Das Flensburg English Classroom Corpus als Grundlage zur Unterrichtsforschung

Christian Wolf

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(Pressemitteilung)

Prof. Dr. Olaf Jäkel lehrt an der Universität Flensburg anglistische Linguistik und Englischdidaktik. Seine neue Veröffentlichung dokumentiert insgesamt 39 Schulstunden Englischunterricht und ist bei Flensburg University Press erschienen. Das Flensburg English Classroom Corpus (FLECC) ist eine Datensammlung, in der die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern in schriftlicher Form dokumentiert ist. Das Buch bietet sowohl Englisch-Lehramtsstudierenden als auch im Beruf tätigen Lehrerinnen und Lehrern und Fachdidaktikern die Möglichkeit, authentischen Unterricht zu analysieren, dabei Schwachstellen und Probleme zu erkennen, aber auch Beispiele echter Bilderbuchstunden zu entdecken.
Gehalten wurden die 39 Unterrichtsstunden an norddeutschen Schulen diverser Schularten: Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gesamtschule; die im Buch veröffentlichten Stunden beschreiben vom Anfangsunterricht in der Grundschule den Englischunterricht bis zum Ende der Sekundarstufe 1 mit der 10. Klasse. Welche Sprachkompetenz zeigen die Schülerinnen und Schüler einer bestimmten Jahrgangsstufe, wie wirken Lehrerinnen und Lehrer als sprachliches Modell und Vorbild? Und wie wird der Englischunterricht gestaltet -ausschließlich in der Fremdsprache, oder in einer Mischung aus Deutsch und Englisch in verschiedenen Anteilen? Solchen und ähnlichen Fragen könne man anhand des empirischen Korpusmaterials nachgehen, so Prof. Dr. Olaf Jäkel, der hinzufügt: "Eine erlebte Unterrichtsstunde ist immer flüchtig, die Verschriftlichung der Unterrichtsstunde bietet den Vorteil, dass die Analyse - sozusagen wie bei Zeitlupenaufnahmen im Sport - in aller Ruhe vollzogen werden kann, zum Beispiel im Schutzraum des Hochschulseminars. Die so geschärfte Bewusstheit für ganz konkrete Unterrichtsabläufe ist ein wichtiger Baustein für die zeitgemäße Professionalisierung in der Ausbildung von Englischlehrkräften." Die Analyse kann zudem verdeutlichen, wie die Stunden aufgebaut sind, wie Arbeitsaufträge verteilt werden, welche Fehlertypen auftreten und wie die Lehrerinnen und Lehrer auf die Fehler reagieren. Gerade letzteres ist eine nicht einfache Aufgabe, erklärt Prof. Dr. Olaf Jäkel, da in der Unterrichtssituation die Lehrerinnen und Lehrer im Bruchteil einer Sekunde entscheiden müssten, ob und wie sie einen Schülerfehler korrigieren. Generell ist dem Sprachwissenschaftler beim Studium der 39 Unterrichtsstunden aufgefallen, auf wie vielfältige Weise schulischer Englischunterricht gelingen kann und mit welch starker Motivation er in aller Regel angenommen und durch die Lernenden mitgestaltet wird.

Eine vergleichbare Korpus-Sammlung von Englisch-Unterrichtsstunden gab es bislang in Deutschland nicht, die Resonanz bei Fachkollegen sei deshalb entsprechend positiv, so Prof. Dr. Jäkel, der auch Sprecher der Forschungsgruppe Englischunterricht an der Universität Flensburg ist. Zu dieser Gruppe gehören ebenfalls Prof. Dr. Werner Reinhart und die beiden Doktorandinnen Sandra Neuwirth und Jo Blane.

Das Buch The Flensburg English Classroom Corpus (FLECC) kostet 15,50 Euro und ist erschienen in der Reihe "Flensburg Linguistics: Applied and Interdisciplinary Research (F.L.A.I.R.)" der Flensburg University Press. Zu beziehen ist das Buch unter www.mv-buchshop.de beim Verlagshaus Monsenstein & Vannerdat.

Kontakt: Prof. Dr. Olaf Jäkel, Englisches Seminar, Tel.: 0461/805-2212. Email: jaekel@uni-flensburg.de

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