Fernabi finanzieren: Kindergeld und Rabatte

Um das Fernabitur zu finanzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Schüler-BAföG hatte ich vor kurzem schon einmal angesprochen. Heute soll es vor allem um das Kindergeld gehen. Außerdem werde ich später noch kurz auf Rabatte eingehen, die die Fernlehrgangsanbieter unter bestimmten Voraussetzungen offerieren.

Das Kindergeld während des Abitur-Fernstudiums

Fernabi = Berufsausbildung: Viele Fernabiturienten haben noch Anspruch auf Kindergeld! (Foto: © Stockfotos-MG/Fotolia)

Ihr habt einen Anspruch auf Kindergeld, wenn ihr euch in einer Berufsausbildung befindet und unter 25 Jahre alt seid. Das Fernstudium Abitur wird von den Familienkassen als Berufsausbildung anerkannt, sodass euch das Kindergeld in der Regel genehmigt wird. In einem Urteil des Finanzgerichtes Schleswig-Holstein (Az.: 3 K 254/06) wurde festgehalten, dass das Fernabitur als Berufsausbildung gewertet wird. Dementsprechend haben die Familienkassen hier keinen Bewertungsspielraum. Es spielt im Gegensatz zum Schüler BAföG auch keine Rolle, wie viel Zeit ihr auf euer Abitur Fernstudium verwendet.

Wichtig für die Gewährung von Kindergeld ist jedoch die Einhaltung der Einkommensgrenzen. Ihr dürft höchstens 8.004 Euro in einem Jahr verdienen, also durchschnittlich 667 Euro pro Monat. Sobald ihr darüber kommt, wird euer Einkommen auf das Kindergeld angerechnet. Wenn ihr das Abitur nachholen und währenddessen Kindergeld beziehen wollt, könnt ihr also nebenher höchstens einer Nebentätigkeit oder Teilzeitarbeit nachgehen.

Wie viel Kindergeld ihr bekommt, hängt davon ab, wie viele Geschwister ihr habt. Für das erste und das zweite Kind gibt es jeweils 184 Euro Kindergeld. Für das dritte Kind beträgt das Kindergeld 190 Euro und ab dem vierten Kind erhält jedes 215 Euro im Monat.

Kindergeld für das Fernabi beantragen

Wenn ihr über 18 Jahre alt seid, erwartet die Familienkasse detaillierte Angaben darüber, welche Schul- oder Berufsausbildung ihr absolviert. Ihr müsst dem Antrag außerdem eine Bescheinigung von dem Institut beifügen, bei dem ihr das Abi nachholen wollt. Außerdem müsst ihr ein weiteres Formular ausfüllen, in dem ihr über eure Einkünfte Auskunft erteilen müsst. Mithilfe dieser Bescheinigung entscheidet die Familienkasse, ob die Einkommensgrenze überschritten wird.

Die Rabatte auf das Fernstudium Abitur

Wenn ihr das Abitur nachmachen wollt, bieten euch die meisten Fernlehrgangsinstitute Rabatte an, wenn ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Beim ILS bekommt ihr beispielsweise zehn Prozent Rabatt, wenn ihr arbeitssuchend gemeldet, Schüler, Student, Wehr- oder Zivildienstleistender, Bundeswehrangehöriger, Rentner oder Schwerbehinderter seid. Wenn ihr schon einmal einen Kurs beim gleichen Institut gemacht habt, könnt ihr gewöhnlich einen Treuerabatt in Höhe von zehn Prozent bekommen.

Mein Tipp: Sprecht einmal konkret mit eurem Studienberater darüber. Ich hatte damals ab dem zweiten Kurs einen Rabatt von 15 Prozent, weil ich verhandelt habe. Es lohnt sich also durchaus lohnen, dieses Thema beim Abi nachmachen anzusprechen. Ihr habt ja nichts zu verlieren, könnt dafür aber einige Hundert Euro Ersparnis gewinnen.

Weitere Rabatte dürft ihr erwarten, wenn ihr dem Bundesverband der Wirtschaftsjuristen von Fachhochschulen e. V. oder der Vereinigung für Vertragsfußballspieler e. V. angehört. Viele Fernlehrgangsanbieter bieten auch Rabatte auf den Abitur-Lehrgang, wenn ihr Mitglied bei bestimmten Kooperationspartnern seid. Beim ILS sind dies beispielsweise die IKK-Krankenkasse, der Bertelsmann-Club, der ADAC Club und der VDV. Auch viele große Arbeitgeber haben mit den Fernlehrgangsanbietern für das Fernabi Sonderkonditionen vereinbart, von denen ihr profitieren könnt, wenn ihr im jeweiligen Unternehmen beschäftigt sind. Am besten informiert ihr euch bei eurem Arbeitgeber, ob entsprechende Vereinbarungen für die Hochschulreife bestehen.

Beitrag veröffentlicht vor 7 Jahren (aktualisiert vor 10 Monaten).

Über Sabine

Sabine

Sabine Hutter hat ihr Abi mit dem Institut für Lernsysteme nachgeholt und im Anschluss über das ILS eine Ausbildung zur geprüften Betriebswirtin und zur Personalkauffrau IHK absolviert. Sabine arbeitet als freie Redakteurin.

Kommentare und Fragen

Mupfel

"In einem Urteil des Finanzgerichtes Schleswig-Holstein (Az.: 3 K 254/06) wurde festgehalten, dass das Fernabitur als Berufsausbildung gewertet wird. Dementsprechend haben die Familienkassen hier keinen Bewertungsspielraum."

Das ist leider falsch :-( Das Ergebnis von Schleswig-Holstein kann ein Finanzgericht in Sachsen zum Beispiel anders sehen und auch dementsprechend urteilen. Das ist Ländersache, auch wenns unlogisch sein mag. Eine Familienkasse KANN das Fernabi als Bezugsgrundlage für KG ablehnen, vor allem wenn die Vollzeit angezweifelt wird:

"Es spielt im Gegensatz zum Schüler BAföG auch keine Rolle, wie viel Zeit ihr auf euer Abitur Fernstudium verwendet."
Doch! Dafür gibt es Urteile vom Bundesgerichtshof: 10 Stunden sind absolutes Minimum und müssen nachgewiesen werden, wenn der Sachbearbeiter nachfragt!

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