ILS statt FOS ratsam?

Marvin H

3 Beiträge

 •  (aktualisiert am 06.12.2015 von Marvin H) #1

Hi,

vorweg mal zu meiner Person, ich heiße Marvin, 19 Jahre alt und komme aus Bayern.

2012 Abschluss M-Klasse (mit recht gutem Erfolg)

2012-Jan.2014 Angefangene Ausbildung zum Elektroniker (Abgebrochen wegen Mobbing und allgemeiner Unzufriedenheit mit dem Beruf. Hab mich ein wenig dazu drängen lassen.)

September.14-Jan.15 FOS Wirtschaft (Durch Probezeit gerasselt)

September15- laufend. FOS Sozialwesen (FOS-Fachrichtung nur als Mittel zum Zweck)

Ich überlege mir, mein Abitur bei der ILS nachzuholen. Aktuell besuche ich wie oben schon erwählt die FOS (Sozialwesen). Da meine Lehrer in diesem Schuljahr den kompletten Stoff irgendwie nur anreißen und schnellschnell machen und 80% der Klasse absolut keine Ahnung hat, was vor sich geht, sinkt mein Optimismus für das bestehen der Probezeit aktuell. Durch die vierwöchigen Vollzeit-Praktika, die alle vier Wochen anstehen, ist es schwer, einen Arbeitsrhythmus oder gar einen Schulalltag zu erlangen, was wiederum auf die Leistungen drückt. Vom psychischen Stress durch komische Praktikumsbetriebe und deren Praktikantenbetreuern ganz zu schweigen. Weiterhin findet man nie wirklich Ruhe und hat kaum Zeit, durch Hobbies oder dergleichen einen Ausgleich zu schaffen.


Nun zu meiner Frage:
Ist eine Fernschule wie z.B. die ILS für einen bayerischen FOSler empfehlenswert?
Ich möchte später unbedingt Marketing studieren, da ich schon immer einen Beruf ausüben wollte, in dem ich Kreativ sein kann (statt nur Leitungen nach Norm zu verlegen), aber auch mehr verdienen kann als ein Malermeister. Aufgrunddessen habe ich mich ziemlich in dem Vorhaben verbissen, ein Abitur zu erlangen.

Auf die Fernschulen-Idee kam ich, da eine Klassenkameradin von mir aufgrund einer sechsjährigen Weltumsegelung quasi zwangsläufig eine Fernschule "besuchen" musste.

Mit dem Gedanken, auf dem Weg zum Abitur komplett sein eigener Herr zu sein habe ich mich nicht nur angefreundet, sondern sogar ein bisschen verliebt :laugh:

Ist es sehr schwer sich laufend zum lernen zu motivieren? Wie ist der Alltag eines Fernschülers eigentlich? Ich würde mich vermutlich mit Laptop und Lernunterlagen bewaffnet in die örtliche Uni-Bib verschanzen und den ganzen Tag durchackern :P

Dass ich alleine besser klar komme merke ich jedes mal, wenn ich mir den Lernstoff der Schule selbst nochmal ansehe. In der Schule höre ich im unterricht nur wirre Sätze und Rauschen. Oder ein Blasinstrument vergleichbar mit der Lehrerin aus "Die Peanuts" .. jedenfalls kommt kaum Inhalt bei mir an, den ich mir merken kann, ohne nochmal selbst zu recherchieren.

Roman beendet. Hoffe mein Beiträg erschlägt niemanden hier :silly:
Würde mich wirklich freuen, wenn mir jemand bei der Entscheidung helfen könnte

cheers:)

Christian Wolf

935 Beiträge
51 Danke

 •  #2

Hallo Marvin,

eine Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen, kann dir aber ein paar Fragen beantworten.

Mein erster Gedanke beim Lesen war, dass du wohl dazu neigst, Dinge abzubrechen und nicht durchzuziehen, wenn es ein wenig anstrengender wird. Muss nicht so sein, aber ich habe den Eindruck. Falls das so ist, wird auch das Fernabitur nicht viel helfen, denn da wirst du genauso immer wieder an Punkte kommen, an denen wirklich Disziplin erforderlich ist. Es geht nicht immer alles nach Lust und Laune, auch das lernt man durch ein Abitur, ob nun beim Fernabi oder an der Schule. Beschäftige dich evtl. also erst mal damit.

Weiterhin findet man nie wirklich Ruhe und hat kaum Zeit, durch Hobbies oder dergleichen einen Ausgleich zu schaffen.

Psychischen Stress wirst du immer haben, auch beim Fernabi. Du musst lernen, mit Stress umzugehen und dich von anstrengenden Tätigkeiten zu erholen. Auch später im Berufsleben wirst du Stress ausgesetzt. So wäre es auch, wenn du als Bauer auf dem Land leben würdest. Richte dir dein Leben so ein, dass du dich täglich vom Stress erholen kannst. Je mehr Erholung (also Schlaf, Sozialkontakte, "Chillen", Bewegung usw.), desto stressresistenter wirst du.

Ist es sehr schwer sich laufend zum lernen zu motivieren? Wie ist der Alltag eines Fernschülers eigentlich? Ich würde mich vermutlich mit Laptop und Lernunterlagen bewaffnet in die örtliche Uni-Bib verschanzen und den ganzen Tag durchackern

Es ist nicht immer schwer, aber oft. Du wirst, wie gesagt, genauso an Punkte kommen, an denen du keinen Bock mehr hast. Und dann trotzdem die Sache durchziehen musst wie ein Mann. Den Alltag strukturierst du selbst. Und glaube mir: 3 Stunden Bibliothek sind genauso Stress. Nur sitzen ohne Bewegung, immer den Kopf nach unten gebeugt usw., das ist genauso anstrengend wie 5 Stunden Unterricht.

Ich möchte später unbedingt Marketing studieren, da ich schon immer einen Beruf ausüben wollte, in dem ich Kreativ sein kann (statt nur Leitungen nach Norm zu verlegen), aber auch mehr verdienen kann als ein Malermeister.

Ich finds schön, dass du einen Traum hast. Den solltest du unbedingt verfolgen und dir täglich ausmalen. Eins kann ich dir aber dazu sagen: Marketing hat mit Kreativität so gut wie nichts zu tun. Da geht es eher um Zahlen, um Zielgruppen, um BWL-Kram. Und selbst wenn du als Texter arbeitest oder als Grafikdesigner in einer Werbeagentur, bist du nur in sehr engem Rahmen kreativ. Wirklich kreativ kannst du m.E. nur als Künstler und Selbstständiger oder Unternehmer werden. Nur mal zum Nachdenken.

Also noch mal zurück zu deiner Idee, die Sache als Fernabi durchzuziehen. Klar, vielleicht liegt dir das wirklich mehr als die normale Schule. Dann probier es einfach aus. Vielleicht ist es ja dein Weg, nicht so einen schnurgeraden Lebenslauf "zu erzeugen", wie es die meisten probieren. War auch mein Weg und war nicht immer einfach, aber ich bin froh, viel probiert zu haben, bis ich das Richtige gefunden habe.

Informier dich erst einmal sehr ausführlich über das Fernabi und schau trotzdem, ob es nicht besser ist, die Schule jetzt so durchzuziehen. So ein Schuljahr geht doch schneller rum als man denkt.

Hilft dir mein Beitrag weiter? Dann klicke auf „Bedanken“.
Mein Blog. Fernstudi.net gibt es auch auf Facebook und Twitter.

Marvin H

3 Beiträge

 •  #3

ich hab vermutlich an den falschen Stellen an Details gespart ^^

Mit Marketing meinte ich eher Werbung im Allgemeinen. Es muss immer ein Team von kreativen Köpfen geben die sich einen Werbespot ausdenken und ihn erarbeiten. Sowas kann man ja schlecht berechnen.

Aktuell läuft die FOS wie eine Ganztagsschule, nur mit dem bitteren Beigeschmack, dass man trotzdem dick Hausaufgaben aufbekommt. Nur nebenbei, weil du etwas von 6 Stunden Schule sagtest.

Dann gibt es noch die wichtige Randinformation, dass ich Gründer bin ^^ Ich ziehe mit einem BWL-Student eine Plattform in Größenordnung von Bla bla Car auf, in welcher ich der kreative Kopf bin. Name, Logo, Slogan, Ideologie.. stammt so ziemlich alles von mir. Aktuell suchen wir für einen ordentlichen Start Investoren. Wenn alles läuft wie geplant geht es Februar so richtig los und dann bräuche ich viel Zeit und Flexibilität, die ich dann in meiner Freizeit nach der Schule mit Sicherheit kaum finden würde. Daher war die Überlegung da.

Könnte man das Abi durch eine Fernschule in irgendeiner Form als schwieriger bezeichnen? Jetzt mal die Sache mit der Motivation ausgeschlossen.

Trotzdem danke für deine bisherigen Antworten!!

Christian Wolf

935 Beiträge
51 Danke

 •  #4

Hi Marvin,

Mit Marketing meinte ich eher Werbung im Allgemeinen. Es muss immer ein Team von kreativen Köpfen geben die sich einen Werbespot ausdenken und ihn erarbeiten. Sowas kann man ja schlecht berechnen.

Per Wikipedia kannst du dich gut über den Unterschied zwischen Marketing und Werbung informieren. Der "kreative" Teil ist der allergeringste Teil, wie gesagt. Werbung hat weniger mit Kreativität zu tun, als du denkst. Ich vermute, dass du auch noch nicht ganz verstehst, was "Kreativität" eigentlich genau ist.
Wenn du kreativ sein willst, dann gründe z.B. (eine Firma, eine Familie usw.) und/oder arbeite als Künstler. Du gründest ja gerade bzw. versuchst dich darin, wie du schreibst. Gute Sache, denke ich, bringt dir wertvolle Erfahrungen. Denk auch dran, dass Multitasking nicht funktioniert, und wenn du eine Sache richtig gut machen willst (zB das Abi), dann musst du dich voll und ganz darauf konzentrieren.

Könnte man das Abi durch eine Fernschule in irgendeiner Form als schwieriger bezeichnen? Jetzt mal die Sache mit der Motivation ausgeschlossen.

Kann man pauschal nicht sagen. Für den einen ist es schwieriger, für den anderen ist es leichter. Per se ist es m.E. nicht schwieriger, birgt aber mehr und andere Herausforderungen als ein "ganz normales" Abi.

Deiner Frage entnehme ich aber, dass es dir darum geht, das Abi möglichst "leicht" zu bewältigen. Vergiss es. Das ist ja gerade die Sache am Abitur, insbesondere auf dem 2. Bildungsweg, dass du dich durch eine immens schwierige Sache durchackerst, dass du was durchziehst wie ein Mann. Darum geht es m.E., weniger um den Lernstoff an sich. Ob du das nun per Präsenzunterricht machst oder per Fernabitur tut da wenig zur Sache. Aber wenn du jetzt deine Schule abbrichst, hast du aus meiner Sicht schon einmal einen großen Kampf um deine Disziplin verloren.

Hilft dir mein Beitrag weiter? Dann klicke auf „Bedanken“.
Mein Blog. Fernstudi.net gibt es auch auf Facebook und Twitter.

Marvin H

3 Beiträge

 •  #5

Hi,

zwar danke ich dir für deine Aufmerksamkeit gegenüber meiner Frage jedoch gehen deine Antworten langsam in eine ziemlich unpassende Richtung wenn ich das behaupten darf.

Kreativität bedeutet etwas bisher nicht dagewesenes zu erschaffen. Aktuell mache ich für unsere Programmierer das Layout (in Form eines "Pflichtenheftes") für die Plattform. Da steckt zum Beispiel kreatives Denken drinnen. Für die weitere Ausarbeitung solcher Aufgaben gibt es dann weiter Berater und Designer die dem Grundgerüst des Kunden für eine Menge Gleld eine "Haut" geben. Aber lassen wir das Thema.

Mir geht es ganz sicher nicht darum mir so leicht wie nur möglich ein Abitur anzueignen sondern so viel wie nur möglich davon mitzunehmen. Wenn man den Vergleich FOS vs. ILS ließt geht man bei der FOS von einer idealen Schule aus. Ich erlebe aktuell eher alte, kurz vor der Rente stehende Lehrkräfte, die nurnoch von Folien ablesen und Fragen nicht beantworten. Die einzigen guten Lehrer haben wir in Fächern die nicht derartig relevant sind. Wenn man eine Kurzarbeit arg verhauen hat, erwartet man an normalen Schulen eine Art kurze Besprechung und vll sogar Tipps was man sich nochmal angucken sollte und sowas gibt es bei uns nicht, weil alles schnellschnell gehen soll. Darum geht es mir.

Und mit keinem Wort habe ich behauptet, die FOS jetzt abbrechen zu wollen. Ich suche nur nach Lösungen falls es zum Halbjahr nicht klappen sollte, denn nochmal die FOS zu besuchen wäre Irrsinn.
Dazu mein Lieblingszitat:
“Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.” - Albert Einstein

Sabine Sings Avatar

 •  (aktualisiert am 24.01.2016 von Sabine Sing) #6

Die ILS beantwortet auch nicht immer alle Fragen so genau, wie Du was falsch gemacht hast. Bei denen läuft das nach dem Prinzip, dass man sich selbst durch arbeiten muss. Egal wie schwer und unverständlich die Hefte von denen gemacht sind. Man erwartet Vorkenntnisse, obwohl man gelockt wird mit "leichtes lernen für jeden, egal wie wie lange die Schule her ist und welche es war". IST FALSCH! Wenn man bei denen eine Einsendeaufgabe nicht richtig hat, darf man sie meistens nicht widerholen. Hätte man ja vorher "richtig" machen können und sollen. Zudem ist ILS nicht billig und nur den ganzen Tag durchackern schafft keiner, auch Du nicht! Es braucht bei ILS zuviel Bücher des Faches nebenhei, um deren Hefte zu verstehen. Also Extrakosten für Dich!
Bleib in der Schule und lerne mit den Mitschülern. Bei ILS hast Du irgendwo welche verstreut und kannst mit niemandem mal eben zusammensitzen und lernen. Auch die Freundin, die um die Welt gesegelt ist. Niemand hat gesagt, dass sie das muss. Oder vielleicht ihre Eltern? Während sie schulpflichtg ist / war, haben ihre Eltern die Weltumsegelung sicher nicht "aufgezwungen".
Also was für ein Beipiel soll das mit der sein? Ich denke auch, dass Du einen schnellen und einfachen Weg suchst ans Abitur zu gelangen. Ich habe bei ILS den Mittleren Bildungsweg bzw. Realschule gemacht und enttäuscht von dem Laden! Zu teuer, kaum bis gar kein entgegen kommen bei Fragen und vermurcksten Arbeiten. Es werden so viele Leute bei ILS mies benotet, obwohl sie das Zeug für Abitur können.
Bleib an der Schule und beende die! Ansonsten kannst Du Dein Studium vergessen, weil Du eh nichts zu Ende bringst. Also auch bei ILS musst Du ALLES und ständig selber lernen und recherchieren! Die Hefte sind Kurzfassungen in sogenannter "Selbstnotiz" der Schreiber. Ist daher kein bisschen anders oder besser!

Christian Wolf

935 Beiträge
51 Danke

 •  #7

Sabine, danke für den Kommentar.

Ich will mal noch ergänzen, dass es andere gibt, die mit dem ILS sehr gut zurechtkommen und das Abi auch bestanden haben, z.B. (eine andere) Sabine, die hier viel darüber geschrieben hat: www.fernstudi.net/blogs?blogger=11215

Es hat halt auch viel damit zu tun, wie man lernt. Nicht jedem liegt das Selbstlernen, und wenn einem das nicht liegt, nützen auch die schönen Marketingversprechen des ILS, der SGD und wie sie nicht alles heißen nichts. Wenn einem das Selbstlernen liegt, kann eine dieser Fernschulen m.E. eine gute Unterstüztung sein, weil sie einen roten Faden vorgibt.

Wichtig ist auch, sich vorher ein Bild von der Schule und den Materialien zu machen und die Marketingversprechen auszublenden. Hinzu kommen, wie Sabine sagt, die Kosten, die nicht unerheblich sind und zudem gelegentlich viel höher, als am Anfang gedacht. Und Schüler-Bafög gibt es auch nicht von Anfang an.

Ich kann nur immer wieder sagen, dass ein Fernabitur ein sehr wohl durchdachter und durchgeplanter Schritt sein muss.

Hilft dir mein Beitrag weiter? Dann klicke auf „Bedanken“.
Mein Blog. Fernstudi.net gibt es auch auf Facebook und Twitter.

Jasmins Avatar

 •  #8

Wolf hat Recht, die Fähigkeit autodidaktischen Lernens ist wirklich von elemtarer Bedeutung in einem Fernstudium. Es gibt in einigen Fernschulen sogar Probesemester/Probemonat, wie ich hörte. Da können die Leute dann mal ansatzweise testen, wie das so ist.

Bitte weiterlesen