Wie läuft der Antrag auf eine ZPP-Anerkennung für Präventionskurse ab?
1 Antwort
Hi!
Der ZPP-Antrag besteht im Kern aus drei Teilen: Kursleitungsqualifikation prüfen lassen, Kurskonzept nutzen oder einreichen und danach das konkrete Präventionsangebot zertifizieren lassen. Erst wenn das zusammenpasst, kann der Kurs bei gesetzlichen Krankenkassen als Präventionskurs nach § 20 SGB V bezuschusst werden.
So läuft es praktisch ab:
- Handlungsfeld wählen: Die ZPP arbeitet mit vier Handlungsfeldern: Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stress- und Ressourcenmanagement sowie Suchtmittelkonsum. Dein Kurs muss zu einem Handlungsfeld und Präventionsprinzip aus dem GKV-Leitfaden Prävention passen.
- Account im ZPP-Portal anlegen: Wenn du selbst Kursanbieterin und Kursleitung bist, brauchst du einen erweiterten Account als Anbieterin und Kursleitung.
- Qualifikation einreichen: Du lädst Zeugnisse, Urkunden, Curricula, Modulhandbücher, Stundenumfänge, Inhalte und ggf. Praxisnachweise hoch. Die ZPP prüft, ob deine Qualifikation die Mindeststandards für das gewählte Handlungsfeld erfüllt.
- Kurskonzept klären: Du kannst entweder ein bereits anerkanntes standardisiertes Konzept nutzen oder ein eigenes Konzept einreichen. Bei Konzepten sind vor allem Stundenverlaufspläne, Teilnehmerunterlagen und ggf. eine Mustereinweisung wichtig.
- Konkreten Kurs zertifizieren lassen: Der Kurs wird immer in der Verbindung aus Anbieter, Kursleitung und Konzept geprüft. Ein anerkanntes Konzept allein reicht also nicht; dein konkreter Kurs muss trotzdem im Portal eingetragen und geprüft werden.
Wichtiger Unterschied: Ein individuell selbst entwickelter Kurs kann laut ZPP direkt nur als Präsenzangebot eingereicht werden. Onlinekurse, Fernkurse, Onlineseminare oder digitale Angebote sind grundsätzlich möglich, haben aber eigene Prüfkriterien und laufen über IKT- bzw. digitale Angebotsformen. Wenn du online anbieten willst, solltest du diesen Punkt besonders sorgfältig prüfen.
Diese Unterlagen sind meist entscheidend:
- für die Kursleitung: Abschlusszeugnisse, Urkunden, Curricula, Modulhandbücher, Nachweise zu Inhalten und Stundenumfängen, ggf. Nachweise zu Praxis und Einweisung in ein Verfahren.
- für das Kurskonzept: detaillierte Stundenverlaufspläne, Ziele, Zielgruppe, Inhalte, Methoden, Zeitstruktur, Teilnehmerunterlagen und bei standardisierten Konzepten eine Einweisung in das Programm.
- für den konkreten Kurs: Kursdaten, Kursleitung, Kursformat, Termine, Umfang, Gebühren, Gruppengröße und die Verbindung zum passenden Konzept.
Was erfahrungsgemäß den größten Aufwand macht:
- die eigenen Qualifikationen so aufzubereiten, dass Inhalte und Stundenumfänge klar den ZPP-Mindeststandards zugeordnet werden können,
- Stundenverlaufspläne wirklich präzise zu formulieren,
- Prävention sauber von Therapie, Beratung oder Behandlung abzugrenzen,
- bei Onlinekursen zu klären, ob das geplante Format als IKT-Kurs oder digitales Angebot zertifizierbar ist.
Daraus abgeleitete Empfehlungen: Starte nicht mit dem fertigen Kursdesign, sondern zuerst mit deiner Qualifikation. Wenn die Kursleitungsqualifikation für Ernährung oder Entspannung/Stressmanagement nicht passt, hilft auch das beste Kurskonzept nicht weiter. Danach solltest du prüfen, ob du ein bereits anerkanntes Konzept nutzen kannst – das ist oft deutlich schneller als ein komplett eigenes Konzept.
Die offiziellen ZPP-Seiten findest du hier: Qualifikation als Kursleitung anerkennen lassen, Konzept einreichen und Präventionsangebot zertifizieren lassen.
Wenn du noch passende Qualifikationen suchst, kannst du im Kursfinder nach passenden Kursen in Ernährung, Entspannung, Stressmanagement oder Gesundheitsprävention recherchieren und interessante Optionen im Merkzettel speichern. Für schnelle Rückfragen kannst du auch den Chat mit Sophie, unserer virtuellen Studienberaterin, nutzen.