Woche Nummer 1

In der ersten Woche stand im Vordergrund, die ersten Schritte in den tiefen Weiten der Psychologie zu gehen. Daher wurden wohl bewusst viele Facetten der Übermittlung von Informationen eingesetzt: Von Heften, CD`s und DVDs bis zu dem ersten Kapitel im Lehrbuch.

Der Einstieg in die Vielfalt

„Psychologie im 21. Jahrehundert“ heisst die Überschrift der Einführung. Auf über 43 Seiten, eingeteilt in 3 Kapitel, geht es von der ersten Orientierung über die psychologische Forschung zum eigentlichen Übersicht. Das erste Kapitel handelt, oder soll ich klassischerweise sagen behandelt, vom alltäglichen Leben. Welchen Einfluss hat Psychologie in den Medien, wo begegnet man psychologischen Themen und wie werden diese dargestellt. Davon gleitet man direkt zu der Tatsache, dass alle Menschen „irgendwie“ etwas über Psychologie wissen, dass es quer durch die Gesellschaft eine Alltagsmeinung gibt.

Persönlich bin ich einem Vorwurf auch schon mehrfach begegnet: Warum man denn überhaupt Psychologie studieren muss weil ja eine gewisse Lebenserfahrung ausreicht um Menschen zu kennen! Dieses Argument scheint sehr verbreitet zu sein, denn es wird auch hier angesprochen. Gerade weil Psychologie von Menschen handelt, meinen viele etwas darüber sagen zu können.

Doch Psychologie besteht aus weit mehr als aus Beobachtung des Alltags. Natürlich beobachten Psychologen auch, doch beachten sie Regeln an die sich alle halten, um die erhaltenen Beobachtungen einschätzen und vergleichen zu können. Aber dies führt zu weit ins Thema!

Verschiedene Richtungen, verschiedene Methoden

Der soziale Einfluss der Psychologie ist Thema der Einführung, genauso wie die zahlreichen Richtungen innerhalb der Disziplin. Gerade die Vielfalt, über biologische Psychologie, Verhaltenspsychologie, Wirtschaftspsychologie bis hin zur Organisationspsychologie macht das Studium aus. Jede Ansicht hat einen gewissen Aspekt, auf den es sich richtet und erkennt auch Fakten als Tatsachen an. Der Behaviorismus nimmt das reine Verhalten als Mittelpunkt seiner Betrachtung und lässt demnach ganz andere Aspekte als Beweise gelten, wohingegen die biologische Psychologie durch technischen Fortschritt auf Computertomographen und die daraus resultierenden Bilder des Gehirns zurück greift. Beide Richtungen gehören der Psychologie an, beide Richtungen haben ihre eigenen Methoden und eigene Kriterien, was als Beweis gelten kann.

Natürlich kam auch die das Thema „Sich selbst erforschen“ zur Sprache. Dabei ging es aber weniger um esoterische Tänze um ein Feuer im Mondscheinlicht, wie so manche vermuten würden, sondern um die Tatsache, dass verschiedene Theorien von unterschiedlichen Personen aufgestellt wurden und demnach auch eine persönliche Note haben, durch den Geist der Zeit beeinflusst wurden. Speziell geht es auch darum, dass unsere Interpretation der Welt immer nur subjektiv sein kann, weswegen der Bemühung um Objektivität und der Erhebung von Zahlen und Daten umso wichtiger ist.

Ethikregeln werden groß geschrieben!

Ein interessanter Punkt war für mich dann besonders die Tatsache, dass ethische Überlegungen in das eigene Handeln einfließen müssen. Wie Experimente aus den 60er und 70er Jahren gezeigt haben, war dies nicht immer der Fall. Die berühmten und bei vielen Laien auch bekannten Stanford-Experimente oder die von Milgram wären heute in dieser Form sicherlich nicht mehr möglich. Auch Versuche mit Tieren müssen von einem Ethikrat abgesegnet werden. Von diesen Ethikregeln muss jeder Student Kenntnis haben und sich dementsprechend verhalten, auch ich und schon jetzt! In jedem Essay und in jeder Arbeit, aber auch in jeder praktischen Übung, ist das Befolgen der Ethikregeln Pflicht. Nun, was besagen diese Regeln denn genau? Das erste wäre Respekt! Nicht, dass man vor autoritätssüchtigen, eingebildeten Personen den Bückling machen soll, nein – Respekt vor Kultur, Herkunft, Geschlecht, auch Alter, sexueller Orientierung! Ich würde sagen: Man muss lernen andere zu akzeptieren wie sie erstmal sind! Die Prinzipien gehen weiter: Über die Einsicht der eigenen Fähigkeiten, der Verantwortung und naja man könnte Rechtschaffenheit oder Redlichkeit dazu sagen, dazu gehört z.B. auch der Schutz von Testpersonen! Wie war, wenn es nur darum ginge würde sich das Studium schon lohnen! Ich habe mal gehört, dass Psychologen das „Gewissen der Gesellschaft“ wären...!


So das war ein kurzer Anriss über die erste Woche, wurde länger als ich es gedacht hatte! Dabei gäbe es noch vieles über andere Dinge zu berichten, nämlich dem student-directed-study! All das was ich jetzt erzählt habe war aus dem course-directed-study, also den eigentlichen Inhalten. In einem weiteren Beitrag berichte ich dann über die andere Seite des Studiums: Der Entwicklung eigener Fähigkeiten.


Beitrag veröffentlicht vor 9 Jahren (aktualisiert vor 1 Jahr) .

Über Marcus Schweizer

Marcus Schweizer

Ich studiere Psychologie an der Open University. Beruflich bmach ich Menschen glücklich :-)

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