Lesen lernen oder mit welchem Verhalten wir uns an unseren Möglichkeiten selbst berauben

Marcus Schweizer
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Speedreading basiert auf der Tatsache, dass wir uns eine gewisse Lesegewohnheit angewöhnt haben, ohne dass wir diese weiter ausbauen. Gemeint ist damit, dass wir einmal lesen lernen, in der Grundschule oder Schule überhaupt. Diese feste Vorgehensweise will Speedreading aufweichen und erweitern.

Erwachsenengerecht lesen könnte ein anderer Begriff für Speedreading sein, ein deutscher Begriff. Wie andere Fähigkeiten auch, Rad fahren oder mentales Können, so haben wir viel dazu gelernt und dies können wir auf das Lesen übertragen.

Haben wir zuerst einzelne Buchstaben entziffert, dann ganze Wörter decodiert und Sätze verstanden, so hat es uns hier oft gereicht, mit der Entwicklung still zu stehen. Warum die Denkmuster nicht auch auf Lesen übertragen?

Fehler korrigieren und neue Fähigkeiten aneignen spart Zeit

In dem Buch, das ich lese steht, dass Menschen im Schnitt 10 Stunden in der Woche lesen. Spart man 20 Prozent der Zeit ein, so sind es nur noch 8 Stunden und auch 8 Stunden eingesparte Zeit in nur einem Monat, bei gleichem Textverständnis. Wer beruflich viel liest wie ich, kann hier klare Vorteile herausholen. Das wären aber Zahlen am unteren Rand der Möglichkeiten...!

Gut, ich bin überzeugt, dass das ne gute Sache ist, warte aber ab, welche Methoden und Mittel die empfehlen. Zuerst geht es an die früheren Fehler und wie wir uns selbst beim Lesen behindern.

Drei Hauptfehler sind ausgemacht, die wir begehen:

  • Laut lesen
    Laut lesen ist deshalb hinderlich, weil denken schneller ist als Sprechen.
  • Wiederholen
    Bei Verständnisprobleme springen wir zurück an den Satzanfang oder Absatzanfang, eben dorthin, wo wir aufgehört haben, das Gelesene zu verstehen. Das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch.
  • Blickfokus zu klein
    Der dritte große Fehler ist ein zu enger Blickfokus. Wir konzentrieren uns auf wenige Wörter oder wie ein Leseanfänger auf einzelne Wörter, anstatt auszuprobieren, wie viel wir auf einmal aufnehmen könnten. Damit verschenken wir wertvolle Ressourcen und Zeit.

Das sind die drei Hauptfehler, warum wir unser eigentliches Potenzial nicht nutzen und geistige Fähigkeiten verkümmern lassen. Damit schließe ich erstmal den Beitrag und werde im nächsten Beitrag etwas über die Möglichkeiten schreiben, wie wir nun schneller lesen lernen können.

 

 

Lernen Recherche Selbstorganisation

 veröffentlicht vor 8 Jahren (aktualisiert vor 2 Jahren)

Diskussion

Nee, macht es nicht :-) Ich kenne das nur von früher, da habe ich aus Faulheit manchmal Sachen einfach nachgeschlagen, z.B. in Mathematik-Lehrbüchern.

Mit laut lesen ist mitsprechen gemeint, genau! Auch im Kopf laut mitlesen ist sehr hinderlich!
Der kürzeste Weg ist wohl "Buchstaben sehen - Bedeutung erkennen", gar nicht viel dazwischen rumtun!

Klar, alles was unbekannt ist, soll natürlich dann überlegt werden, wie das gemeint ist oder was die Wörter bedeuten. Macht ja keinen Sinn, fremde Dinge ablehnen und nur das lesen, was man eh schon kennt! :o

Hi Marcus,
was meinst Du genau mit laut lesen? Dass man in der Schule das Lesen zuerst immer über das laute Lesen lernt?

Denn dadurch prägt sich oft die Gewohnheit ein, auch im Kopf "laut" mitzulesen, was lt. vieler Ratgeber zum Thema nicht immer sinnvoll ist, weil es die Lesegeschwindigkeit reduziert, aber nicht zwangsläufig zu besserem Verständnis beiträgt.

Das mit der Wiederholung ist auch ein guter Punkt, den ich in meinem Beitrag Speedreading, was bringt es? (https://www.fernstudi.net/magazin/speedreading-was-bringt-es) nicht erwähnt hatte. Kommt vor allem sicher durch mangelnde Konzentration.

Was auch sehr wichtig ist: Unbekannte Wörter etc. immer nachschlagen. Jeden Satz verstehen, denn wenn man einmal etwas nicht verstanden hat, fällt es einem oft immer schwerer, den Folgetext zu verstehen.

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