Wie kann man mit anderen Studenten an der OU in Kontakt treten? Wege und Mittel zum kollaborativen Lernen.

Passt Fernstudium mit dem üblichen Studentenleben zusammen

Bei einer Entscheidung zu oder gegen ein Fernstudium steht ein Argument auf der Kontraseite immer hoch im Kurs. Der Kontakt zu anderen Studenten scheint nicht da zu sein und mit dem fehlenden Kontakt bleibt auch das richtige Gefühl aus, tatsächlich ein Student zu sein. Man kommt sich vor, so glauben zumindest viele, als sei man eine Art Lernroboter, der seine Pflicht erfüllt und dafür sein Abschlußzeugnis bekommt. Wie sich das auch immer zusammensetzt, dem Wort Fernstudium kommt der Beigeschmack zu, dass das richtige Studentenleben fehlt.

Für mich war das eine eher untergeordnete Frage, denn vorher kam ich von einer Schule auf dem zweiten Bildungsweg. Um es direkt zu sagen, ich war froh mein Ziel jetzt in meiner eigenen Geschwindigkeit verfolgen zu können. Mittlerweile fände ich es schon interessant, in Kontakt mit anderen Studenten zu treten. Fernstudium muss nicht das sein, wofür man es hält. Die Open University legt sehr großen Wert auf den Austausch zwischen den Studenten und gibt zahlreiche Möglichkeiten dazu. Wie intensiv das genutzt wird, kommt auf jeden selbst drauf an. Genau das ist eine entspannte Situation, man kann sich mit anderen Studenten austauschen, aber muss nicht.

Mittlerweile habe ich über Social Communities andere Studenten der OU gefunden. Zuvor kamen schon nette Geschichten zustande, als ich einen Anruf von einem Studenten aus Italien erhielt, der etwas Prüfungspanik bekam. Aber dies blieb bisher doch die Ausnahme. Über das Internet fand ich jetzt viele Studenten der OU, ein richtiger Austausch kam weniger in Fahrt. Dabei hat wohl das Internet das größte Potenzial, unbekannte Mitstudenten zu finden.

Die OU stellt selbst Kontakte her

Man muss sagen, dass vor jedem Kurs die Tutoren nachfragen, wer seine Kontaktdaten herausgeben möchte und wer mitmacht, bekommt eine Liste mit allen Kursteilnehmern. Dort findet man Telefonnummer und Adressen, je nachdem, was jeder von sich hergeben wollte. Eine andere Möglichkeit, die ich für mich entdeckt habe, sind Foren und Blogs, die Studenten schreiben. Ich selbst betreibe einen solchen und habe gerade dadurch andere Studenten kennen gelernt.

Die Open University hat noch weitere Programme, um die Studenten miteinander zu verknüpfen. In meinem jetzigen Kurs finden online Tutorials statt. Das bedeutet, dass wir ein kleines Chatprogramm bekamen. Da fanden schon mehrere Sitzungen statt, zu denen sich die Interessierten unter uns verabredeten. Ich habe aber bisher nie teilgenommen.Es läuft aber so ab, dass mit dem Programm Dateien hochgeladen werden können und sonstige Informationen besprochen werden können. So findet eine Art Gruppensitzung statt.

Der jetzige Kurs überlegt auch, ob man sich an einem bestimmten Ort treffen könnten. Es ging eine Frage herum, wer wann und wo Zeit und Interesse hätte. Ich habe selbst davon nichts weiter gehört, da ich ehrlich gesagt keine Zeit dafür übrig habe. Schien auch etwas kompliziert gewesen zu sein.

Nicht nur übers Internet, auch reale Kontakte werden geknüpft

Residential weeks sind eine weitere Möglichkeit, andere Mitstudenten zu treffen, diesmal aber auf eine sicherere Art und Weise. Dafür trifft man sich in England auf dem Campusgelände und wohnt auch in einer der Wohnungen für ein paar Tage. Ich bekam dafür erst vor wenigen Wochen eine Einladung. Zwei Professoren wären auch vor Ort, mit denen und natürlich auch den Mitstudenten dann Tage voller Diskurs stattgefunden hätten.

Was ich zu Anfang immer genutzt habe, war das Emailsystem der Open University. Zu jedem Themagebiet und Anliegen gibt es praktisch eine Liste, eine Art Emailverteiler. So kann man auf die Liste Emails schreiben und empfangen. Normalerweise finden hier vor einem Kurs auch Vorstellungen statt, wer man ist und woher man kommt. Stellt sich halt die Frage, ob man weiß wer man ist oder sich noch in der Entwicklung befindet! :-)

Als letzten Punkt der Möglichkeiten, mit anderen Studenten in Kontakt zu treten, sind regionale Treffen. Die Open University hat eine eigenen Studentengemeinschaft, die OUSA. Ausgeschrieben ist das die Open University Students Association, wenn ich mich richtig erinnere. Die OUSA organisiert in den einzelnen Regionen treffen, die auch recht gut besucht sind. Dort war ich bisher nur einmal und ich traf auf sehr viele Engländer, die in Deutschland leben aber in ihrer Muttersprache studieren. Es war und ist immer noch eine optimale Gelegenheit, seine Sprachfähigkeit zu trainieren und richtig Englisch reden zu lernen.

(Beitrag zur Blogparade von fernstudientag.de)

Beitrag veröffentlicht vor 8 Jahren (aktualisiert vor 1 Jahr) .

Über Marcus Schweizer

Marcus Schweizer

Ich studiere Psychologie an der Open University. Beruflich bmach ich Menschen glücklich :-)

Kommentare und Fragen

Marcus Schweizer

Achso ok! Ja da denke ich, dass es nicht direkt an den Fächern liegt. Meist sind es die Lebensumstände, warum die Deutschen an die OU gehen.
Ohne Abitur studieren zu können zieht natürlich viele an, aber auch weiterhin berufstätig zu sein. Die OU hat die beste Studentenzufriedenheit, was für viele auch ein wichtiger Grund ist. Dazu muss man beachten, dass viele hier lebende Engländer an der OU studieren...!
Wie die Verteilung der Fächerwahl von deutschen Studenten an der OU ist, weiß ich allerdings nicht.

Christian Wolf

Ja, ich meinte nicht, was es für Fächer allgemein gibt, sondern was für Fächer Deutsche dazu bewegen, an der OU zu studieren. Von Psychologie mal abgesehen.
10000, doch mehr, als man denkt.

Marcus Schweizer

Zu den Fächern kann man sich auf der öffentlichen Seite (http://www3.open.ac.uk/study/) informieren! Es gibt die Abschlüsse Open Degrees, Bachelor mit oder ohne Honours, Master, PHD oder MBA!

Die Anzahl der Deutschen liegt wohl bei etwa 10 000 jedes Jahr.

Christian Wolf

Weißt Du zufällig ungefähr, wie viele Deutsche an der OU studieren? Und was für Fächer da so studiert werden (außer Psychologie)?

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