Es geht los mit der Forschung

Zwei Beiträge habe ich ja schon geschrieben, die in die Richtung Forschung in Psychologie an der Open University gehen. Wissenschaftlich Schreiben war der erste Schritt, worauf der Zweite mit dem Beitrag über die TMA03 folgte. Allgemein ist das Thema Forschung zu kurz gekommen, obwohl es eine wichtige Rolle im DSE212 spielt. Neben der Prüfung mit einem eigenen Experiment, musste ich auch eine TMA mit der subjektiven Forschung, also dem Auswerten eines Interviews absolvieren. Beide TMAs haben ihre eigenen Bestimmungen, wie darüber berichtet werden kann. Doch dazu schreibe ich einen eigenen Beitrag.

Der Rahmen, in dem Forschung stattfindet, ist ein Kreislauf. Am Anfang steht Theorie, durch die Kenntnis von Forschungsergebnissen oder Theorien werden Fragen gestellt. Um den Fragen nachzugehen, steckt man sich diese als Ziele ab und entwickelt mittels verschiedener Methoden eine Versuchsanordnung. Das können Experimente sein, Befragungen, Interviews oder Tests. Jedenfalls bekommt der Forschende Daten anhand der Methode. Das sind Antworten in Fragebögen, Testwerte, gemessene Zahlenwerte oder geschriebene Geschichten. Mit diesen Daten fertigt der Forscher Auswertungen an. Das sind Abhängigkeiten, Häufigkeiten, Anzahl an richtigen oder falschen Antworten oder auch bestimmte Themenfelder, die in schriftlichen Antworten beschrieben werden.

Zwischen der Fragestellung und den Daten findet die Theoriebildung statt, denn hier macht sich kenntlich, ob die gestellte Frage schon im Ansatz beantwortet werden kann und welche Antwort oder Aussage aus den Daten folgt. Diese Daten durchlaufen nun eine Auswertung in Form von Statistiken, Beurteilungen oder Testergebnissen, die dann eine konkrete Aussage zur gestellten Frage geben sollte. Hier ist der Punkt, an dem die Forscher sehen, welche Fragen in weiteren Studien untersucht werden können. Der Kreislauf der Forschung findet hier jedenfalls wieder seinen Startpunkt.

Der große Rahmen um eine Forschungsfrage ist die Epistomologie. Kann sein, es muss öfter gelesen werden. Jedenfalls handelt es sich bei der Epistomologie um das, was überhaupt gewusst werden kann. Klingt erstmal stark philosophisch oder zumindest theoretisch. Letztlich wird die Sicht klarer, wenn die Perspektive ins Spiel kommt. Hierbei handelt es sich, einfach gesagt, um die Unterkategorie in der Psychologie, als Beispiel kognitive Psychologie. Epistomologie ist demnach, was die kognitive Psychologie herausfinden kann und was nicht. Im Grund stößt jede Perspektive auf ihre Grenzen, wo die einer anderen Perspektive, zum Beispiel Sozialpsychologie, anfängt.

Ontologie ist ein weiterer Pfeiler, der die Forschung formt. Damit ist durchaus auch der Begriff aus der Philosophie genommen, der das Seiende und Lebendige meint. In der Psychologie ist gemeint, was einen Menschen ausmacht, auch wieder innerhalb einer Perspektive. Die Sozialpsychologie macht als Beispiel fest, dass für Menschen Sprache und Kommunikation eine Bedingung ist.
Die Methodologie beschreibt nun die Methodenwahl. Es ist wiederum eine Theorie und keine konkrete Anwendung. Es geht mehr um die Prinzipien, mit welchen Methoden welche Daten gewonnen werden können und was mit den Daten geschehen kann. Die Formulierung einer Forschungsfrage gehört in das Ressort der Methodologie.
Was auch der Allgemeinheit ein Begriff ist, sind Methoden. Diesen Begriff verwenden wir auch im Alltag und meinen im Grunde auch das, was es in der Forschung bedeutet, nämlich die Vorgehensweise. Es gibt bestimmte Methoden in bestimmten Perspektiven, manche können in verschiedenen Perspektiven angewendet werden, aber auch unterschiedliche Daten bringen. Eine Methode kann objektive Forschung unterstützen oder subjektive Ergebnisse liefern. Eine kleine Auflistung über die verschiedenen Methoden und welche Daten dabei gewonnen werden können.

  • Experimente liefern Daten über Verhalten und physische Daten.
  • Mit Fragebögen können Eigenbeschreibungen bekommen werden, meist über Verhalten und Empfinden, also inneren Erfahrungen.
  • Interviews ergeben Informationen über innere Erfahrungen, dabei dient Sprache als symbolische Daten.
  • Tests werden bei Berichten über das eigene Verhalten und Antworten auf einfache Standardfragen eingesetzt.
  • Beobachtungen liefern Daten über Verhalten, manchmal kommt hinzu, was gesagt wurde und wie es gesagt wurde.
  • Methoden, die auf Bedeutung und Sprache basieren, werden bei Tagebucheinträgen, Gesprächen oder veröffentlichten Texte angewandt.

 

Die Perspektiven sind zentraler Bestandteil, nach dem sich die Forschung ausrichtet

Den verschiedenen Perspektiven kommt die zentrale Rolle in der Forschung zu. Jede Perspektive hat ihre eigene Theorie und eigene Erklärungen über menschliches Verhalten. Sicherlich überschneiden sich manche Perspektiven miteinander, insgesamt gelten die drei Ks. Darunter zählen Konkurrenz, Koexistenz, Kooperation. Damit soll die Verbindung der Perspektiven innerhalb der Psychologie verdeutlicht werden. Manche Perspektiven konkurrieren um Erklärungen und Ansichten, wie die Evolutionspsychologie mit der Sozialpsychologie. Dann gibt es verschiedene Koexistenzen.

Zuletzt können verschiedene Perspektiven verschiedene Aspekte in einem Thema erklären, sie arbeiten dann zusammen. Mit Blick auf die Forschung wird es hier interessant, denn die Perspektiven haben ihre eigene Epistomologie, Ontologie und Methodologie. Die Methoden teilen sie sich, auch nutzen sie verschiedene Daten gemeinsam. Manche sind objektiv ausgerichtet, manche subjektiv. Das bedeutet, dass einige generelle Wahrheiten hervor bringen wollen, andere eher ein tiefes Verständnis mit subjektiven Ansichten.

Das ist auch innerhalb der Forschung eine klare Grenze – Objektivität und Subjektivität, quantitative und qualitative Forschung. Hier ein Überblick über verschiedene Perspektiven in der Psychologie.

  • kognitive Psychologie
  • biologische Psychologie mit Neuropsychologie
  • Evolutionspsychologie
  • psychoanalytische Psychologie
  • Behavioristen
  • Sozialpsychologie
  • humanistische Psychologie

Qualitative Forschung ist subjektiv, quantitative Forschung ist objektiv

Wie gerade in den Perspektiven angedeutet, gibt es in der Forschung zwei grundlegend verschiedene Richtungen, in die die Perspektiven eingeteilt werden können, werden und müssen. Dieser bedeutende Unterschied heißt Objektivität versus Subjektivität. Mit Objektivität ist gemeint, dass andere Forscher ein Ergebnis nachvollziehen können müssen. Die Ergebnisse müssen objektiv sein und für jeden gelten, sozusagen universell, wie Naturgesetze in der Physik. Falls eine Studie veröffentlicht wird, gilt sie erst als richtig, wenn andere Forscher diese Studie wiederholen konnten. Demnach ist es für objektive Forschung wichtig, zu beweisen.

Die Methoden sind meist Experimente, wichtig ist, dass Zahlen und objektive Werte aus den Methoden gewonnen werden. Ein Gespräch kann durchaus eine Methode in der objektiven Forschung das geeignete Mittel sein, wenn der Forscher die Häufigkeit bestimmter Wörter zählt.  Es kommt auf die Art der Daten an.

Die Auswertung wird mittels SPSS und Statistiken bewerkstelligt, meist mit schönen Diagrammen. Auf Grund der Masse an Daten, die für aussagekräftige Beweise notwendig sind, wird objektive Forschung auch mit quantitativer Forschung gleichgesetzt.


Die qualitative Forschung dagegen setzt voll auf Subjektivität. Meist wird sie eingesetzt, um Grundlagenforschung zu betreiben und als Vorangeher, um zu testen, ob an einer These etwas dran sein könnte oder nicht.

Die subjektive Forschung setzt demnach auf persönliche Eindrücke, individuelles Erleben von Situationen. Typische Methoden in der subjektiven Forschung sind Interviews und Befragungen, auch Tagebucheinträge in der Form von Dokumentationen werden gern benutzt. Experimente sind als Methode ausgeschlossen.

Die Daten sind sehr unterschiedlich, doch gibt es für verschiedene Methoden auch Möglichkeiten, diese einheitlich auszuwerten.

Meist werden in Interviews und den anderen subjektiven Methoden keine großen Datenbestände angehäuft, doch diese werden sehr detailliert ausgewertet, daher ist subjektive Forschung auch die qualitative Forschung.

Beitrag veröffentlicht vor 8 Jahren (aktualisiert vor 1 Jahr) .

Über Marcus Schweizer

Marcus Schweizer

Ich studiere Psychologie an der Open University. Beruflich bmach ich Menschen glücklich :-)

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