Vorsicht bei Kommentaren auf Facebook-Fanseiten

Christian Wolf
 | 3 Kommentare

Das folgende Thema hat nur indirekt etwas mit dem Thema Fernstudium zu tun, aber ich denke, das geht uns als Facebook-Nutzer alle etwas an und ist auch für Euch interessant.

Facebook

Wenn ihr aktiv auf Facebook unterwegs seid, seid ihr bestimmt Fan mehrerer Seiten, etwa der Fernstudium-Fanseite von fernstudi.net. Wenn man sich oft auf Facebook einloggt, erfährt man so immer sehr schnell, was es neues beim Betreiber der Fanseite gibt und man kann sich auch mit anderen Fans vernetzen.

Für Betreiber sind solche Fanseiten natürlich auch sehr praktisch. Sie ermöglichen es, dass ihr schnell und umkompliziert Updates abonniert, dass die Betreiber mit Euch als Kunden bzw. Fans in Kontakt bleiben usw.

Schreibe ich hier z.B. einen neuen Beitrag, poste ich einen Link zum Beitrag auch auf der Facebook-Fanseite, damit alle Fans sofort sehen: Da gibt es Neuigkeiten.

Nun ist es zum Bedauern vieler Fanseiten-Betreiber oft so, dass die Fans, also ihr, immer weniger direkt unter den Blogbeiträgen kommentieren, sondern mehr und mehr direkt unter den Statusmeldungen auf Facebook. Verständlich, denn das Verfassen eines solchen Kommentars geht schneller und einfacher von der Hand als das Verfassen eines Kommentars im Blogbeitrag.

Daher gibt es seit kurzer Zeit Tools für Blogs, die es ermöglichen, die Kommentare der Fanseite auszulesen und direkt im Blogbeitrag zu speichern. Gespeichert werden dann z.B. das Profilfoto, der Name und der Kommentar.

An sich eine praktische Sache. Nur leider wissen die wenigsten Fanseiten-Kommentatoren, dass ihre Kommentare, ihr Name und ihr Profilfoto einfach auf anderen Seiten weiter gespeichert und verwendet werden!

Ein Beispiel dafür ist übrigens die Zeitschrift t3n. Kommentiert dort mal auf der Fanseite einen der letzten Beiträge und kurze Zeit später taucht euer voller Name, euer Profilbild und der Kommentar direkt unter dem Artikel auf ...

Klar, man kann auch sagen: Mir doch egal, ich stehe zu dem, was ich sage und schreibe. Ich persönlich sehe das auch so. Aber ich weiß auch, dass ich mich in einem 100 % öffentlichen Raum befinde, wenn ich auf Facebook unterwegs bin. Andere wissen das nicht und verhalten sich wie in einem geschützten Raum, ohne dass sie sich beobachtet fühlen. 

Facebook ist immer zu 100 % öffentlich. Egal, was ihr macht, auch wenn ihr PMs schreibt, vergesst das nie und verhaltet euch entsprechend. Alles, was ihr dort postet und hochladet, wird erst einmal auf 1000 Server weltweit kopiert und verteilt, und es lässt sich so gut wie gar nicht mehr löschen.

Ihr wisst nie, wer z.B. Zugang zu den Konten eurer Kontakte hat und so auch eure PMs lesen kann. Oder die Kommentare, von denen ihr glaubtet, nur eure Kontakte könnten sie lesen.

Nicht Facebook ist hautpsächlich für Datenschutz und Privatsphäre verantwortlich, sondern ihr selbst seid es, vergesst das nicht. Und beschäftigt euch mit den Privätsphäre-Einstellungen.

PS: Kommentare, die ihr auf der Fernstudium-Fanseite von fernstudi.net hinterlasst, werden nicht heruntergeladen und hier im Blog eingefügt, nicht heute und auch nicht in Zukunft.

Veröffentlicht vor 8 Jahren (aktualisiert vor 2 Jahren). Abgelegt unter Social Networks, Facebook.

Christian Wolf

Christian ist Wissenschaftsredakteur und Blogger, leidenschaftlicher Autodidakt, hat den Realschulabschluss mit 1,5 gemacht, sein Abi extern (3,6), hat in Göttingen, Jena, Berlin und an der FernUni studiert, und kann auch Latein, Altgriechisch, Französisch, Russisch und Englisch. Top, der Mann! Folge uns auf Facebook, um keine neuen Beiträgen von Christian zu verpassen.

Kommentare und Fragen

Hallo Mario,

ja, die ewige Datenschutz-Schelte bin ich auch leid ... zumal sie meist von Leuten kommt, die sich gar nicht auskennen. Wir Deutschen jammern halt lieber erst einmal rum und pochen auf die Nachteile, anstatt zu schauen, was uns eigentlich für Möglichkeiten geboten werden. Und der Nutzen von Facebook überwiegt die Nachteile sicherlich. Es ist dennoch wichtig, dass die Leute sich bewusst werden, was sie da eigentlich nutzen und was das für Konsquenzen haben kann.

Mario Jung

Hi Christian,

ich bin zufällig auf Deinen Blogbeitrag gestoßen und muss sagen, dass ich das Thema Datenschutz eigentlich schon ziemlich leid bin. Aber Du hast hier einen Satz geschrieben, den ich für sehr gut halte und den ich so nur unterschreiben kann...

"Nicht Facebook ist hautpsächlich für Datenschutz und Privatsphäre verantwortlich, sondern ihr selbst seid es, vergesst das nicht. Und beschäftigt euch mit den Privätsphäre-Einstellungen."

Facebook steht überall (vielleicht auch zurecht) in der Kritik, aber man sollte sich auch mit den Möglichkeiten eines Tools (oder Webseite) beschäftigen, bevor man sie nutzt. Und wer sich mit Facebook auskennt, weiß auch, wie man sich vor den Datenschutzproblemen schützen kann...

Noch ein kleiner Nachtrag: Ihr solltet auch bedenken, dass die Fanseiten immer durch Google erfasst werden. Selbst, wenn Euer Profil auf Facebook nicht öffentlich ist - euer Name steht bereits auf der Fanseite und ist öffentlich einzusehen, wenn ihr nur einen Beitrag "geliked" habt.

Ist euer Profil nicht öffentlich, kann niemand den Namen anklicken - aber er steht erst einmal da und wird für lange Zeit in Suchmaschinen aufzufinden sein.

Googelt einfach mal euren Namen + Facebook und schaut, mit was für Fanseiten ihr so interagiert bzw. was andere (z:B. Arbeitgeber, bei denen ihr euch bewerbt), so über euch rausfinden könnten.

Mehr Beiträge zum Thema