Wer passt zum Bachelor Wirtschaftsrecht (LL.B.) – und wie bekommst du die Zulassung?
Das Fernstudium richtet sich an Berufstätige, die an der Schnittstelle von Wirtschaft und Recht arbeiten oder dorthin wollen. Geeignet bist du, wenn du z. B. im Personalwesen oder in der Vertragsverwaltung tätig bist und Arbeits-, Vertrags- oder Datenschutzfragen sicher beantworten möchtest. Ebenfalls passend: Tätigkeiten in Compliance, Unternehmensberatung oder der Wirtschaftsprüfung – wenn du rechtliche Risiken einschätzen und betriebswirtschaftlich denken willst. Auch im Banken- und Versicherungsumfeld sowie in der Insolvenzverwaltung eröffnet dir der Abschluss neue Perspektiven. Das Programm ist auf ein berufsbegleitendes Studium in anspruchsvollen Lebensphasen ausgelegt – ob Vollzeitjob, Schichtdienst oder Familienphase.
Zulassungsvoraussetzungen
Für den Zugang gelten die Regelungen des Hamburger Hochschulgesetzes. Du erfüllst die formalen Voraussetzungen auf einem der folgenden Wege:
- Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife plus berufspraktische Kenntnisse.
- Ohne (Fach-)Hochschulreife: anerkannte Fortbildungsprüfung und ein gebührenpflichtiges Beratungsgespräch.
- Abgeschlossene Berufsausbildung plus zwei Jahre Berufserfahrung und eine Eingangsprüfung an der HFH.
Zeiten der Kindererziehung, Pflegetätigkeit oder Freiwilligendienste können mit bis zu einem Jahr auf die geforderte Berufstätigkeit angerechnet werden. Eine Anrechnung einschlägiger Vorleistungen aus Ausbildung oder Studium ist möglich; die Hochschule prüft dies individuell.
Persönliche Voraussetzungen
Worauf kommt es im Studienalltag an? Entscheidend sind Selbstorganisation, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte strukturiert zu bearbeiten. Lege dir feste Lernroutinen an und plane realistisch – mit mehreren konzentrierten Lernblöcken pro Woche. In Prüfungs- und Abgabewochen steigt der Aufwand; gleiche das frühzeitig mit Pufferzeiten aus.
Für die Vereinbarkeit wichtig: Lehrveranstaltungen finden online oder in Studienzentren statt; die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig, prüfungsrelevante Formate („Komplexe Übungen“) sind obligatorisch. Klausuren kannst du samstags im Studienzentrum oder online absolvieren. So lässt sich der Studienverlauf an Job, Familie und Projektspitzen anpassen – vorausgesetzt, du priorisierst konsequent und nutzt kalenderbasierte Planung, To-do-Listen und kurze, regelmäßige Wiederholungsphasen. Hilfreich sind ein belastbarer Arbeitsplatz, Offenheit für digitale Lernmedien und die Bereitschaft, Feedback aufzunehmen.
Wenn du Freude an juristischer Argumentation, Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und eine klare, sachliche Kommunikation mitbringst, hast du die besten Voraussetzungen, das Studium erfolgreich zu meistern – und rechtssichere Entscheidungen in deinem Arbeitsalltag vorzubereiten.
Was lernst du im Bachelor Wirtschaftsrecht an der HFH · Hamburger Fern-Hochschule?
Du kombinierst systematisch Wirtschafts- und Rechtswissen: Zivil- und Unternehmensrecht, Arbeits- und Wettbewerbsrecht treffen auf Rechnungswesen, Kostenrechnung und Management. Am Ende kannst du rechtssicher verhandeln, Verträge gestalten und betriebswirtschaftliche Entscheidungen juristisch sauber absichern – eine Doppelqualifikation für die Schnittstelle von Wirtschaft und Recht.
Rechtliche Fundamente und wirtschaftsnahe Rechtsgebiete – vom allgemeinen und besonderen Schuldrecht über Sachenrecht bis hin zu Wettbewerbs- und gewerblichem Rechtsschutz. Du lernst, Ansprüche herzuleiten, zu prüfen und in Zivilverfahren durchzusetzen.
Unternehmens- und Arbeitswelt – Gesellschafts- und Unternehmensrecht, Arbeitsrecht samt betriebsverfassungsrechtlichen Bezügen, Insolvenzrecht sowie Compliance, CSR und Unternehmensethik. Du verstehst, wie sich Rechtsformen, Haftung und Mitbestimmung auf das Handeln im Betrieb auswirken.
BWL- und Controlling-Kern – Buchführung und Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung, Management, Organisationsdesign sowie ein simulationsbasiertes „Business Management Game“. So bewertest du Geschäftsmodelle, Abschlüsse und Kostenstrukturen juristisch wie betriebswirtschaftlich.
Prozess- und Methodenkompetenz – Vertragsgestaltung, wissenschaftliches Arbeiten und Mediation/Coaching bauen deine Analyse-, Argumentations- und Verhandlungskompetenz aus. Du übst die Gutachten- und Subsumtionstechnik und wendest sie in Fallstudien an.
Vertiefungen wählst du im 6. Semester: Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht, Legal Tech & Digitale Transformation, Marketing oder Personalmanagement. Damit schärfst du dein Profil – z. B. für HR-Rollen mit Arbeitsrechtsfokus, für datengetriebene Legal-Operations oder für vertragsintensive Marketing-/Vertriebsfunktionen.
Der Abschluss ist der Bachelor of Laws (LL.B.) mit 180 ECTS-Punkten. Der Studienstart ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen, vorbehaltlich erfolgreicher Programmakkreditierung (Agentur: ACQUIN).
Wie läuft das Fernstudium im Bachelor Wirtschaftsrecht ab?
Du studierst berufsbegleitend im Fernstudium über sieben Semester. Das Lernen basiert auf Studienbriefen und Online-Lehre; Lehrveranstaltungen sind online oder an HFH-Studienzentren möglich. Klausuren schreibst du wahlweise als Online-Prüfung mit Proctoring oder samstags vor Ort. Pflichttermine gibt es nur in einzelnen prüfungsrelevanten Formaten.
Lernen mit Studienbriefen und Online-Seminaren
Alle prüfungsrelevanten Materialien erhältst du semesterweise digital über den WebCampus. Du erarbeitest dir den Stoff im Selbststudium und vertiefst Inhalte in Online-Seminaren oder Präsenzveranstaltungen an regionalen Studienzentren (u. a. Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Künzelsau, München, Nürnberg, Stuttgart, Würzburg). Die Teilnahme an Lehrveranstaltungen ist grundsätzlich freiwillig und unterstützt deinen Studienerfolg.
Prüfungen: Online oder im Studienzentrum
Klausuren finden entweder online als Proctoring-Prüfung bzw. schriftliche Ausarbeitung oder samstags in den Studienzentren statt. Pro Modul sind mehrere Termine im Semester üblich, sodass du Prüfungen entzerren kannst. Die Anmeldung erfolgt flexibel über den WebCampus, die konkrete Prüfungsform ist je Modul festgelegt.
Präsenz: Wo ist Anwesenheit Pflicht?
Verpflichtende Präsenz gibt es nur in prüfungsrelevanten Formaten wie „Komplexen Übungen“. Lehrveranstaltungen sind ansonsten optional. Wer reine Online-Prüfungen bevorzugt, kann die Präsenz weitgehend minimieren und bei Bedarf einzelne Termine im nächstgelegenen Studienzentrum nutzen.
Zeitaufwand, Modelle und Verlängerung
Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester (180 ECTS). Rechne im berufsbegleitenden Setting je nach Vorwissen und Prüfungsdichte mit etwa 15–25 Stunden pro Woche; in Prüfungsphasen kann der Aufwand steigen. Den Studienablauf und die Modulreihenfolge kannst du individuell strukturieren. Eine kostenfreie Verlängerung ist in Fernstudiengängen üblich; plane sie als Puffer ein, falls Familie oder Job vorgehen müssen.
Was kostet der Bachelor Wirtschaftsrecht an der HFH · Hamburger Fern-Hochschule?
Die Studiengebühr beginnt bei 260 € monatlich. Die genaue Rate hängt vom gewählten Zahlungsmodell ab (kürzere Zahlungsdauer mit höherer Monatsrate vs. längere Zahlung mit niedrigerer Rate). Eine besonders günstige Kompakt-Variante ist hier nicht vorgesehen.
Zusatzkosten können für Wiederholungsprüfungen, Pflichtveranstaltungen mit Präsenzanteil (Anreise) sowie Abschlussarbeiten (Druck, Bindung) anfallen. Lernmaterialien sind digital enthalten; gedruckte Unterlagen können je nach Präferenz Mehrkosten verursachen.
Steuerlich lassen sich Studiengebühren in der Regel als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen. Viele Arbeitgeber beteiligen sich über Zuschüsse, Bildungsurlaub oder Arbeitszeitkontingente – am besten vorab klären und eine schriftliche Vereinbarung treffen. Eine Förderung über Bildungsgutscheine setzt eine AZAV-Zulassung voraus; dieser Studiengang ist als akademischer Abschluss organisiert.
Wichtig für die Liquiditätsplanung: Prüfe, ob eine gebührenfreie Verlängerung möglich ist und ob sich die monatliche Rate im Verlängerungszeitraum verändert. So hältst du die Belastung neben Job und Familie stabil.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem Bachelor Wirtschaftsrecht möglich?
Mit dem LL.B. positionierst du dich als Wirtschaftsjuristin oder Wirtschaftsjurist in Rechts- und Fachabteilungen, in Beratung und Finance. Typische Einstiegsgehälter liegen je nach Branche, Region und Verantwortung zwischen etwa 42.000 und 55.000 € brutto jährlich; mit Erfahrung sind 60.000–80.000 € und mehr erreichbar.
- Contract Manager / Vertragsmanager – Vertragsprüfung, -gestaltung und -verhandlung, Schnittstelle zu Einkauf, Vertrieb und Legal. Gehalt: ca. 48.000–75.000 €.
- Compliance Manager – Aufbau und Pflege von Compliance-Systemen, Schulungen, Ermittlungen, ESG-/Hinweisgeberschutz-Umsetzung. Gehalt: ca. 55.000–85.000 €.
- HR-Referent Schwerpunkt Arbeitsrecht – Arbeitsverträge, Mitbestimmung, Restrukturierungen, Betriebsvereinbarungen. Gehalt: ca. 45.000–65.000 €.
- Legal Operations / Legal Tech Specialist – Prozess- und Tool-Einführung, Dokumentautomation, Datenanalyse in Rechtsabteilungen. Gehalt: ca. 50.000–78.000 €.
- Insolvenz- und Restrukturierungsassistenz – Unterstützung von Verwalterinnen und Verwaltern, Sanierung, Forderungsmanagement. Gehalt: ca. 42.000–60.000 €.
Der LL.B. eröffnet den Weg in weiterführende Masterstudiengänge – z. B. Wirtschaftsrecht (LL.M.), Compliance/Corporate Governance oder Management/BWL. Für reglementierte juristische Berufe (z. B. Rechtsanwältin/Rechtsanwalt, Richterin/Richter, Staatsanwaltschaft) ist weiterhin der Weg über das Staatsexamen erforderlich.
Für wen lohnt sich der Bachelor Wirtschaftsrecht – und für wen nicht?
Der Studiengang lohnt sich, wenn du wirtschaftsnahe Rechtsfragen liebst und Verantwortung an der Schnittstelle von Recht und Business übernehmen willst. Er spielt seine Stärken aus, wenn du neben dem Job flexibel studieren und dein Profil über Schwerpunkte gezielt schärfen möchtest.
- Du arbeitest im Unternehmen (z. B. HR, Einkauf, Compliance, Vertrieb) und willst rechtssicher entscheiden, verhandeln und Verträge gestalten.
- Du suchst eine Doppelqualifikation aus Recht und BWL, um in Fach- oder Projektrollen schneller Verantwortung zu übernehmen.
- Du brauchst flexible Prüfungswege (Online-Klausuren oder Samstagsklausuren) und willst Präsenz weitgehend optional halten.
- Du möchtest dich in Arbeitsrecht, Legal Tech, Marketing oder Personalmanagement vertiefen, um dein Profil klar zu positionieren.
- Du planst perspektivisch einen Master (LL.M. o. ä.), um Gehalt und Aufgabenbreite weiter zu steigern.
Nicht jede Erwartung passt zu diesem Studiengang. Die folgenden Punkte helfen dir, Fehlentscheidungen zu vermeiden.
- Du willst zwingend zu reglementierten juristischen Berufen (Anwältin/Anwalt, Richterin/Richter). Dafür ist der Weg über das Staatsexamen nötig – ein LL.B. reicht nicht.
- Du möchtest vollständig ohne verbindliche Termine studieren. Einzelne prüfungsrelevante Formate („Komplexe Übungen“) haben Teilnahmepflicht.
- Du rechnest mit sehr geringem Zeitaufwand neben Vollzeitjob und Familie. Realistisch sind 15–25 Stunden pro Woche und mehr in Prüfungsphasen.
- Du suchst den günstigsten Weg zu einem juristisch geprägten Abschluss. Private Studiengebühren (ab 260 € monatlich) liegen über staatlichen Hochschulen.
- Du brauchst einen sofortigen Studienstart. Der Start ist auf den 1. Januar 2027 terminiert, vorbehaltlich erfolgreicher Programmakkreditierung.
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