So war mein Coaching-Fernstudium am IST-Studieninstitut/IST-Hochschule

Von Christian Wolf, Wissenschaftsredakteur
· Letzte Aktualisierung 11.09.2020

Ich habe am IST-Studieninstitut eine Weiterbildung zum Stress- und Mentalcoach absolviert. Das hier sind meine Eindrücke.

Dauer und Studiengebühren

Die Weiterbildung zum Stress- und Mentalcoach dauert regulär 12 Monate und kostet insgesamt 2466,– Euro. Ich habe allerdings 18 Monate gebraucht, habe zum Schluss etwas prokrastiniert, und dann kam Corona dazwischen. Was aber kein Problem war, denn man kann bis zu 9 Monate ohne zusätzliche Kosten verlängern.

An sich ist aber alles sehr gut in 12 Monaten zu schaffen. Wer will, kann sogar etwas schneller vorgehen – zu den Abschlussprüfungen kann man sich anmelden, sobald man die Seminare hinter sich hat und alle Einsendeaufgaben eingereicht hat. Der Kurs sollte also durchaus auch in etwa 10 Monaten zu schaffen sein.

Die Studiengebühren zahlt man in 12 monatlichen Raten. Die Prüfungsanmeldung zum Schluss kostet 150,– Euro. Zusätzlich hatte ich dann noch die Kosten für Seminare, also Hotel, Verpflegung und Fahrt. Das dürften insgesamt noch einmal etwa 500,– Euro gewesen sein. Die meisten anderen Teilnehmer kamen aber aus der Nähe von Düsseldorf, für die waren die „Nebenkosten“ also nicht so hoch. Die Gebühren an sich sind aus meiner Sicht absolut angemessen. Dafür bekommt man einen ganzen Stapel Studienhefte, eine super Betreuung, insgesamt 10 Seminartage und 5 Abschlüsse bzw. Zertifikate

Inhalte & Studienunterlagen

Das erste Studienheft – Einführung in die Psychologie (im aktuellen Kurs ersetzt durch das Heft 'Einführung in die Sozialpsychologie')

Kurz nach der Anmeldung kam das erste Studienheft, in meinem Kurs hieß das „Einführung in die Psychologie“ – im aktuellen Kurs heißt das Heft allerdings „Einführung in die Sozialpsychologie“.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang etwas Zweifel hatte, dass die Inhalte der Hefte mich wirklich voranbringen. Das liegt daran, dass ich eher Akademiker bin. Ich brauche in meinen Texten Studien, Fußnoten und komplizierte Sätze im Beamtenstil. Vor allem in den Seminaren habe ich dann aber schnell verstanden, dass ich nicht ganz zur Zielgruppe der Weiterbildung gehöre. Der Kurs richtet sich vor allem an Wellnesstrainer, Sportlehrer, Physiotherapeuten usw, und die haben andere Bedürfnisse, was die Lehrbücher angeht.

Trotzdem haben die Hefte mir sehr gut geholfen, einen runden Gesamtüberblick über alle Themenbereiche von Coaching-Grundlagen über Konfliktmanagement bis hin zu Entspannungsmethoden zu bekommen. Jetzt habe ich quasi ein Themengerüst im Kopf, das ich nach und nach mit weiteren Inhalten vertiefen kann.

Wichtig: Der Kurs ist aus meiner Sicht nicht geeignet, wenn man vorhat, sich nur damit als Coach selbstständig zu machen. Der Kurs ist eher eine Zusatzqualifikation vor allem für diejenigen, die schon in der Gesundheitsbranche arbeiten. Oder ein sehr guter Einstieg ins Coaching-Thema für Interessierte wie mich.

Seminare in Düsseldorf und in Ratingen

Die Seminare waren mein persönliches Highlight und das, was mich am meisten in diesem Kurs vorangebracht hat. Insgesamt standen 4 Veranstaltungen an:

  • Ein 2-tägiges Seminar in Düsseldorf zu Coaching-Tools und Interventionstechniken. Das fand kurz nach Kursstart statt. Weil ich verhindert war, habe ich allerdings später teilgenommen.
  • Ein 2-tägiges Seminar in Düsseldorf zu Stress- und Konfliktmanagement.
  • Ein 3-tägiges Seminar in Ratingen inkl. Praxisprüfungen zur Progressiven Muskelrelaxation.
  • Ein 3-tägiges Seminar in Ratingen inkl. Praxisprüfungen zum Autogenen Training.

Bei den beiden letzten Seminaren habe ich gemerkt, dass die PMR und das Autogene Training nicht ganz meine Sache sind. Es waren trotzdem schöne und unglaublich entspannende Seminartage, die dann jeweils noch mit einer Praxisprüfung abschlossen. Die Prüfungen sind gut zu meistern und haben sogar Spaß gemacht, keiner ist durchgefallen.

Die Seminare sind übrigens nicht verpflichtend. Aber allein der Campus der IST-Hochschule in Düsseldorf bzw. die Lage der IST-Hochschule in den Schwanenhöfen in Düsseldorf sind die Anreisen zu den Seminaren wert.

Auch lesen: Weiterbildung am IST zum Stress- und Mentalcoach: Ablauf der Präsenzseminare

Prüfungen & Einsendeaufgaben

Im Laufe des Kurses musste ich insgesamt 3 Einsendeaufgaben bearbeitet, die jeweils aus einer ganzen Reihe an Kontrollfragen bestanden. Mein Fehler war, die Aufgaben zu spät zu bearbeiten. Ich rate euch dazu, die Aufgaben sofort abzuarbeiten. Ist doch recht aufwändig, weil man dazu eben auch die Studienhefte durcharbeiten muss, aber wirklich hilfreich, um den Stoff zu verinnerlichen und sich auf die Prüfungen vorzubereiten.

Dann gab es zwischendurch in den beiden Seminare zur PMR und zum Autogenen Training noch jeweils eine kurze Multiple-Choice-Prüfung, die einfach war und die jeder bestanden hat. Sowie eine Praxisprüfungen. Die Praxisprüfungen waren aufregend für alle, haben aber sehr viel Spaß gemacht und es hat auch jeder bestanden.

Ganz zum Schluss habe ich mich dann für die Abschlussklausuren angemeldet. Die hatten es wirklich in sich. Denn es handelte sich um 2 Klausuren à 2 Stunden direkt hintereinander, mit kurzer Pause zwischendurch. Inhaltlich waren sie durchaus gut zu meistern – die Einsendeaufgaben waren eine gute Vorbereitung, und zur Vorbereitung hat man auch noch eine Reihe an Kontrollfragen, die man einfach durcharbeiten und lernen sollte. Die Klausuren selbst bestanden aus einer Reihe an Multiple-Choice-Fragen sowie einigen offenen Fragen.

Meine Prüfungsergebnisse. Die Klausuren wurden ziemlich rasch kontrolliert. An meinen Noten sieht man, dass einem auch am IST nicht geschenkt wird und dass ich etwas früher hätte beginnen sollen zu lernen.

Auch lesen: Meine Weiterbildung am IST – Präsenzseminare und Lizenzprüfungen

Betreuung

Zum Schluss noch ein Wort zu Betreuung. Die Betreuung war großartig. Die Reaktionszeiten auf Nachfragen waren wirklich schnell, aber das versteht sich ja von selbst und ist an sich nichts Besonderes.

Wie gut Betreuung im Fernstudium wirklich ist, merkt man immer erst, wenn man mal Anliegen außer der Reihe hat.

  • Beispielsweise konnte ich am ersten Seminar spontan nicht teilnehmen. Normalerweise muss man sich dazu etwa 2 Wochen vorher abmelden, dann kann man später noch einmal teilnehmen. Ich habe ein paar Tage vorher abgesagt. Und durfte dann trotzdem an einem Wiederholungstermin teilnehmen, ohne zusätzliche Kosten.
  • Die Abschlussprüfung muss man eigentlich auch ein paar Wochen vorher anmelden. Bei mir fiel das in die Corona-Zeit, wo alles etwas chaotisch war. Außerdem lief die Regelstudienzeit bei mir ab, sodass es eigentlich nur noch einen Prüfungstermin gab. Auf Nachfrage, ob ich doch noch evtl. so kurzfristig an den Prüfungen teilnehmen könne, hat mir meine Betreuerin auch das ermöglicht.

In den Seminaren ist die Betreuung dann noch ein ganzes Stück persönlicher gewesen, weil unsere Betreuerinnen zwischendurch immer wieder reinkamen, geduldig alle Fragen zu Prüfungen & Co. beantwortet haben und dafür gesorgt haben, dass es allen Teilnehmer gutgeht.

Fazit

  • Die Studienunterlagen bieten einen guten Überblick und Grundstück für alle wichtigen Themen rund ums Coaching und rund um die Themen Stress & Entspannung.
  • Die Seminare waren für mich aufwändig von der Anreise her, aber haben mir im gesamten Kurs am meisten gegeben und sind mit vielen tollen Erinnerungen verbunden.
  • Der Kurs eignet sich vor allem, wenn man schon im Gesundheits- oder Fitnesssektor arbeitet, aber auch, wenn man wie ich an Persönlichkeitsentwicklung, an betrieblichem Gesundheitsmanagement, an Stressmanagement und an Coaching interessiert ist.
  • Das wird definitiv nicht meine letzte Weiterbildung am IST-Studieninstitut gewesen sein.

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