Ausbildungsinhalte des Maschinenbautechnikers

Überblick verschaffen

Was man selten findet aber doch von Anfang an doch brennend interessiert sind der komplette Studienverlauf und die dazugehörigen Inhalte. Obwohl ich lieber die Spannung auf das Neue genießen möchte, kann ich es nicht lassen wie ein kleines Kind durchs Schlüsselloch von dem jetzigen Wissen und den vorhandenen Informationen zu berichten. Es ist ja nicht unpraktisch, sich einen Überblick zu verschaffen und sich vorzubereiten. Ein Sprichwort sagt: „Ordnung ist das halbe Leben“! Ist es typisch deutsch oder gibt es dieses auch in anderen Ländern?

Fächer und Abfolge

Im ersten Semester gleicht der Unterricht einer Schulbildung, als Fächer bekommt man Deutsch, Mathematik und Physik. Diese werden auch noch im zweiten Semester thematisiert. Die Schlussprüfung ist dann im 3. Semester, man hat also noch Zeit, die Inhalte zu wiederholen.

Englisch und Politik gesellen sich im zweiten Semester dazu, dauern ebenfalls zwei Semester über das dritte Semester hin an und werden in einer Schlussprüfung im vierten Semester abgefragt.

Politik und Physik enden mit dem dritten Semester, dafür beginnen die Fächer Betriebswirtschaft, Mitarbeiterführung, Informationstechnik, Qualitäts- und Projektmanagement. Hier beginnt also der schulhaft anmutende Unterricht und wird fachspezifisch. Die ersten Prüfungen in Deutsch, Politik und Physik werden geschrieben.

Endgültig unschulisch verhält es sich im vierten Semester. Zu Betriebswirtschaft, Mitarbeiterführung, Qualitäts- und Projektmanagement kommen eine Unzahl an Fächern dazu. Im Einzelnen sprechen wir von Maschinenbautechnische Grundlagen, Produktionslogistik, Entwicklung und Konstruktion, Fertigungstechnik und last but not least Automatisierungstechnik. Dafür schreibt man Prüfungen in den vorangegangenen Fächern Englisch, Mathematik und Informationstechnik.

Es gibt eine Regel dahinter

Noch dabei? Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach, kompliziert wird es durch die Überschneidungen von Neuem und Prüfungen in den alten Fächern im selben Semester. Das verspricht dauerhaftes Lernen. Man schreibt Prüfungen in Themen, die schon mehrere Monate, fast ein halbes Jahr, zurück liegen! Nichts mit Praktiken wie zu Schulzeiten, als die letzte Woche oder ein Tag vorher noch schnell was angeschaut wurde.

Ich halte das für sehr gut, denn möchte man wirklich etwas langfristig lernen, so reicht es nicht, sich die Angaben ins Kurzzeitgedächtnis zu pumpen, also dem Hyppokampus, wo es vielleicht ein paar Tage oder Wochen bleibt. Nein, durch diese Praxis muss man sich überlegen, wie man etwas wirklich lernt und behält, wie man es komplett versteht und auch noch nach Monaten abrufen kann. Kurz gesagt, der Stoff muss vom Hyppokampus in die Großhirnrinde! Das ist Lernen!

Nicht mittendrin aufhören

Doch weiter geht’s mit dem fünften Semester. Neu hinzu kommen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Systemtechnik und Produktionsplanung. Richtig, Fächer aus dem letzten Semester werden mit einer Prüfung abgelegt, nämlich Qualitäts- und Projektmanagement und Mitarbeiterführung! Eine Ausnahme bildet Maschinenbautechnische Grundlagen, hier wird zwar noch während des Semesters unterrichtet, kommt aber auch als Prüfung dran.

Im sechsten Semester kommt nur ein Fach neu dazu: Projekt! Dafür schreibt man in Produktionsplanung, Steuerungstechnik und Systemtechnik die Schlussprüfung. Bei letzteren traf auch wieder die Ausnahme zu, dass noch während des Semesters unterrichtet wurde.

Voll von Prüfungen ist dafür das siebte Semester. Nur noch Projekt ist als Themenschwerpunkt gesetzt, das wird aber auch im selben Semester abgeschlossen. Alle anderen Fächer, die ich mir jetzt erspare von Neuem aufzuzählen, werden in einer Vorprüfung abgelegt. Es sind dann auch die Fächer, in denen in Osnabrück die Abschlussprüfung geschrieben wird. Wer möchte kann die Abschlussprüfung wegs Vorbereitung auch nach Hinten verschieben.

Ohne Kommentar

So jede Menge „Stoff“ würde man in der Schule sagen. Es ist wirklich jede Menge Stoff, ich hab die Unterlagen bei mir zu Hause und zum Teil ist für ein einziges Fach ein breiter Ringordner nötig!

Für jedes Semester erhält man ein druckfrisches Bündel an Papier, ohne Luft dazwischen misst dies etwa 20 cm Höhe! Es sind auch nicht viele große Bilder drin...! Das Studienmaterial gibt es im Übrigen auch auf CD mitgeliefert, aber ich hab es lieber in Papierform, das ist praktischer.

 

Wenn ich mir das so vor mir ansehe und an meine Schulzeit, auch die der „Erwachsenenbildung“ denke, dann muss ich schon lächeln, wie lächerlich es dort nicht selten zuging...!

Beitrag veröffentlicht vor 9 Jahren (aktualisiert vor 1 Jahr).

Über Marcus Schweizer

Marcus Schweizer

Ich studiere Psychologie an der Open University. Beruflich bmach ich Menschen glücklich :-)

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