iLearning Global - was steckt dahinter?
Veröffentlicht von fernstudi.net am 4.08.2009 03:08 Abgelegt unter Bildungsmarketing
Nachdem Markus Jung nun kurz zum Thema getwittert hat, will ich hier auch noch kurz meine Meinung zum Thema iLearning Global öffentlich kund tun, ich bin nämlich auch in den letzten Tagen angesprochen worden, ob ich nicht dieses „revolutionäre“ Lernmodell vertreiben möchte.
1. iLearning Global nutzt MLM bzw. Network-Marketing. Von dieser Vertriebsform halte ich persönlich nicht viel, auch wenn es einige wenige erfolgreiche Vertreter gibt. Was mir auffällt, dass der Vertrieb hier fast wichtiger ist als die Sache an sich.
2. Wenn ich von Superlativen geradezu erschlagen werde, klingeln bei mir die Alarmglocken. Wer es nicht schafft, mich mit Substanz zu überzeugen, hat schon verloren.
3. Nachdem ich kurz Einblick in die Website bekommen habe: Dort geht es eigentlich nur um amerikanische Erfolgsphilosophie. Ehrlich gesagt: Was soll man darüber noch lernen, wenn man Napoleon Hill gelesen hat? Die Idee ist nett: Regelmäßig wird der Nutzerbereich dort mit neuen Videos, E-Books usw. gefüllt. Einige Bereiche waren aber noch „under construction“ - wofür zahlt man da denn? Und: Unter „Bildung“ verstehe ich andere Dinge als amerikanische Erfolgsphilosophie.
4. Das Ganze ist auf den amerikanischen Markt zugeschnitten. Eine Zielgruppe (verzweifelter Manager :)) gibt es sicherlich. Solange das aber nicht hier auf den deutschen Markt umgesetzt wird, sehe ich da keine Chance.
Also, wer meint, dass er das unbedingt vertreiben muss, weil er sich sein Gehirn leicht waschen lässt, erst einmal genauer anschauen. Nichts gegen kommerzielles E-Learning, dann sollte bitte aber auch die Substanz, die Bildung an erster Stelle stehen. Der Website nach hat das Modell durchaus Potenzial, wie es sich entwickelt, wird sich zeigen.
Mehr Infos:
Kommentare (4)
Christian schrieb: ...
17.08.2009 07:43 von ChristianRedaktion schrieb: ...
4.08.2009 21:08 von Redaktionder Unterschied liegt zum einen in der Gewinnung weiterer Vertriebspartner (das gibt es aber teils auch im Affiliate-Marketing, Stichwort Lifetime-Provisionen), zum anderen ist Affiliate-Marketing eine Ergänzung zum normalen Vertrieb der Hersteller. MLM wird meist als ausschließliche Vertriebsform genutzt.
Ein weiterer Unterschied ist der, dass ein Affiliate mehr Wahlfreiheit hat. Er vertreibt nicht nur ein einziges Produkt, sondern mehrere. Vorteil ist dabei auch der, dass die Hersteller quasi um Affiliates werben müssen.
Aber wie gesagt, bei beiden Formen wird der Vertrieb oder ein Teil dessen über externe Partner gestaltet. Im MLM-Geschäft gibt es da häufig Verkauffsschulungen, Seminare usw., das gibt es im Affiliate-Marketing bisher nicht (wobei es auch Möglichkeiten gibt, jemanden auf ein Produkt "einzuschwören").
Das Auslagern kann problematisch werden - stell Dir vor, Du gehst in ein Reisebüro, das der Fleischer von nebenan neu eröffnet hat, weil er sich ein paar Euros dazuverdienen will, da wird der nächste Urlaub doch zum Glücksgriff.
Markus Jung schrieb: Affiliate-Marketing ungleich Mulit-Level-Marketing
4.08.2009 20:50 von Markus Jung | WebsiteRedaktion schrieb: ...
4.08.2009 19:18 von RedaktionDas Grundproblem dabei ist allerdings, dass quasi jeder zum Vertriebspartner werden kann, Qualifikationen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das Resultat ist, dass es mehr Verkäufer als Berater gibt, denn schnelles Geld lockt für den, der anderen Dinge gut "aufschwatzen" kann.
Gerade im Bereich Bildung besteht aber ein großes Bedürfnis nach Beratung und Information, denn die Entscheidung für oder gegen einen (Fern-)Studiengang oder Kurs ist oft stark bestimmend für den Verlauf des weiteren Lebens.
Daher denke ich, dass das Thema "Vertriebsformen im Bereich Bildung" durchaus wert ist, über iLearning Global hinaus umfassend debattiert zu werden.
iLearning Global - was steckt dahinter?
