Wie sieht eine Woche Psychologiestudium an der Open University aus?

Marcus Schweizer
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Theorie mag ganz interessant sein, doch um das Studium an der Open University nachvollziehen zu können, braucht es etwas Praktisches. Daher mein neuer Blogbeitrag, wie so eine Woche überhaupt aussieht. Wie beginnt der Start in die Woche, wie organisiert man sich und woher weiß man, wo man überhaupt anfangen soll?

Ich habe mir einen ganz einfachen Wochenkalender mit Tabellenkalkulation gemacht und biete ihn auch hier zum Download an. Dort trage ich nur die Zeiten ein, in denen ich mich mit dem Studium beschäftige. Den Plan drucke ich jede Woche aus und trage meine Zeiten ein.

Ich vertraue dem Study-Guide, jede Woche aufs Neue

Von der Open University bekam ich mit meinen ganzen Studienunterlagen auch den Study-Guide. Das ist ein kleines Heft mit etwa 60 Seiten. Dort erhält man neben allgemeinen Informationen auch für jede Woche einen Arbeitsplan. Die Open University beschreibt den Study Guide als die Navigation durch den Kurs DSE212. So kann man sich das auch vorstellen, denn nur mit den Unterlagen der Inhalte, die man können muss, hätte ich schon längst den Überblick verloren. Die Woche beginnt also mit dem Study-Guide, in dem die Kapitel und Bücher für die Woche drin stehen, die gelesen werden. Die Inhalte gliedern sich in zwei Richtungen, nämlich Pflicht und Kür.

Habe ich den erfahren, was für die Woche ansteht, lege ich mir die Unterlagen dafür zurecht und verschaffe mir einen ersten Einblick. Danach trage ich die Zeiten in meinen Kalender ein und hoffe, dass alles so verläuft, wie ich mir das denke.

Der zweite Blick erhält das Workbook

Nachdem ich mir in dem Study-Guide die erste Orientierung geholt habe, nehme ich mir das Workbook vor. Das sind zwei feste Konstanten, nach denen sich alles andere auflöst. Von Woche zu Woche verändert sich das Verhältnis der Unterlagen, deren Inhalt eine Rolle spielt.  So gibt es Wochen, in denen ein Buch ausfällt und wieder andere Unterlagen wichtig sind.

Jedenfalls ist das Workbook unabhängig von den Inhalten. Der Grund dafür liegt in dem Zweck, den das Workbook erfüllt. Hier sind die Studyskills drin, die von Woche zu Woche gelernt oder eingeführt werden. In der ersten Woche waren dort die Unterlagen selbst im Fokus, sich erstmal über Bücher, CDs, DVDs und Hefte einen Überblick zu verschaffen. Darauf kam das richtige Lesen, zu unterschiedlichen Zwecken gibt es verschiedene Lesetechniken. Die dritte Woche war für Notizen machen wichtig. Danach folgen eben weitere Fähigkeiten, die man nach und nach an den Inhalten einüben kann. Das vermittelte Wissen des Workbook ist das, was ich mir in einer Woche als Erstes ernsthaft durchlese und mich damit beschäftige.

Mit dem Überblick geht es an die Inhalte der Psychologie

Ich könnte jetzt schreiben, dass ich das Workbook und den Study-Guide nun hinter mich gebracht habe und mich den wichtigen Dingen zuwenden kann. Da die Wahrheit eine andere ist, schreibe ich auch etwas anderes. Die beiden Heftchen bleiben nämlich aufgeschlagen oder zumindest griffbereit, auch wenn ich mich nicht direkt damit weiterbeschäftige. Ich beende die Beschäftigung nicht, sondern lege eine Pause ein.

Es ist an dieser Stelle Zeit, nun auch die Inhalte anzusehen und durchzulesen. Bisher habe ich mich gut beraten gefühlt, einfach nur hinzusehen und mir vorzustellen, was das bedeutet, das da steht.

Das ist meine Lerntechnik und nach allem was ich bisher weiß, reicht das auch gut aus! Was nicht durch die Wahrnehmung aufgenommen werden konnte, das kann auch nicht erinnert werden. So lese ich mein Studienmaterial durch, fasse in Notizen zusammen, verdeutliche mir Inhalte durch Zeichnungen. Oder ich sinniere in Gedanken, während ich mich auf meiner Couch ausruhe. Neben der Aufnahme von Inhalten gehört zum Lernen auch das Ausruhen. In dieser Zeit verarbeitet das Gehirn, also jeder von uns, die Inhalte und stellt allerlei damit an. Das sind die Momente, in denen wir irgendwo sitzen und uns eine Idee kommt, wir plötzlich eine Lösung für ein lange bearbeitetes Problem haben oder uns Dinge einfallen, die wir anscheinend vergessen hatten. Gemeinsam ist bei allen, dass wir plötzlich ein Bild vor den Augen haben. Wie gesagt, diese Zeit zur Verarbeitung braucht es genauso wie die eigentliche Erfahrung, das ist auch Lernen! Es würde nur wieder meinen Beitrag sprengen, wenn ich erzählen würde, wie man diese Verarbeitung selbst gestalten könnte.

An alles gehalten, was der Study-Guide und der Kalender vorgeben?

Nach jedem Kapitel und jedem Buch kontrolliere ich, ob ich bisher alles gemacht habe. Regelmäßig finden sich in den Kapiteln auch sogenannte Activities, die nochmal Übung für die Inhalte sind. Bei der Gelegenheit sollte man sich das ganze Thema nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich mag diese kleinen Aufgaben zwischendrin mittlerweile sehr. Es sind kleine Zeitfenster, in denen man sich nochmal alles überlegen kann, indem man Aufgaben löst.

So gehe ich erst die Pflichtinhalte durch, dann die freiwilligen Themen von Student-directed Study. Letztere sind meist Audioprogramme oder Videos. Das ist ganz schön wenn man auch sieht, was vorher nur gelesen wurde. Bevor ich dann weiter mache, nehme ich mir wieder etwas Zeit um drüber nachzudenken. Was fällt mir alles ein von dem, was ich bisher gelesen habe? Mit was hat das zu tun, wie sieht das aus? Ich spiel ein bischen Kind, das fragt und neugierig ist.

Erst wenn ich das für mich so abschließen kann, kontrolliere ich nochmal, ob ich alle Inhalte für diese Woche durch bin. Meistens kann ich mir es nicht verkneifen, auch den Blick nach vorn zu richten und die bevorstehenden Inhalte anzusehen, aber nur im Groben. Dann aber spare ich mir das auch auf nächste Woche auf, wenn es wieder mit dem Study-Guide losgeht. 

Open University

 veröffentlicht vor 9 Jahren (aktualisiert vor 2 Wochen)

Diskussion

Marcus, Du und Dein Studium machen einen gut organisierten Eindruck. Für Termine nutze ich Outlook, da kann ich mir auch immer Wochen- und Monatsübersichten ausdrucken. Aber Du bist ja kein Microsoft-Nutzer, wie es scheint :-)
Skripte können jetzt übrigens auch hier hochgeladen und veröffentlicht werden: https://www.fernstudi.net/lernskripte/

Mir mangelt es noch ein wenig an der Selbstorganisation, daher stecke ich mit meinem Studium gerade noch etwas fest. Da ich aber nach alles Organisatorische durchdenke und optimiere, wird auch bald das Studium an die Reihe kommen und gut in den Tagesablauf integriert.

Ich eröffne bei Gelegenheit mal einen Forenbeitrag zum Thema Selbst- und Studienorganisation.

Ja es gibt viele so kleine Organisationstools und Kalender ja im Internet, aber das war mir zu kompliziert. Blatt und Stift auf dem Tisch ist einfacher und unkompliziert, darauf kommts mir an. Ich hab nichts gegen Microsoft :-)
Das habe ich gemacht, um mir selber keine Steine in den Weg zu legen. Je mehr Aufwand ich betreiben muss, umso höher ist die Chance, dass mans nicht mach! Daher das urtümliche Duo "Blatt und Stift"! Das liegt vor mir wenn ich mich nur an den Tisch setze und kann nicht weggeklickt werden, muss auch nicht erst angeklickt werden!

Die Organisation gibt die OU ja vor, man muss sich das nicht zurecht legen, sondern einfach nur einhalten und so machen - das ist das Schwierige daran! Interessant ist vielleicht noch, dass von Kurs zu Kurs die Anforderungen steigen und mehr organisiert werden muss.

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