Werkstattbericht 19.04.2011

 

Ob nun der Studienleiter wechselt oder nicht, wie HIER und HIER beschrieben, weiß ich aktuell nicht. Auf meine Antwort habe ich nichts mehr von der SdS gehört. Meine Einsendeaufgabe (RO 09) ist dort seit 02.04.2011. Die Arbeit Genre_Th (Schreiben Sie einen Prolog!) habe ich noch nicht abgeschickt, aber fertig. RO 04 liegt in den letzten Zügen. 

 

Außerdem habe ich bei Die flotte Feder für Mai mitgeschrieben, die Texte gehen am 15. online, und diese Geschichte könnte auch als Einsendeaufgabe für das Genre Krimi tauglich sein. Ich muss im Kursheft nachlesen: Planen Sie einen Mord! Es ist ja ein Unterschied, ob ich einen Mord nur planen oder denselben auch ausführen soll. Sonst plane ich einen neuen Mord, ich werde die Aufgabe machen, auch wenn ich zuerst glaubte, dass ich keinen Mord planen kann. Vielleicht bin ich doch ein Sherlock Holmes? ;)

 

Nochmals zur Kurzgeschichte für Die flotte Feder: Diese habe ich mir laut vorgelesen und dann auf Audacity aufgesprochen. Mehrmals, bis es einigermaßen hörbar war. Es ist noch nicht das Optimum, aber ich werde trainieren. Angemessenes Tempo, an den richtigen Stellen die Stimme heben oder senken. 4:14 ist die aktuelle Dauer, das geht noch besser.


Heute beim Laufen sind meine Figuren mit dabei gewesen. Eigentlich wollte ich meine Ruhe haben, die Sonne genießen, mich bewegen, den Kopf frei bekommen. Aber am Ende war ich froh, denn die Protagonisten und der Gegenspieler haben mir schöne Impulse geliefert, die ich verwenden kann. So ein Roman muss auch eine Handlung haben und über die habe ich mir in der letzten Zeit ziemlich viele Gedanken gemacht. Auf meiner ToDo steht außerdem das Kursheft Dialoge, denn langweilige Dialoge braucht kein Mensch und ohne geht es auch nicht. Meine Kurzgeschichten kommen zwar immer ohne solche aus, aber es sind auch nur kurze Geschichten, in denen meist kein Platz dafür ist.

 

Nochmal zur Handlung im Roman: Politik in den Mittelpunkt zu stellen, ist eher nicht das, was ich mir vorstelle. Also muss es etwas anderes sein, das auch schon gefunden ist. Was es ist, kann ich natürlich nicht verraten.

 

Ich könnte jetzt endlos weiter schreiben, was ich alles noch überlegen, planen und sortieren muss. Ich verziehe mich über Ostern in meinen Elfenbeinturm und werde mich intensiv damit beschäftigen. Ich hoffe, dass der SL bald wieder mehr Freiraum hat, um meine ganzen Ergüsse zu lesen, zu kommentieren und mit mir zu kommunizieren.


Beitrag veröffentlicht vor 7 Jahren (aktualisiert vor 1 Jahr).

Kommentare und Fragen

Wolf

Ein Tipp schnell zu Beginn, bevor ich ihn vergesse. Lege für deine Figuren Profile an, z.B. auf Facebook und anderen zu ihnen passenden Plattformen. Erkunde mit ihren Profilen, aus ihren Augen das Netz. Teilweise kannst du ihnen ja so auch ein echtes Gesicht geben, füllst Profilangaben aus usw.

Letztendlich macht man es mit sich selbst ja auch nicht anders, seine eigene Identität schafft man sich ja auch selbst, zumindest als "Indivudualist".

Ich pflege mir auch gerade ein alter Ego, nicht absichtlich, das ist eher zufällig so entstanden, und ich entwickle langsam richtig Spaß dabei. Weil ich mich so von Seiten geben kann, die ich normalerweise eher unterdrücken würde. Das ging damit los, dass ich auf Facebook ein zweites, eher offiziell und "geschäftlich" genutztes Profil angelegt habe. Das erste bekam einen Fantasienamen, und mittlerweile gestaltet es mehr und mehr, und beeinflusst auch das Schreiben.

Planen Sie einen Mord! Es ist ja ein Unterschied, ob ich einen Mord nur planen oder denselben auch ausführen soll. Sonst plane ich einen neuen Mord, ich werde die Aufgabe machen, auch wenn ich zuerst glaubte, dass ich keinen Mord planen kann. Vielleicht bin ich doch ein Sherlock Holmes? ;-)
Eine Mordplanung war die allererste Geschichte, die ich je schrieb. Das war noch in der Grundschule, vielleicht 4. Klasse.

Ich las damals immer die Kurzkrimis in Zeitschriften leidenschaftlich gern. Da ergab es sich ganz von alleine, sich selbst einen auszudenken. Er begann etwa so "XY saß gerade in seinem Büro und überlegte, wie er seine Frau am besten umbringen kann." (Sicher auch ein nettes Symptom der ödipalen Konflikte in diesem Alter :D).

Ich schrieb das ein Blatt, knüllerte und knitterte es zusammen und legte es hoch in irgendein Regal unter einen Gegenstand.

Meine Mutter fand es und war begeistert, klar. Ich eher nicht so, ich schämte mich dafür, und das vermischte sich mit Angst, als ich den Wisch mit in die Schule nehmen und zeigen sollte.

Dort saß ich dann, schämte mich abgrundtief (warum, weiß ich auch nicht, aber ich empfand dieses Geschriebsel damals schon als sehr persönlich, und hasste es sicher, auf so eine Art im Mittelpunkt zu stehen.) Von Scham gepeinigt las ich also meinen kleinen Krimi im Stuhlkreis der Klasse vor, bekam Lob von meiner Klassenlehrerin - und schon war es vorbei mit meiner schriftstellerischen Karriere.

Von da an schrieb ich nichts mehr auf. Schreiben wieder genießen und es entkoppeln von diesen irrationalen Schuldgefühlen konnte ich erst sehr spät wieder, ab Anfang 20. Literarische bin ich völlig unambinitioniert, lege mich auf keinerlei Formen fest, verdiene teils Geld damit und nutze die Schreibe gerne zum Manipulieren, und auch mal zum Präsentieren meiner Persönlichkeit.

Aber ich finde es gut so und bin ganz froh darüber, dass es so kam. Wenn man ein Handwerk nicht von Meistern nach uralten Traditionen und mit 90 % Übung lernt, hat man doch eine ganz andere Perspektive und auch kritische Sichtweise auf das Etablierte, und auch keinen Erfolgsdruck. ich spiele daher eher und experimentiere, und vielleicht hab ich schon übermorgen überhaupt keine Lust mehr drauf.

Na ja, fiel mir gerade ein, als ich wieder von deinen Mordplanungen las, und wie ich neulich schon sagte, ich beneide es auch, wie du dich der Sache zu 100 % widmen kannst.

Frohe Ostern im Elfenbein- (oder Hölderlin-) Turm :-)

Wolf

Experimentieren wir nicht alle bei dieser Form der Tätigkeit? Egal, ob man das Handwerk von der Pike auf lernt oder nur so schreibt.
Das kommt drauf an. Meistens bleibt es nur noch in einem gewissen Rahmen, und zwar in dem Rahmen, der Anerkennung, Bewunderung, Erfolg verspricht. Und heute auch mehr denn je kommerziellen Erfolg. Wenige Künstler trauen sich, mal etwas Neues zu probieren, mal was ganz anderes, sie würden ihre Gemeinde nur gegen sich aufbringen.

Beruf Autor, da hast du dir heute nen harten Beruf ausgesucht, wie eh und je. Der Unterschied ist der, dass du heute nicht dein Buch verkaufst als No- und Wenig-Name. Sondern ein Gesamtpacket, aus dir, deinem Leben, der Presse, die du machen kannst, der Star, der du sein kannst, na ja, und deinem Werk. (Klar, kann man auch nicht verallgemeinern, aber auch die kleinen Verlage wollen heute von dir mehr als nur dein Buch, oder es sind Zuschussverlage).

Auf der anderen Seite kannst du heute gerade als Autor aus eigener Kraft und häufig durch die Macht der hysterischen (Web 2.0)-Masse from zero to hero schaffen. Das setzt aber ebenso Persönlichkeit voraus, wie ein Verlag.

Und zwar nicht deine Persönlichkeit an sich, sondern etwas Vermarktbares. Wie in der Musikbranche, für jede Zielgruppe gibt es den richtigen Typus "Künstler".

Andererseits finde ich es auch irgendwie ... weiß nicht genau wie ... aber der ewig unverstandene Künstler oder die Künstlerin, der herrliche Werke schafft, aber nie damit Erfolg hat zu Lebzeiten und aufgrund mangelhafter Fähigkeit, mit der Gruppe & Gesellschaft umzugehen ... das muss irgendwo auch so sein, sonst wäre es nicht echt, so denkt doch der Literat, oder? Ein bisschen zumindest. Wer glaubt im Herzen schon das wirklich, dass die Masse ihn feiert und wirklich versteht, was er/sie wollte.

Ich schreib später vielleicht noch was, musst erst mal weiter machen.

werkstattschreiber

Vielen Dank, Christian, für diese Einblicke!

Ein Tipp schnell zu Beginn, bevor ich ihn vergesse. Lege für deine Figuren Profile an, z.B. auch Facebook und anderen, zu ihnen passenden Plattformen. Erkunde mit ihren Profilen, aus ihren Augen das Netz. Teilweise kannst du ihnen ja so auch ein echtes Gesicht geben , füllst Profilangaben aus usw.


Das Problem hierbei ist, dass es einen nicht unwesentlichen Zeitaufwand bedeutet, diese ganzen Blogs, Plattformen usw., die man erschafft, auch zu pflegen und aktuell zu halten.


Ich pflege mir auch gerade ein alter Ego, nicht absichtlich, das ist eher zufällig so entstanden, und ich entwickle langsam richtig Spaß dabei. Weil ich mich so von Seiten geben kann, die ich normalerweise eher unterdrücken würde. Das ging damit los, dass ich auf Facebook ein zweites, eher offiziell und "geschäftlich" genutztes Profil angelegt habe. Das erste bekam einen Fantasienamen, und mittlerweile gestaltet es mehr und mehr, und beeinflusst auch das Schreiben.


Ich schreibe zwar auch beruflich, aber das ist eine andere Sorte Text, um die es geht. Ich trenne Beruf und Privat strikt und möchte nicht von möglichen Auftraggebern bei Google, Twitter und Co. gefunden werden. Ich möchte mich nicht für meine Sätze im Internet rechtfertigen müssen, auch wenn ich nichts „Unerlaubtes“ von mir gebe. Der werkstattschreiber wird nicht mit mir als Person in Verbindung gebracht (bis auf wenige Ausnahmen, aber mit diesen habe ich beruflich nichts zu tun).

Eine Mordplanung war die allererste Geschichte, die ich je schrieb. Das war noch in der Grundschule, vielleicht 4. Klasse.[...]

Von Scham gepeinigt las ich also meinen kleinen Krimi im Stuhlkreis der Klasse vor, bekam Lob von meiner Klassenlehrerin - und schon war es vorbei mit meiner schriftstellerischen Karriere.

Von da an schrieb ich nichts mehr auf. Schreiben wieder genießen und es entkoppeln von diesen irrationalen Schuldgefühlen konnte ich erst sehr spät wieder, ab Anfang 20. Literarische bin ich völlig unambinitioniert, lege mich auf keinerlei Formen fest, verdiene teils Geld damit und nutze die Schreibe gerne zum Manipulieren, und auch mal zum Präsentieren meiner Persönlichkeit.


Warum musstest Du die Geschichte überhaupt vor der Klasse vorlesen? Zu meiner Schulzeit gab es diese „Stuhlkreise“ noch nicht. ;)

Meine private Schreibkarriere fing an, als ich ca. 16 war, ich habe über Jahre Berge von Kladden und Papiere vollgeschrieben. Das waren eine Art Tagebücher, in die alles hinein wanderte, was man sonst keinem erzählen würde. Es gab so viele Tabu-Themen, das hat sich mittlerweile gelockert, oder ich habe eine andere Sicht auf die Dinge, die ich damals noch nicht hatte. Meine bevorzugte Form ist und bleibt die Kurzgeschichte. Der schnelle Lesegenuss für zwischendurch. Nichtsdestotrotz möchte ich „ein ganzes Buch“ verfassen, von Anfang bis Ende. Wahrscheinlich auch, um mir zu beweisen, dass ich mich mit einem längerfristigen Projekt beschäftigen kann, durchhalte und zu einem Ende bringe. Der Roman fällt in die private Schiene, Erfolgsdruck habe ich aktuell nur vor mir selbst. Meine berufliche Schreibkarriere begann erst viel sehr später, vor 6 Jahren.

Wenn man ein Handwerk nicht von Meistern nach uralten Traditionen und mit 90 % Übung lernt, hat von doch eine ganz andere Perspektive und auch kritische Sichtweise auf das Etablierte, und auch keinen Erfolgsdruck. ich spiele daher eher und experimentiere, und vielleicht hab ich schon übermorgen überhaupt keine Lust mehr drauf.


Experimentieren wir nicht alle bei dieser Form der Tätigkeit? Egal, ob man das Handwerk von der Pike auf lernt oder nur so schreibt.


Schöne und erholsame Feiertage für Dich und auch für alle anderen Leser!