Anerkennung des Fernstudiums durch Arbeitgeber?

Musa A.

3 Beiträge

 •  (aktualisiert am 01.05.2017 von Christian Wolf) #1

Liebes Forum,

mich würde es sehr interessieren, ob jemand Erfahrungen damit hat, wie so ein Fernstudiumabschluss später im Berufsleben durch die Unternehmen anerkannt wird. Es gibt ja da ziemlich viele Meinungen. Eigentlich ist es ein ganz normaler Studienabschluss, warum sollte es also Probleme bei der Anerkennung geben ??? :S

Liebe Grüße
Musa

Markus Jung

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 •  #2

Hallo Musa,

so ist es. Wenn Du per Fernstudium einen akademischen Grad an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule erwirbst, ist dieser einem Abschluss aus einem Präsenzstudium gleichwertig.

Viele Arbeitgeber schätzen es mittlerweile sogar, wenn der Abschluss berufsbegleitend erworben wurde, weil der Student damit besondere Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit etc. bewiesen hat.

Viele Grüße
Markus

Fernstudium-Infos.de - www.fernstudium-infos.de

Christian Wolf hat sich bedankt.

Christian Wolf

Fernschüler/-in
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 •  (aktualisiert am 01.05.2017 von Christian Wolf) #3

Eigentlich ist es ein ganz normaler Studienabschluss, warum sollte es also Probleme bei der Anerkennung geben ???

Rechtlich ist der Abschluss, wie Markus schon schrieb, einem Abschluss aus einem Präsenzstudium gleichgestellt, da wird es keine Probleme geben.

Was du aber sicher (auch) meinst, ist die Frage danach, wie angesehen ein solcher Abschluss bei Arbeitgebern ist. Das lässt sich nicht so leicht beantworten und da gibt es sicher keine allgemein gültige Antwort.

Viele Arbeitgeber schätzen es mittlerweile sogar, wenn der Abschluss berufsbegleitend erworben wurde, weil der Student damit besondere Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit etc. bewiesen hat.

Dem würde ich auch im Prinzip zustimmen. Würde ich Mitarbeiter einstellen, wären das meine Gedanken, weil ich weiß, was hinter einem Fernstudium für Belastung, Aufwand und Willen stecken. Nur weiß das nicht jeder.

Diese Argumente dafür, dass ein Fernstudium angesehen ist, werden auch gerne von den privaten Anbieter-Hochschulen und -Fernschulen verwendet. Dazu wurden bereits öfter Forsa-Umfragen, von der privaten Fernhochschule Euro-FH und der Fernschule ILS sowie tns-Infratest-Umfragen von der Privathochschule Wilhelm Büchner und der Fernschule SGD in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse dann per Pressemitteilung verkündet und als Werbebotschaft auf den Verkaufsseiten für Fernlehrgänge genutzt werden. Beispiele: Dies wird übrigens auch in einer Mitteilung von @Markus' Portal fernstudium-infos.de aufgegriffen: Fernstudenten: Bei Personalern beliebt - nach dem Abschluss

In den Pressemitteilungen werden diese Umfragen als "Studien" bezeichnet. Beispiel für eine Auswertungsgrafik:


Hier auf Fernstudi.net gibt es eine Lerngruppe Methoden empirischer Sozialforschung. Es wäre mal interessant, diese als Studien bezeichneten Umfragen der Lerngruppe vorzulegen. Und zusätzlich im Forum für wissenschaftliches Arbeiten auf den Wert der scheinbar wissenschaftlichen Erkenntnisse zu prüfen.

Um es kurz zu machen: Diese Aussagen sind nichts weiter als Werbebotschaften und in meinen Augen wertlos. Die Ergebnisse liegen im Interesse der privaten Anbieter. Schon allein die suggestiven Fragestellungen (siehe Abbildung) disqualifzieren die Aussagen, meiner Meinung nach. Das bringt dich hier also nicht unbedingt weiter.

__________

Vermutlich aber hat die FernUni Hagen z.B. auch ein kleines Imageproblem. Indizien:
In der BILD gab es vor einiger Zeit den Artikel Die letzten Geheimnisse von Super-Guido. Dort wird über Guido Westerwelle folgendes ausgesagt:

Immerhin hat der frühere Rechtsanwalt promoviert, wenn auch „nur“ an der Fernuniversität Hagen – nicht gerade der Hort der Wissenschaftlichkeit.

Klar, ist die BILD, und dass das gelogen ist, wissen wir. Aber spiegelt das nicht irgendwo eine "Volkmeinung" wieder? Und wenn sie auch durch die BILD erzeugt wird?

Dieser Blogbeitrag hier auf fernstudi.net von Tanja: Studium zweiter Klasse?

"Was machst denn so im Moment?" Ich: "Ich studier jetzt wieder.". Sie: "Schon richtig, oder NUR Fernstudium?".

Sowas bekomme ich auch ab und an zu hören. Es liegt einfach daran, dass die meisten überhaupt keine Vorstellung von dieser Form des Studiums haben. Und dass die "Präsenzstudenten" vielleicht auch etwas neidisch zu den Fernstudis blicken und abwerten, wie diese studieren.

Das ist ähnlich wie, wenn man selbstständig ist, da bekommt man auch öfter zu hören: Na du, du bist ja "nur" selbstständig. Von den Leistungen, die man bringt, hat kaum einer eine Vorstellung.


Daraus folgt für mich: Wie anerkannt diese Form des Studiums nun allgemein ist, ist nicht so wichtig. Was zählt ist, wie du das verkaufen kannst. Was du für eine großartige Leistung erbracht hast.

Tatsächlich steigt ja die Akzeptanz und Bekanntheit des Fernstudiums, meine Vermutung, Beobachtung und ja, auch Zustimmung der Umfragen, durch qualitative Verbesserung durch den Einsatz neuer Medien, die Forderung nach lebenslangem Lernen, den Bedarf nach möglichst günstigen Formen der Weiterbildung und nicht zuletzt durch die Lobbyarbeit und Werbung der privaten Anbieter. Das ist gut für Fernstudis, viele Personaler wissen einigermaßen Bescheid.

Letztendlich musst du aber deutlich machen, dass der wissenschaftliche Wert durch nichts gemindert wird, und dass du zusätzlich einige charakterliche Vorzüge unter Beweis gestellt hast und deswegen Präsenzstudenten vorzuziehen bist. Wie du das machen kannst, ist eine andere Frage. Kannst gerne ein Thema im Forum hier eröffnen, sicher gibt es sehr einfache und unaufdringliche Möglichkeiten, das in die Bewerbungsunterlagen einzubauen.

Daneben ist es so, dass die meisten Fernstudis berufstätig sind/waren, evtl. sogar eine abgeschlossene Ausbildung haben, was ihnen weitere Vorteile gegenüber vielen Präsenzstudis bringt.

Hoffe, das war nicht zu ausführlich, und ist auch nur meine persönliche Meinung ;)

Ach ja. Letztendlich ist es mir egal, ob das Fernstudium nun anerkannt ist oder nicht. Ich halte ein Studium generell für weniger wert, wenn es nur zu Karriere- und Statuszwecken in Hochgeschwindigkeit und beschränkt auf das Geforderte, nicht mehr und nicht weniger, absolviert wird, ob Präsenzstudium oder Fernstudium. Genauso wenig wert ist das Abschlusszeugnis. Über die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sagt das so gut wie nichts aus. Das wissen viele Personaler genau, die hochqualifiziertes Personal suchen.

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Chris G. hat sich bedankt.

Christian Wolf

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 •  (aktualisiert am 18.02.2011 von Wolf) #4

Hier mal noch kurz zum Thema, wie angesehen die FernUni ist. Und zwar habe ich einen Kommentar gefunden, der unter dem Artikel Hagen soll doch nicht Bundesuni werden auf derwesten.de steht.

Dort schreibt User "Volmespatz".

Warum denn auch: Wissenschaftlich und vom Forschungseintrag ist die FernUniversität doch Schlusslicht. Doch das gehört eben dazu, nicht der Charakter einer besseren und viel besuchten Schule.

Hier noch als Screenshot:


Sicher, nur ein Piekserchen, diese Meinung, aber halt einer von vielen.

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