Flexibel und anspruchsvoll – Die FernUni Hagen im Bewertungscheck
Die FernUniversität in Hagen genießt den Ruf einer flexiblen und preiswerten Hochschule, stellt Studierende aber auch vor hohe Anforderungen. Zahlreiche Erfahrungsberichte betonen, dass ein Fernstudium an der FernUni Hagen viel Selbstorganisation und Disziplin erfordert. Die Inhalte der Studiengänge gelten als vergleichbar anspruchsvoll mit Präsenzuniversitäten, was sicherstellt, dass Abschlüsse vollwertig anerkannt sind. Mit über 70.000 Studierenden ist die FernUni Hagen Deutschlands größte Universität, was Vor- und Nachteile mit sich bringt.
Positive Aspekte:
Viele Studierende schätzen die hohe Flexibilität des Fernstudiums. Man kann sich das Lernen frei einteilen und auch neben Beruf oder Familie studieren – ohne strikten Zeitdruck. Diese Flexibilität wird besonders von Berufstätigen und Eltern als großer Vorteil hervorgehoben. Ein weiterer Pluspunkt ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis. Als staatliche Universität erhebt die FernUni nur geringe Semesterbeiträge, sodass das Studium deutlich günstiger ist als bei privaten Anbietern.
Auch die Studieninhalte selbst bekommen Lob: Sie sind aktuell und vielfältig, mit einem breiten Modulangebot in den verschiedenen Studiengängen. Beispielsweise entspricht der Psychologie-Studiengang den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und wird als vollwertiges Psychologiestudium anerkannt. Die Studienmaterialien – meist in Form von gedruckten Studienbriefen und Online-Dokumenten – werden oft als qualitativ hochwertig beschrieben. In einigen Fächern sind die Unterlagen so gut aufbereitet, dass zusätzliche Literatur nicht zwingend nötig ist.
Positiv fällt vielen zudem die praktische Unterstützung auf: Es gibt zu fast jedem Modul Mentoriate (Tutorien) und Online-Foren, in denen man Fragen stellen kann. Diese werden zu verschiedenen Zeiten angeboten, was eine flexible Teilnahme ermöglicht. Einige Erfahrungsberichte berichten nach meinen Recherchen von schnellen und hilfsbereiten Antworten seitens der Betreuer – häufig innerhalb von 24 Stunden. Der Umgangston zwischen Lehrenden und Studierenden wird dabei als freundlich und zugewandt beschrieben.
Auch der Online-Campus (Moodle) bietet Vorteile: Über die Lernplattform können Studierende untereinander und mit Dozierenden in Kontakt treten. Es werden Online-Seminare und virtuelle Übungen angeboten, die das Selbststudium ergänzen. Darüber hinaus unterhält die FernUni ein Netz an regionalen Studienzentren, in denen bei Bedarf Präsenzklausuren geschrieben werden und gelegentlich freiwillige Präsenzseminare stattfinden. Solche mehrtägigen Seminare vor Ort helfen, den Stoff vor Prüfungen zu vertiefen und Kontakte zu knüpfen.
Insgesamt empfehlen über 80 % der Studierenden das Studium an der FernUni Hagen weiter, was die Zufriedenheit vieler Studierender unterstreicht.
Weniger Positive Aspekte:
Trotz der genannten Vorteile gibt es auch kritische Stimmen. Am häufigsten wird die anspruchsvolle Natur des Studiums betont, die zu einer sehr hohen Abbrecherquote führt. Viele unterschätzen Aufwand und nötige Eigenmotivation.
Ein wiederkehrendes Thema ist die Betreuung: Einige Studierende fühlten sich als „Nummer“ in der Masse. Gerade in beliebten Fächern wie Psychologie oder Kulturwissenschaften beschreiben Erfahrungsberichte die Betreuung als sehr nüchtern und unpersönlich. Die Kommunikation mit Dozierenden findet oft lediglich über Standard-Ankündigungen in Moodle oder per Video statt, individuelle Rückmeldungen sind selten. Bei Fachfragen wird man nicht selten auf die Mitstudierenden verwiesen. Zudem scheint die Qualität der Betreuung stark vom jeweiligen Modul abzuhängen – in manchen Kursen ist sie vorbildlich, in anderen fühlten sich Studierende alleingelassen.
Durch die große Studierendenzahl kommt es auch zu langen Wartezeiten: Korrekturen von Einsendeaufgaben und Klausuren ziehen sich mitunter über viele Wochen. Teilweise beklagen Studierende, dass Fristen von Seiten der Lehrstühle nicht eingehalten wurden und Feedback überwiegend negativ formuliert war. Ein weiteres Manko betrifft die Lernmaterialien in einigen Bereichen. Insbesondere im Informatik-Studiengang wird kritisiert, dass Skripte veraltet seien. Studierende mussten sich hier oft mit zusätzlichen Quellen behelfen, um am Ball zu bleiben. Allgemein wird empfohlen, neben den zur Verfügung gestellten Unterlagen eigene Literaturrecherche zu betreiben, da nicht immer alles Prüfungsrelevante abgedeckt ist.
In bestimmten Studiengängen ist die Struktur des Curriculums weniger flexibel, als man erwarten würde: So sind z.B. im Psychologie-Bachelor die ersten Module fest vorgegeben und Wahlmöglichkeiten erst später möglich. Mehrere Rezensenten monieren auch die Klausurplanung. Obwohl man Prüfungen an verschiedenen Orten schreiben kann, gibt es pro Modul meist nur einen Klausurtermin pro Semester. Dieser ist nicht flexibel verschiebbar – wer an dem Tag verhindert ist oder durchfällt, muss ein halbes Jahr warten. Das kann den Studienfortschritt deutlich verzögern und erhöht den Druck auf die Studierenden.
Kritisch angemerkt wird gelegentlich ferner die Organisation: Die Online-Systeme und Webseiten der FernUni Hagen gelten insbesondere für Neulinge erst einmal als unübersichtlich. Einige berichten von verwirrenden Informationen und Schwierigkeiten, relevante Unterlagen oder Anleitungen auf der Webseite zu finden. Auch die Verwaltung erhält vereinzelt Kritik – etwa für langsame Antworten oder unfreundlichen Tonfall in der Administration. Ein Studierender berichtet sogar von widersprüchlichen Auskünften durch die Studienberatung.
Schließlich darf nicht unterschätzt werden, dass ein Fernstudium an der FernUni Hagen oft einsam sein kann. Da es kaum verpflichtende Präsenzveranstaltungen gibt, fehlt vielen der direkte Austausch. Einige beschreiben das Studium als „hart und einsam“ und warnen vor Burnout-Potenzial durch die isolierte Lernumgebung. Wer nicht aktiv den Kontakt zu Kommilitonen über Foren, Lerngruppen oder soziale Medien sucht, steht mit dem Stoff meist alleine da. Auch praktische Elemente kommen kurz: Abgesehen von vereinzelt obligatorischen Praktika ist das Studium sehr theoretisch ausgerichtet – was zwar für Universitäten typisch ist, aber an Präsenzunis oft durch Projekte oder Übungen abgefedert wird.
Fazit:
Die FernUniversität Hagen überzeugt mit maximaler Flexibilität und erschwinglichen Studienkosten, verlangt den Studierenden jedoch ein hohes Maß an Eigeninitiative ab. Inhaltlich bekommt man eine vollwertige akademische Ausbildung, jedoch muss man bereit sein, sich viel selbst zu erarbeiten. Betreuung und Organisation werden unterschiedlich erfahren – manche loben sie, andere sehen deutlichen Verbesserungsbedarf. Wer diszipliniert und autodidaktisch lernen kann, findet an der FernUni Hagen eine renommierte Möglichkeit, neben anderen Verpflichtungen zu studieren. Wer hingegen eine enge persönliche Betreuung oder ein reges Campusleben sucht, könnte enttäuscht werden. Insgesamt bieten die zahlreichen Bewertungen ein klares Bild: Die FernUni Hagen ist kein „leichtes“ Studium, aber für viele motivierte Studierende lohnt es sich aufgrund der Flexibilität und des anerkannten Abschlusses.
Disclaimer: Diese redaktionelle Bewertung basiert auf einer Analyse von öffentlich zugänglichen Bewertungen, Erfahrungsberichten und Meinungen aus verschiedenen Quellen. Die Zusammenfassung stellt eine objektive und sachliche Darstellung der häufigsten positiven und negativen Aspekte dar, wie sie von aktuellen und ehemaligen Studierenden berichtet wurden. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit. Individuelle Erfahrungen können variieren, und es wird empfohlen, sich zusätzlich eigenständig über die FernUniversität Hagen zu informieren, bevor eine Studienentscheidung getroffen wird.
Über den Autor Christian Wolf, Gründer und Chefredakteur
Bewertung im Detail
FernUniversität Hagen
- Art der Einrichtung Universität
- Trägerschaft staatlich
- Gründungsdatum 1974
- Standort Hagen
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