FernUni Hagen in der Kritik, was ist dran?

Christian Wolf
 2 Kommentare

Auch über das Blog von Fernstudium-Infos bin ich vor einiger Zeit auf eine Sendung des WDR , „Mangelhaft für die FernUni Hagen“ aufmerksam geworden. Kritisiert wird dort insbesondere die schlechte Internetnutzung der Lehre an der FernUni Hagen.

Hier einige Hinweise zu meinen persönlichen Erfahrungen als Fernstudent der FernUni Hagen (Kulturwissenschaften). Ich kann leider nicht mit anderen Fernunis bzw. Fernhochschulen vergleichen, kann mir aber vorstellen, dass dort, wo es mehr Geld gibt, auch mehr passiert. Die Möglichkeiten, die das digitale Medium bietet, werden an der FernUni, zumindest in meinem Fachbereich, bei weitem nicht ausgereizt.

Klar, mittlerweile hat dort auch „Moodle“ Einzug gehalten, ein Lernmanagement-System mit Tendenz zum Web 2.0, allerdings dient es (momentan) hauptsächlich der Vernetzung der Studis untereinander und der Organisation von Online-Lehrveranstaltungen.

Was mir fehlt, sind solche simplen Sachen wie Lehrmaterialien als PDF-Datei bzw. digital (dann muss ich die Stapel an Materialien nicht immer im Rucksack rumschleppen). PDf ist aber nicht die einzige Möglichkeit, das Ganze digital aufzubereiten, HTML bietet durch Verlinkung, Einbindung von weiteren Medien etc. da eine ganze Palette an Möglichkeiten. Freilich, all das bedeutet Arbeit und erfordert damit Geld. Aber 1. würde ich für die Materialien mehr bezahlen, wenn ich sie auch digital vorliegen hätte, 2. könnte sich das Vorliegen der Daten als XML oder HTML letztendlich rechnen, weil die Materialien sowieso mehrere Semester genutzt werden und mit Leichtigkeit in andere Medien transferiert werden könnten.

Was auch nett wäre, auch dafür würde ich mehr Geld ausgeben, wären Online-Vorlesungen und Podcasts. Was mir am meisten fehlt an der Fernuni sind die Vorlesungen, die ja doch den größten Teil des „Studien-Gefühls“ ausgemacht haben, als ich noch an einer Präsenzuni war. Online-Vorlesungen könnten einen Teil davon zurückgeben, würden die Motivation erhöhen und wären vielleicht auch schön für die Profs, die großteils ja gerne Vorlesungen halten. Das Ganze müsste nicht einmal live geschehen, es wäre sogar äußerst praktisch, die Vorlesungen dann schauen zu können, wann man will.

Auch Letzteres kostete Geld und auch viele Ressourcen; aber auch dafür würde ich, wie gesagt, mehr bezahlen.

Das sind nur zwei Punkte, die mir einfallen, was verbessert werden könnte. Wie gesagt, kann ich das Ganze nicht vergleichend betrachten, da ich die anderen Fernhochschulen nicht von innen kenne, aber ich bin auch der Meinung, dass die Kritik einigermaßen gerechtfertigt ist. Mit dem Nachsatz, dass wer keine Studiengebühren zahlen möchte und auch an die günstigste und größte Uni bzw. Hochschule geht, sich über die Mängel und Nachteile nicht ärgern sollte.

Wie ist Eure Meinung? Reichen Euch die Angebote der FernUni Hagen im Bereich E-Learning aus? Würdet Ihr für mehr Angebot auch mehr zahlen?

FernUni Hagen

 veröffentlicht vor 10 Jahren (aktualisiert vor 4 Monaten)

Diskussion

Vera K.

Also, in meinem Studiengang (Psychologie) an der FU Hagen wird das E-Learning voll ausgereizt.
Die Studienbriefe gibt es fast alle als pdf (in Statistik sogar mit eingebundenen Videos), ein großer Teil der Pflichtliteratur wird ebenfalls als pdf zur Verfügung gestellt. Wir haben Online-Vorlesungen zum downloaden (Video, mp3) und können virtuelle Lerngruppen in Moodle bilden. Der Austausch untereinander und mit den Betreuern klappt hervorragend.

Sicher überfordert die Fülle an Möglichkeiten und Informationen auch diejenigen, die noch nicht so fit im Umgang mit Foren, Download-Prozeduren, Sicherheitszertifikaten und anderen internetspezifischen Dingen sind. Es wäre sicher sinnvoll, für diese Gruppe in den Studienzentren entsprechende Einführungskurse zur Internetkompetenz anzubieten, und zwar VOR Beginn des Semesters. Dann könnten vielleicht die unzähligen "Ich-kann-das-nicht-downloaden/öffnen"-Hilferufe im Moodle-Forum reduziert werden.

Außerdem besteht die Gefahr, in den Foren seine wertvolle Lernzeit zu vertrödeln, wenn man nicht konsequent selektiv liest. Aber das zähle ich zu den Fähigkeiten, die man sich spätestens während des ersten Semesters aneignen sollte.

Alles in allem bin ich mit den E-Learning-Angeboten sehr zufrieden!

Hallo Vera,

vielen Dank für die Info. Ich dachte mir schon, dass das von Fachbereich zu Fachbereich sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Bei den KuWis hat sich ja auch einiges getan in letzter Zeit, der Studiengang wurde umstrukturiert, die Moodle-Nutzung eingeführt etc., das war sicher sehr zeitaufwändig.
Wegen der PDFs bin ich ein wenig neidisch, ich könnte die zwar über mein Smartphone lesen, aber dafür würde ich mir extra ein Lesegerät zulegen. Die fallen wenigstens nicht auseinander, wenn man sie immer mit sich rumschleppt ;-)

Der Aspekt mit der Fülle an Möglichkeiten, die manche leicht überfordern könnte, stimmt natürlich. Da betrachte ich das ganze sehr aus meiner Perspektive, die sehr Internet- und E-Learning-affin ist.

>> Außerdem besteht die Gefahr, in den Foren seine wertvolle Lernzeit zu vertrödeln, wenn man nicht konsequent selektiv liest.
Stimmt, aber so ist es an den Präsenzunis ja auch, da vertrödelt man die Zeit auf dem Campus.

Btw: Noch ein FernUni-Blog, den ich noch nicht kannte. Ich werde den in die Liste mit aufnehmen, vielleicht sollte ich die mal nach Hochschulen und Fachbereich sortieren.

Ein frohes neues Jahr!
Christian

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