Massenanbieter im Fernstudiumbereich

Christian Wolf
 | 2 Kommentare

In der Fernstudium-Rundschau von Markus Jung bin ich gerade auf einen interessanten Beitrag gestoßen, der auf den Blog des BTB hinweist. Unter dem Beitrag gab es eine kleine Diskussion, in der Rolf Meyer vom BTB das Blogkonzept erläuterte und noch ein paar kleine Seitenhiebe austeilte.

Der Blogbeitrag in der Fernstudium-Rundschau findet sich hier: Fernschule BTB eröffnet Blog.

Die Pressemitteilung des BTB kann hier nachgelesen werden:  Vorstellung des BTB-Blog.

Mir geht es um den letzten Kommentar von Herrn Meyer:

[...] wir bieten deshalb Fachbeiträge in unseren Blogs an - und nicht irgendwelche Neuigkeiten aus dem BTB-Bereich mit Werbecharakter - um unsere Authentizität hervorzuheben. Wir haben - vielleicht im Gegensatz zu vielen Massenanbietern aus dem Ferschulbereich - persönlich Ahnung von dem, was wir als Ausbildung anbieten. [...]

Die Massenanbieter - wer ist das? Ich möchte Herrn Meyer nichts unterstellen, aber ich stelle mir einfach mal vor, dass er damit die großen Klett-Fernschulen meint, ILS, SGD, FEB und HAF.

Um es kurz zu machen: Sollte Herr Meyer vom BTB diese Fernschulen meinen, kann ich ihn gut verstehen. Er ist sicher nicht der einzige Angehörige einer kleinen Fernschule, denen das aggressive Marketing der Klett-Fernschulen sauer aufstößt.

Aber wo ist das Problem dabei denn wirklich? Soweit ich das nachvollziehen kann, bieten die Klett-Fernschulen wirklich hohe Qualität in ihren Kursen. Natürlich hat die Marketing-Abteilung oder -agentur, die einen Blog zu reinen Werbezwecken aufbaut, keine Ahnung von Heilpflanzen wie das BTB. Aber die Betreuer haben sie, die einen Schüler nach dem anderen fit für die HPG-Prüfung machen. Davon gehe ich einfach mal aus.

Nur wird das eben nicht so nach außen getragen.

Hier kann eine kleine Fernschule wie das BTB und mehr als 50 andere in Deutschland und in Österreich und in der Schweiz, die im Marketing-Getöse der Klett-Gruppe manchmal untergehen, ihre Stärken ausspielen - solange sie nicht von Klett aufgekauft werden. Werben mit fachlicher Kompetenz macht hier teure Marketingmaßnahmen, die sich eine kleine Fernschule nicht leisten ... will ... wieder wett.

Sind die Klett-Fernschulen nun Massenanbieter? Ja. Sie machen zumindest allein durch die schiere Masse der Kurse den Eindruck. Schaut man allerdings mal etwas genauer hin, sieht man schnell, dass sich alle 4 Fernschulen vom Kursangebot her kaum unterscheiden. Gleiche Preise, gleiche Inhalte, sicher auch gleiche Betreuer. Also nein.

Das Marketing der Klett-Schulen ist mir bekannt, fast seit ich lesen kann, seit ich diese  ganzseitigen Anzeigen in Magazinen und Zeitschriften kenne, die mit allen möglichen Kursen werben. Diesem Marketing verdanken die Schulen auch ihren Erfolg. Klar, dass man nicht mit allem einverstanden sein muss; gerade im Bereich Internetmarketing gibt es noch einige Baustellen und auch Dinge, über die man vielleicht lächelnd hinwegschauen könnte.

Denn im Bereich der beruflichen und privaten Weiterbildung schaffen insbesondere die Klett-Fernschulen eine Win-win-Situation. Sie machen Umsatz und wachsen und expandieren. Und sie bilden weiter und aus, und zwar die Masse, der Bildung nicht schaden kann, eher nützen.

Wenn mich jemand fragen würde, wo er sich am besten als Heilpraktiker ausbilden lassen soll, würde ich ihm allerdings ein Präsenzstudium empfehlen, und falls das nicht möglich ist, das BTB oder eine der kleinen Fernschulen.

Veröffentlicht vor 9 Jahren (aktualisiert vor 2 Jahren). Abgelegt unter Bildungsmarketing, Fernstudiumbranche.

Christian Wolf

Christian ist Wissenschaftsredakteur und Blogger, leidenschaftlicher Autodidakt, hat den Realschulabschluss mit 1,5 gemacht, sein Abi extern (3,6), hat in Göttingen, Jena, Berlin und an der FernUni studiert, und kann auch Latein, Altgriechisch, Französisch, Russisch und Englisch. Top, der Mann! Folge uns auf Facebook, um keine neuen Beiträgen von Christian zu verpassen.

Kommentare und Fragen

Hallo Herr Thiel, danke für Ihren ausführlichen Kommentar. Noch einige ergänzende Anmerkungen von meiner Seite: Ich möchte hier nicht unnötigen Streit zwischen Fernschulen mit meinem Posting provozieren, eine faire Diskussion allerdings gerne.

Dass Herr Meyer die Klett-Fernschulen meint, ist ja nicht gesagt. Das war lediglich meine Vermutung. Ich hoffe, dass ich nicht zu sehr für ihn spreche, wenn ich sage, dass sein Kommentar sicher etwas erhitzt geschrieben wurde, da Markus mehrfach erwähnt hat, dass es ja keine Infos zur Schule an sich gibt.

Im Prinzip werden hier auch Äpfel mit Birnen verglichen. Der Autor im BTB-Blog ist fachlich versiert, der Blog ist ein Fachblog, kein Unternehmensblog, auch wenn die Pressemitteilung ihn als "Corporate Blog" betitelt. In der Mitteilung heißt es auch: "... fernab von Eigenwerbung ..." - m. E. ist es auch eine Art von Eigenwerbung, aber eben eine andere Strategie.

Vielleicht äußert sich Herr Meyer hier ja bei Gelegenheit noch.

Einige, nein: viele Fernschulen haben also nach Rolf Meyers Meinung keine Ahnung von dem, was sie als Ausbildung anbieten. Interessante Aussage, die bei mir zwei Fragen aufwirft:

1) Weshalb lässt Herrn Meyer sich zu einer derart massiven Polemik gegen seine Wettbewerber hinreißen?
2) Wen könnte er damit meinen?

Ersteres bleibt mir schleierhaft, da ich Herrn Meyer nicht kenne und über seine Beweggründe nicht spekulieren möchte.

Was die zweite Frage betrifft, stelle ich mit Freude fest, dass er die Hamburger Akademie für Fernstudien nicht gemeint haben kann. Die Teilnehmer werden in jedem unserer Lehrgänge nachweislich von Experten des jeweiligen Fachgebiets betreut. Ebenso ist die Kompetenz der Autoren unserer Lerninhalte - fachlich wie didaktisch - über jeden Zweifel erhaben. Die vielen Kollegen an diesen und anderen Stellen sind mit viel Ahnung von dem, was sie tun und mit großem Engagement für unsere Teilnehmer da.

Natürlich gehe ich davon aus, dass das beim Institut des Herrn Meyer ebenso der Fall ist.

In diesem Sinne wünsche ich ihm unbekannterweise alles Gute und viel Erfolg mit seinem Unternehmen. Na ja, zu viel Erfolg vielleicht lieber nicht, sonst wird er nachher noch zum "Massenanbieter"...

Mehr Beiträge zum Thema