim Datenschutz setzt die IU nach eigenen Angaben bewusst auf diese Live-Aufsicht statt auf eine KI-Lösung. Das Videomaterial wird gespeichert und im Nachgang stichprobenartig ausgewertet. Wer das nicht möchte, muss nicht online schreiben.
Meine Erfahrung mit der Onlineklausur: Wo es bei mir hakte
In einem früheren Video von mir hat das Setup gar nicht funktioniert – ich kam nicht einmal zum Proctor durch, obwohl ich technikaffin bin. Dieses Mal hat es geklappt, ganz reibungslos war aber auch dieser Anlauf nicht.
Am meisten Nerven kostete mich der Room-Scan. Mit der Handy-Kamera brach die Verbindung mehrfach ab, der Proctor bat mich immer wieder, den Scan zu wiederholen. Erst der Wechsel auf die Webcam meines Laptops brachte die Wende – mein Tipp deshalb: nimm eine Kamera mit wirklich guter Qualität. Dann war mein Bildschirm im Kamerabild zu dunkel; gelöst habe ich das, indem ich auf Bitte des Proctors die Jalousien heruntergelassen habe.
© IU Internationale Hochschule
Danach ging es schnell: Ich musste kurz meine Arme zeigen (keine Smartwatch), meine Ohren (keine Kopfhörer) und im Task-Manager durch meine laufenden Programme scrollen – virtuelle Maschinen im Hintergrund gelten als bekannte Betrugsmasche. Alles war in Ordnung, ich zeigte noch mein leeres Blatt als erlaubtes Hilfsmittel und konnte loslegen.
Mein Fazit aus dem Test: Man braucht Übung. Wer den Ablauf drei- bis fünfmal durchgespielt hat, ist sicher drin. Ich schreibe Klausuren zwar am liebsten klassisch in Präsenz – aber in einem Studium mit vielen Klausuren spart man sich mit dem Online-Format die ständige Anreise. Meine Meinung dazu ist heute deutlich differenzierter.
Welche Hilfsmittel sind in der IU-Onlineklausur erlaubt?
Welche Hilfsmittel du nutzen darfst, hängt vom Modul ab und steht in der Hilfsmittelliste deines Kurses. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist nur, was dort ausdrücklich genannt ist. Das sind die wichtigsten Regeln:
| Hilfsmittel | Regel an der IU |
|---|---|
| Taschenrechner | Entweder der in der Klausur integrierte digitale Rechner oder ein physischer, nicht-programmierbarer Taschenrechner (keine Graphenanzeige, kein freier Funktionsspeicher). Den physischen musst du beim Room-Scan in die Kamera halten. |
| Gesetzestexte | Nur das PDF aus deinem myCampus-Kurs, vorab heruntergeladen. Erlaubt sind Verweise (§§) als Kommentar oder Lesezeichen und farbige Markierungen – keine ausgeschriebenen Wörter. |
| Schmierpapier | Nur, wenn es ausdrücklich in der Hilfsmittelliste steht. Am Ende zerreißt du es vor der Kamera. |
| Formelsammlung, Bautabellen, IPA | Nur in den dafür vorgesehenen Kursen; die Info steht direkt im Kurs und in der Hilfsmittelliste. |
| Nicht erlaubt | Eigener Übersetzer, Rechtschreibprüfung, Browser-Add-ons, Kopfhörer, Headset, Smartwatch, zweiter Monitor und Messenger-Software. |
Was passiert bei technischen Problemen während der Klausur?
Wichtigste Regel: Brich die Prüfung nicht selbst ab, folge den Anweisungen der Aufsicht und melde jedes Problem innerhalb von 24 Stunden beim Prüfungsamt. Nach IU-Angaben verlaufen über 99 Prozent der Prüfungen reibungslos. Für den Fall der Fälle solltest du die Troubleshooting-Checkliste kennen:
- Seite aktualisieren: Behebt viele Fehler. In der Regel sind deine Eingaben automatisch gespeichert.
- Neu über myCampus einloggen: Hilft das Aktualisieren nicht, schließt du den Browser und gehst über „Angemeldete Prüfungen“ zurück in die laufende Klausur. Die Klausurzeit läuft dabei weiter.
- Roter Banner: Meldet das System einen Verbindungsverlust mit fehlgeschlagenem Speichern, gehen nur die Eingaben nach der Meldung verloren. Alles davor bleibt erhalten.
- Kamera- oder Netzabbruch: Internetverbindung prüfen, QR-Code neu scannen, Router neu starten, notfalls auf einen mobilen Hotspot ausweichen.
Wie kannst du die Onlineklausur vorab risikofrei testen?
Am besten spielst du den Ablauf vorher mehrfach durch – genau dafür bietet die IU Probeklausuren ohne inhaltlichen Bezug und ohne Bewertung an. So lernst du System, Room-Scan und den Umgang mit dem Proctor kennen, bevor es ernst wird. Es gibt drei Varianten:
- Probeklausur ohne Proctor: Beliebig oft wiederholbar. Zum Kennenlernen von Klausursystem und Technik.
- Probeklausur ohne Proctor mit Techniktest: Testet zusätzlich das komplette technische Setup fürs Proctoring, inklusive zweiter Kamera.
- Probeklausur mit Proctor: Simuliert den kompletten Prüfungsablauf. Der Proctor weiß dabei nicht, dass es nur eine Probe ist – du wirst also wie in der echten Klausur behandelt.
Onlineklausur oder Präsenzklausur – was passt zu dir?
Die Onlineklausur lohnt sich vor allem, wenn dir Flexibilität und kurze Wege wichtig sind. Die Präsenzklausur bleibt sinnvoll, wenn du unter Aufsicht im Prüfungszentrum ruhiger arbeitest oder das technische Setup umgehen willst. Die Abwägung im Überblick:
Dafür spricht die Onlineklausur:
- Zeitlich flexibel: On demand, ohne festen Termin, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
- Gewohnte Umgebung: Du schreibst dort, wo du auch lernst – nicht in einem vollen Saal.
- Keine Anreise: Gerade in klausurintensiven Semestern sparst du dir die Fahrten zum Prüfungszentrum.
Das solltest du bedenken:
- Technischer Aufwand: Zwei Kameras, Room-Scan und Setup wollen geübt sein.
- Datenschutz-Abwägung: Bildschirmfreigabe, Ausweis-Check und Aufzeichnung gehören dazu.
- Ungewohntes Gefühl: Die Ruhe und der Erlebnischarakter einer Präsenzklausur fehlen.
- Nur aktuelle Kurse: In Altkursen mit Kursneustart vor dem 01.04.2020 sind ausschließlich Präsenzklausuren möglich.
Welches Format zu dir passt, hängt am Ende auch vom Studiengang und der Zahl deiner Klausuren ab. Mehr dazu, worauf es bei der Wahl grundsätzlich ankommt, liest du im Beitrag Fernstudium auswählen: Welche 4 Kriterien wirklich zählen. Alle Prüfungs- und Studienbedingungen der IU findest du im IU-Anbieterprofil.
Häufige Fragen zur IU-Onlineklausur
Wann bekomme ich nach der Onlineklausur meine Note?
In der Regel liegt die Note innerhalb der sechswöchigen Korrekturfrist vor – bei Onlineklausuren oft schon nach bis zu zwei Wochen.
Ist in jedem Modul eine Onlineklausur möglich?
Die Onlineklausur ist in allen Modulen mit der Prüfungsform Klausur verfügbar. Ausnahme: In Altkursen mit einem Kursneustart vor dem 01.04.2020 musst du die Prüfung in einem Prüfungszentrum ablegen.
Was ist, wenn ich besondere Hilfsmittel oder einen Nachteilsausgleich brauche?
Melde dich mindestens zwei Wochen vor der Klausur schriftlich beim Prüfungsamt. Für Bluetooth-fähige Geräte ist immer ein Antrag auf Nachteilsausgleich nötig.
Fazit
- Die IU-Onlineklausur läuft über ein Browser-System mit myCampus-Start, zwei Kameras und einem Proctor per Chat.
- Du brauchst einen PC oder Laptop mit einem Monitor, zwei Kameras, Chrome oder Edge und Adminrechte. Firmenrechner sind meist ungeeignet.
- Der Room-Scan ist die häufigste Stolperstelle – eine gute Webcam und gutes Licht helfen enorm.
- Technische Probleme sind selten, gehören aber innerhalb von 24 Stunden ans Prüfungsamt gemeldet.
- Wer vorher die Probeklausur mit Proctor nutzt, geht deutlich entspannter in die erste echte Klausur.

Kommentare
Mittlerweile (2026) läuft das Proctoring auch problemlos auf Deutsch!
Mittlerweile (2026) braucht man tatsächlich 2 Kameras, wobei die seitliche Kamera auch ein Tablet sein kann. Ich empfehle ein kleines Kamerastativ, das macht die Positionierung einfacher, sowie eine gute externe Webcam als Frontkamera.