Selbstmotivation im Fernstudium: Wie motiviere ich mich zum Lernen?

Christian Wolf

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 •  (aktualisiert am 18.09.2015 von Wolf) #1

Um ihre Motivation zu steigern, greifen viele Studenten zu sog. „Smartdrugs“ bzw. zu Substanzen, die sie dafür halten, wie Ritalin oder auch Modafinil, was in der Regel nicht nur unnötig ist, sondern oft auch noch gefährlich und kontraproduktiv. Ich bin nicht per se gegen Smartdrugs, es gibt sicher geeignete Anwendungsmöglichkeiten, aber dazu später mehr, nicht in diesem Beitrag. Hier geht es um die Dinge, die man als allererstes tun kann, um seine Lernmotivation zu steigern.

Motivation, auch fürs Lernen und für Fernstudenten, hat meiner Ansicht nach stark mit diesen 3 Aspekten zu tun: Ich gehe auf jeden kurz ein, verzichte aber der Einfachheit wegen darauf, Studien zu nennen und meine Aussagen damit zu belegen. Das kann man auch im Verlauf machen.

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 •  #2

Interesse und Neugier vs. Langeweile

Ich denke, dass Interesse und Neugier die wichtigsten motivierenden Faktoren für euren Studienerfolg sind. Gleichzeitig auch die, an denen es vielen Studenten mangelt. Wer nur auf einen Abschluss hin studiert, bringt wahrscheinlich deutlich weniger Neugier und Interesse für sein Fach auf als jemand, der leidenschaftlich studiert und lernt.

Aber selbst dann, wenn ihr nur auf einen Abschluss hin studiert, versucht für jede Lernaufgabe, und sei sie noch so monoton, etwas zu finden, das euch interessiert, das eure Neugier weckt. Das heißt auch, dass ihr evtl. eure Lernmethode anpassen müsst. Auf die Art habe ich zum Beispiel mein Matheabi bestanden. Ich war vorher einer von denen, die von sich denken, dass sie grundsätzlich schlecht in Mathe und gut in Deutsch sind. Für mein Externenabitur, auf das ich mich auf eigene Faust vorbereitet habe, musste ich Gefallen an Mathe finden, um irgendwie zu bestehen, und habe begonnen, eine neues Selbstbild zu entwickeln. Nämlich das Selbstbild von jemanden, der alles lernen kann, was ihn interessiert, sogar Mathe. Und tatsächlich hat mir das ständige Üben nach einer Weile richtig Spaß gemacht. Mein Studium an der FernUni wurde für mich erst unerträglich, als ich nur noch auf den Abschluss hin studiert habe und nicht mehr versucht habe, Interesse aufzubringen. Auch deswegen habe ich dann auch abgebrochen.

Oder für mein Geschichtsabi habe ich weniger mit Büchern gelernt als vielmehr mit Filmen und Dokus. So habe ich zumindest durchgehend Interesse aufbringen können und letztendlich bestanden. Später habe ich angefangen, Biografien zu lesen, was mich wirklich sehr interessiert hat und immer noch interessiert. Ich glaube, dass ich auf keine andere Art und Weise so viel Geschichte gelernt habe wie über Biografien.

Es ist wichtig, den Zusammenhang zwischen Neugier und Motivation zu verstehen, wenn man motivierter studieren will. Neugier ist eine starke Kraft, die sich auch sehr stark gesellschaftlich auswirkt, genauso wie der Mangel an Neugier, die Langeweile. Das hängt damit zusammen, dass Neugier sich auf das Belohnungszentrum auswirkt. Dazu werden die Psychologie-Fernstudis hier sicher mehr wissen und sagen können.

Siehe auch:

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 •  #3

Ernährung und Supplements

Wenn Neugier und Motivation mit dem Belohnungssystem zusammenhängen, hilft es vielleicht auch, den Dopaminspiegel und den Spiegel anderer Neurotransmitter etwas anzuheben, indem man bestimmte Nahrungsmittel isst. Zum Thema Ernährung und lernen habe ich auch schon einmal hier geschrieben: Brainfood: Effizienter Lernen mit den richtigen Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen.

Generell ist es wichtig, ausreichend Proteine zu sich zu nehmen. Wichtig ist vor allem z.B. die Aminosäure Tyrosin, mit deren Hilfe wir Dopamin bilden. Nahrungsmittel, die viel Tyrosin enthalten sind z.B. Eier sowie Wildlachs/Fisch. Für einen begrenzten Zeitraum kann es auch sinnvoll sein, Tyrosin zusätzlich als Supplement zu konsumieren. Vorher sollte man sich aber genau damit beschäftigen, wie sich das auswirkt und welche „Nebenwirkungen“ es haben kann, damit man nichts im empfindlichen System der Neurotransmitter durcheinander bringt.

Auch Fischöl wirkt sich wahrscheinlich auf das Belohnungssystem aus. besser ist es natürlich, regelmäßig Fisch zu essen.

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 •  #4

Ruhe und Erholung

Ich halte an sich nicht ganz so viel davon, neben einem (Vollzeit-)Beruf auch noch (auf einen Abschluss hin) zu studieren. Ich weiß nicht, wo man da noch Zeit haben soll, zur Ruhe zu kommen, und das, was man so lernt, auch sacken zu lassen. Man lernt dann eigentlich nur noch für die Prüfungen und kaum aus echtem Interesse. Das kann doch nicht der Sinn von Wissenschaft. Ist aber auch ein anderes Thema.

Erholung ist auf jeden Fall wichtig, auch um motiviert zu bleiben. Wenn ihr euren Körper erholt, hat er die Chance, neuer Verknüpfungen zu bilden, mehr Neurotransmitter (wie Dopamin) zu bilden usw.

Unter Erholung verstehe ich alles, was Stress reduziert und das Nervensystem zurück in den parasympathischen (Ruhe-/Verdauungs-)modus zu switchen. Dazu gehört entsprechend kein Leistungssport. Joggen gehört nicht dazu. Kraftsport nicht usw. Fernsehen ist in der Regel keine Erholung! Zeitungslesen und News sind fast nie erholend!

Wichtig hingegen:
  • Zeit mit Familie und Freunden verbringen, ohne Handy/PC, ohne Studium, ohne Arbeit, ohne E-Mails. Natürlich nur mit den Menschen, die einen nicht stressen, sondern die einem Kraft geben.
  • Schlaf. Mindestens 8 Stunden unter besten Bedingungen (Dunkelheit, Ruhe, Regelmäßigkeit etc.)
  • Bewegung. Und zwar „sanfte“ Bewegung wie Wandern (im Wald/in der Natur), Yoga bzw. Dehnungsübungen und Gymnastik, Spiel usw. Sex natürlich.
  • Essen. Nicht fressen, sondern essen, nicht im Restaurant, sondern zuhause. Echte Nahrung, kein Fastfood, nichts künstliches. Mit allem drum und dran, also gemeinsam zubereiten, in guter Atmosphäre in aller Ruhe mit den richtigen Menschen essen.
  • „Wellness“, also Sauna und Eisbäder, Massagen etc.
  • Meditation (nicht jedermanns Sache, für mich aber einer der besten Wege auf für die Erholung)
Es ist wirklich wichtig, dass ihr euch jeden Tag erholt, dass ihr (neben dem Schlaf natürlich) Erholungsaktivität bewusst in den Alltag integriert, zumindest dann, wenn ihr wirklich viel gleichzeitig macht und z.B. neben dem Beruf studiert. Abends muss das Handy aus sein, Abends muss dunkel sein/Kerzenlicht, Abends kann man sich gut ein wenig Yoga hingeben bzw. Meditation, der Familie, dem Partner usw.. Macht ihr das, könnt ihr auch mehr leisten bzw. bekommt alles leichter unter einen Hut. Wer sich nie erholt und sein Nervensystem immer nur im sympathischen Modus (fight/flight) fährt, brennt körperlich, geistig und emotional aus und kann irgendwann gar nicht mehr.

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Nina

Fernstudent/-in
FernUni Hagen

 •  (aktualisiert am 14.11.2016 von Wolf) #5

Hi,

ja die Selbstmotivation ist das A und O beim Fernstudium.

Ich habe mir zu diesem Zweck ein Vision Board erstellt. Und zwar so, dass ich mit Bildern und Fotos visualisiere, wo ich in will. Was sind meine Träume? Wie stelle ich mir mein Leben in einigen Jahren vor? Da drunter habe ich dann meine Aufgaben und Ziele, an denen ich im Moment arbeite, z.B. für eine bestimmte Klausur lernen.

Ich habe mir angewöhnt mich jeden Tag vor mein Board zu stellen und mir ein paar Minuten lang das Leben meiner Träume vorzustellen. Auf die Idee bin ich hier gestoßen. Mir hilft das wirklich dabei, mich für meine Aufgaben zu motivieren und mich dann doch noch mal hinter die Bücher zu setzen :-)

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