Welche Masterstudiengänge nach dem B.A. Medizinberufe mit Schwerpunkt Gesundheitspädagogik?

Hallo zusammen, ich mache aktuell meinen Bachelorabschluss in medizinischen Berufen mit dem Schwerpunkt Gesundheitspädagogik an einer Fernhochschule. Jetzt frage ich mich, welche Möglichkeiten ich nach diesem Abschluss habe, um einen Master zu machen – und zwar speziell im Bereich Medizinpädagogik oder Berufspädagogik. Am liebsten würde ich ein berufsbegleitendes Fernstudium starten, damit ich weiterhin arbeiten kann. Hat jemand Tipps oder Erfahrungen, welche Voraussetzungen man für solch einen Master braucht und welche Fernhochschulen (z.B. IU, DIPLOMA, HFH) passende Programme anbieten? Bin für jede Info dankbar!

1 Antwort

Gute Ausgangslage: Ein Bachelor in medizinischen Berufen mit Schwerpunkt Gesundheitspädagogik ist für genau diese Master-Richtung eine der passendsten Vorbildungen, die man haben kann. Eine Sache vorweg, damit du nicht in die falsche Richtung suchst: Einen berufsbegleitenden Fernstudien-Master, der wirklich Medizinpädagogik heißt, haben wir aktuell nicht im Bestand. Medizinpädagogik ist im Fernstudium ein Bachelor-Titel. Auf Master-Ebene heißen die inhaltlich passenden Programme Berufspädagogik, Gesundheits- und Pflegepädagogik oder Bildung und Management im Gesundheitssystem. Inhaltlich landest du dort, wo du hinwillst – Unterricht und Bildungsarbeit in Gesundheits- und Sozialberufen.

Diese Fernstudiengänge kommen für dich infrage

  • Gesundheits- und Pflegepädagogik (M.A.) an der IU – 120 ECTS, 4 Semester, ab 299 Euro monatlich. Von allen Programmen passt dieses am direktesten zu deinem Bachelor: Verlangt wird ein grundständiges Studium der Gesundheits- oder Pflegepädagogik beziehungsweise der Gesundheits-, Therapie- oder Pflegewissenschaften mit mindestens 180 ECTS und der Note „befriedigend“ oder besser. Dazu müssen mindestens 35 ECTS bildungswissenschaftliche Anteile im Erststudium stecken – fehlende Anteile kannst du über kostenfreie Brückenkurse im Master nachholen. Wichtig zu wissen: Das verpflichtende Praxisprojekt setzt voraus, dass du Zugang zu einem Lehr- oder Ausbildungskontext hast, in dem du unterrichten und evaluieren kannst.
  • Berufspädagogik (M.A.) an der HFH · Hamburger Fern-Hochschule – 120 ECTS, 5 Semester, ab 312 Euro monatlich, dazu 900 Euro Prüfungsgebühr für die Masterarbeit je Versuch. Basis sind mindestens 180 ECTS aus dem Erststudium. Mit einem berufspädagogisch ausgerichteten Abschluss im Bereich Gesundheit kommst du in den Schwerpunkt Fachwissenschaften Gesundheit, dafür brauchst du zusätzlich mindestens 24 ECTS bildungswissenschaftliche Grundlagen. Ab dem dritten Semester gehört ein sechswöchiges Praktikum an einer berufsbildenden Schule mit Lehr- und Unterweisungsprobe dazu.
  • Bildung und Management im Gesundheitssystem (M.A.) an der HFH – 90 ECTS, 4 Semester, ab 285 Euro monatlich. Die Variante, wenn du neben der Lehre auch Leitung, Qualitäts- und Organisationsentwicklung mitdenken willst. Achte hier auf die ECTS-Rechnung: Der Zugang ist auf 210 ECTS aus dem Erststudium ausgelegt, mit weniger geht es unter Auflagen – bis zum Masterabschluss müssen insgesamt 300 ECTS zusammenkommen. Außerdem wird in der Regel mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung erwartet.
  • Berufspädagogik (M.A.) an der DIPLOMA Hochschule – 90 ECTS, 5 Semester, ab 197 Euro monatlich. Ein Punkt, der viele überrascht: Verlangt wird der Nachweis einer laufenden Unterrichtsverpflichtung von mindestens vier Wochenstunden an einer berufsbildenden Schule, spätestens zum Studienstart. Wenn du also noch nicht unterrichtest, ist das eine echte Hürde. Bei 180 ECTS im Erststudium kommt ein Brückenkurs beziehungsweise eine Kompetenzfeststellung dazu.
  • Berufspädagogik und Management für die Pflegebildung (M.A.) an der APOLLON Hochschule – 120 ECTS, 6 Semester, ab 292 Euro monatlich. Nur relevant, wenn du eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf hast – ohne diesen Nachweis ist eine Immatrikulation dort nicht möglich.
  • Berufspädagogik (M.A.) an der Fachhochschule des Mittelstands – 90 ECTS, 4 Semester. Verlangt einen einschlägigen Bachelor aus dem pädagogischen, sozialen oder gesundheitlichen Bereich plus mindestens ein Jahr Berufserfahrung.

Die vier Punkte, an denen sich am Ende alles entscheidet

  1. Deine ECTS-Zahl. Hast du 180 oder 210 ECTS im Bachelor? Bei 180 ist fast überall etwas nachzuholen – über Brückenkurse, Ausgleichsmodule oder eine Auflage im Studienverlauf. Das ist normal und kein Ausschlusskriterium, verändert aber Dauer und Kosten.
  2. Dein bildungswissenschaftlicher Anteil. Schau im Transcript nach, wie viele ECTS auf Didaktik, Pädagogik und Bildungswissenschaft entfallen. IU will mindestens 35, die HFH je nach Schwerpunkt mindestens 24. Mit einem Gesundheitspädagogik-Schwerpunkt stehen deine Chancen gut, dass du das erfüllst.
  3. Deine Abschlussnote. Bei der IU ist „befriedigend“ die Schwelle; darunter gibt es definierte Alternativwege, etwa über einschlägige Leistungen im Umfang von mindestens 40 ECTS oder eine Masterzugangsprüfung.
  4. Dein Zugang zu einem Lehrkontext. IU, HFH und DIPLOMA verlangen alle in irgendeiner Form Unterrichtspraxis – mal als Praxisprojekt, mal als Praktikum, bei DIPLOMA als feste Unterrichtsverpflichtung. Wenn du das frühzeitig mit deinem Arbeitgeber klärst, sparst du dir später Stress.

Wenn du später hauptamtlich an einer Schule des Gesundheitswesens unterrichten willst, entscheidet über deine Genehmigungsfähigkeit als Lehrkraft nicht die Hochschule, sondern die zuständige Behörde deines Bundeslandes. Die Anforderungen unterscheiden sich dort deutlich. Es lohnt sich, das vor der Studienwahl kurz zu prüfen, manchmal hängt an genau diesem Detail, welcher Schwerpunkt der richtige ist.

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