Das Workbook vermittelt die Bedeutung von Lesetechniken und Mitschriften

Marcus Schweizer
 | 2 Kommentare

In einigen Beiträgen habe ich ja schon auf das Workbook hingedeutet. Das ist ein kleines Heft mit ungefähr 65 Seiten. Der Inhalt dieses Heftes ist eine praktische Anleitung für uns Studenten, welche Fähigkeiten von Woche zu Woche angeeignet werden sollten.

Das läuft auch immer im Verbund mit dem jeweiligen Inhalt des Studiums, also den Exploring Psychology Büchern. In den ersten zwei Wochen startet das Workbook mit Lesetechniken und Mitschriften machen, ich nenn sie auch Notizen. Überlegt man sich die Aufteilung, macht es sehr viel Sinn. Zuerst kommt Lesen dran, dann Notizen. 

So wird man Woche für Woche zu neuen Techniken und Fertigkeiten herangeführt, die das Studieren und Durcharbeiten der eigentlichen Hauptthemen erleichtern, eigentlich unterstützen. Das ist auch, worauf es beim Studium doch eigentlich ankommt. Die Inhalte vergisst man mehr oder weniger wieder, kann sie später nur zu einem Teil erinnern. Das ist ganz normal, denn würden wir alles zu 100 Prozent erinnern, was wir erfahren, wären wir nicht überlebensfähig.

Es kommt auf das Regelhafte an, nicht auf einzelne Ereignisse. Was am Abend übrig bleibt, um es pathetisch auszudrücken, sind Fähigkeiten. So schätze ich die Hilfestellungen und Anmerkungen des Workbooks höher ein als die eigentlichen Inhalte, die bei den Prüfungen gefordert werden.

 

Lesetechnik richtet sich nach dem Zweck

Lernen kann man in drei Abteilungen unterbringen. Die erste Stufe wäre die Wahrnehmung, als Zweites kommt die Speicherung von Informationen und das Dritte ist die Erinnerung. Das hängt miteinander zusammen, denn wer Informationen nicht wahr nimmt, kann sie nicht abspeichern und auch nicht erinnern. Lesen gehört zur ersten Stufe, ist der erste Schritt beim Lernen. Viele würden wohl sagen, ok Lesen kann ich, hab ich doch in der Grundschule gelernt. Es ist aber mehr als nur zu wissen, was drin steht. Richtiges Lesen ist anwendungsbezogen, genauso wie Gehen. 

Man kann schnell gehen, langsam gehen, sportlich gehen, eilen, trödeln, bummeln und die Beine in die Hand nehmen. Beim Lesen ist es ähnlich. Lesen um einen Überblick zu erhalten, die wichtigsten Punkte zu erfassen, nach bestimmten Informationen suchen oder eben auch um die Inhalte zu verstehen.

Im Endeffekt kann sich jeder selbst die Frage stellen, warum man liest. Damit dann überlegen, auf welche Art und Weise der Text bearbeitet wird, also wie man dies beim Lesen umsetzen kann. Das spart Zeit und wird richtig effektiv, wenn Notizen das Umsetzen ergänzen!

 

Intensiveres Lernen ist der große Vorteil der Mitschriften und Notizen

Von Studenten habe ich schon gehört, dass sie keine Unterlagen haben, ausser ihren Mitschriften aus den Vorlesungen. Wenn nicht, so müssten sie sich die Bücher selbst kaufen. Wie man das auch immer bewerten soll, an der Open University werden alle Materialien mitgesendet. Warum sollte man dann als OU Student noch Notizen machen? Genau diese Frage stellte ich mir, als ich zum ersten Mal davon las. 

Der erste große Vorteil besteht in der Zusammenfassung selbst, wenn die Vorbereitungen auf Prüfungen beginnen. Durch die Notizen werden die Inhalte übersichtlich dargestellt. Die unwichtigen Passagen, wie Erklärungen und Beispiele zum besseren Verständnis, sind da weggelassen. Viel wichtiger ist bei den Mitschriften aber, dass die Inhalte nochmal im Kopf überlegt werden. Damit passiert Folgendes: die Bedeutung der Inhalte werden generiert, Zusammenhänge zwischen den Themen gefunden und somit findet auch tatsächliches Lernen statt, neuronale Verbindungen entstehen oder werden gestärkt.

Denn indem man sich die Inhalte überlegen muss, feuern die Neuronen und Verbindungen kräftiger, bauen stärkere Verbindungen auf, als wenn man nur die Buchstaben ansieht. Das Experiment für Gedächtnis, also wie viel erinnert wird bei verschiedenen Vorgehensweisen, ist mittlerweile ein Standardthema in der Psychologie. Die Zeit aufzubringen ist wichtig, um über Inhalte nachzudenken und um dies umzusetzen, eignet sich die Anfertigung von Notizen ganz hervorragend.

Veröffentlicht vor 9 Jahren (aktualisiert vor 2 Jahren). Abgelegt unter Studienmaterialien, Open University, Fernstudium Psychologie.

Marcus Schweizer

Ich studiere Psychologie an der Open University.

Beruflich bmach ich Menschen glücklich :-)

Kommentare und Fragen

Mit "Lehren" wäre ich vorsichtiger, denn das muss auch erst gelernt werden!
Leider wissen das wenige der Leute, die andere Unterrichten möchten. Aber das ist ein anderes Thema.

Wege und Mittel, die mit den Inhalten jonglieren, die sind wichtig! Man muss sich mit etwas befassen! Da helfen weder Medikamente noch Zaubertricks, im Gegenteil.

ps: Hab den Beitrag etwas redigiert! :-)

Schöner Beitrag Marcus.

Bei den Methoden kann ich Dir auch nur zustimmen. Viel wichtiger als der Stoff an sich ist das Erlernen von Methodik. Damit kann man sich jeden beliebigen Lernstoff selbst erarbeiten und selbst "wissenschaftlich arbeiten". Beim bloßen Auswendiglernen neigt man doch sehr dazu, Meinungen unreflektiert zu übernehmen. Mit Methode kann man Meinungen kritisch hinterfragen und sich eigene Meinungen bilden.

Eine gute Art zu lernen, ist auch das "lehren". Also anderen zu erklären, worum es geht, am besten mündlich, oder auch in Form von Text. In diese Richtung zielen ja auch die eigenen Notizen, man erklärt es eben sich selbst.

Mehr Beiträge zum Thema