Staatlich geprüfter Betriebswirt am ILS: Meine Erfahrungen mit dem Fernstudium

Mein Fernstudium zum Staatlich geprüften Betriebswirt liegt nun schon einige Jahre zurück und nach wie vor bereue ich es keine Minute, es absolviert zu haben. Heute möchte ich euch ausführlich von meinen Erfahrungen mit dem Fernlehrgang beim Institut für Lernsysteme (ILS) berichten.

Die Studienmaterialien: Im Großen und Ganzen in Ordnung

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Die Studienunterlagen, die auf die Abschlussprüfung zum Staatlich geprüften Betriebswirt vorbereiten sollen, empfand ich grundsätzlich als gut. In den meisten Fächern sind die Inhalte sinnvoll aufbereitet und auch der Schwierigkeitsgrad der Einsendeaufgaben passt zum Anspruch der Hefte. Einige Anmerkungen gibt es dazu aber doch:

  • Teilweise sind die Inhalte zu oberflächlich. Die EDV-Einführung beispielsweise ist ein Witz für jeden, der schon mit einem Computer gearbeitet hat. Wer von der EDV überhaupt keine Ahnung hat, wird das mit diesen wenigen Inhalten nicht aufholen können und sollte einen entsprechenden EDV-Kurs in Erwägung ziehen. Für alle anderen Teilnehmer sind diese Studienhefte reine Zeitverschwendung.
  • In manchen Fächern sind die Inhalte stark veraltet. Das zeigt sich an Beispielen, die bereits viele Jahre alt sind oder an mittlerweile überholten, rechtlichen Inhalten.
  • Die Inhalte in Wirtschaftsmathematik sind zwar an und für sich gut erklärt. Wer jedoch ohne Vorkenntnisse in der Oberstufenmathematik, sprich ohne (Fach-)Abitur, den Kurs absolviert, tut sich schwer, diese Inhalte zu verstehen. Ich hatte kurz zuvor erst den Abi-Fernlehrgang absolviert und war deshalb mit der Differentialrechnung und ähnlichen Themen noch vertraut. Ich erinnere mich aber an viele andere Teilnehmer, die mit Mathematik ernsthafte Schwierigkeiten hatten. Es ist sinnvoll, wenn du dich schon von vornherein darauf einstellst, hier mit zusätzlicher Literatur und Übungsmaterial arbeiten zu müssen, falls du kein Abitur besitzt oder es schon zu lange zurückliegt.
  • Die Fallstudien sind dagegen aus meiner Sicht genau richtig. Sie dienen dazu, dass die Teilnehmer ihr Wissen aus verschiedenen Fächern auf eine einzige Problemsituation anwenden. Es gibt ein Musterunternehmen, zu dem verschiedene Problemstellungen erörtert bzw. Lösungen gefunden werden müssen. Dazu brauchst du die Inhalte aus BWL, Recht, Rechnungswesen usw. Deshalb absolvierst du sie auch immer erst, wenn du bestimmte Hefte abgearbeitet hast. Die Fallstudien sind für deine Endnoten relevant.

Die Betreuung: Hochqualitativer Service

Die Betreuung beim ILS ist sehr gut. Der Studienservice ist immer bemüht, organisatorische Fragen schnell zu klären. Mit den Dozenten hatte ich nur wenig Kontakt, aber die paar Mal bekam ich Antworten auf Fachfragen schnell und die Einsendeaufgaben wurden immer schnell korrigiert und benotet. Die Lehrer in den Seminaren empfand ich als kompetent und freundlich. Auch mit meinem Tutor für die Projektarbeit konnte man gut reden und er hatte mich damals gut in Hinblick auf mein gewähltes Thema beraten. Mit dem Service bin ich also rundum zufrieden.

Die Seminare: Anstrengend, aber top Qualität

Es sind drei Pflichtseminare zu absolvieren, die jeweils zwei Wochen dauern. Sie dienen mehreren Zwecken:

  • Du wiederholst in allen Fächern einen wichtigen Teil des Lernstoffs. Im Prüfungsvorbereitungsseminar konzentrieren sich die Lehrer vor allem auf die Themen, die für die Abschlussprüfung relevant sind.
  • In allen Seminaren schreibst du Klausuren, deren Zensuren in die Endnote eingehen. Die schriftliche Abschlussprüfung in deinem Schwerpunktfach legst du zum Beispiel schon im Prüfungsvorbereitungsseminar ab.
  • Im Abschlussgrundstufenseminar erarbeiten die Teilnehmer in kleinen Gruppen eine Fallstudie. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie schließlich. Daraus ergeben sich zwei Noten – eine Note in BWL und eine Note in Deutsch für die rhetorische Leistung während der Präsentation.
  • Während des Abschlussgrundstufenseminars besprichst du mit deinem Tutor das Thema deiner Projektarbeit.

Die Qualität der Seminare empfand ich als sehr gut. Sicher kann man immer noch etwas besser machen, aber aus meinen anderen Fernlehrgängen bin ich eine deutlich schlechtere Seminarqualität gewohnt – dagegen waren die Seminare beim Betriebswirt eine Offenbarung. Die Lehrer gingen gezielt darauf ein, womit ihre Schüler noch Schwierigkeiten hatten und bezogen unsere Wünsche ein, was noch einmal wiederholt oder genauer erklärt werden sollte. Besonders in Mathematik und Rechnungswesen war das Gold wert.

Eines darf man aber auch nicht vergessen werden: Die Seminarwochen waren wirklich Arbeit. Wir hatten den ganzen Tag Unterricht. Spätnachmittags und abends absolvierten wir dann Fallstudien, „Hausaufgaben“ und bereiteten uns auf die Klausuren vor, die zu schreiben waren. Viel Freizeit blieb nicht für anderweitige Aktivitäten.

Die Prüfungen: Professioneller Ablauf

Die Prüfungen zum Staatlich geprüften Betriebswirt wurden an der Oskar-Kämmer-Schule in Wolfenbüttel abgehalten, wo auch schon die Seminare stattfanden. Sie waren optimal organisiert, sodass die Prüfungen reibungslos ablaufen konnten. Die Woche war eigentlich relativ entspannt. Am Vormittag fanden die Tests statt und nachmittags saßen wir beisammen und wiederholten gemeinsam nochmal den Stoff für die nächste Prüfung.

Mein Fazit: Empfehlenswerter Fernlehrgang

Das Fernstudium Staatlich geprüfter Betriebswirt ist aus meiner Sicht voll empfehlenswert. Auch wenn ein paar Mängel an den Studienunterlagen möglicherweise ein wenig zusätzliche Literatur erforderlich machen, ist der Kurs insgesamt gut aufgebaut, die Betreuung ist sehr gut und sowohl die Seminare als auch die Prüfungen sinnvoll strukturiert und organisiert.

Beitrag veröffentlicht vor 7 Monaten.

Über Sabine

Sabine

Sabine Hutter hat ihr Abi mit dem Institut für Lernsysteme nachgeholt und im Anschluss über das ILS eine Ausbildung zur geprüften Betriebswirtin und zur Personalkauffrau IHK absolviert. Sabine arbeitet als freie Redakteurin.

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